Zähne werden oft unnötig gezogen

  • Wertvolles Gut im Mund.
    foto: apa/oliver berg

    Wertvolles Gut im Mund.

Wurzelkanalbehandlung besser als Implantat - Kann den Zahn bei guter Mundhygiene und adäquater Versorgung ein Leben lang erhalten

Wien - Jahr für Jahr stehen tausende Patienten vor der Qual der Wahl: Sollen sie die natürlichen Zähne retten und eine Wurzelkanalbehandlung durchführen lassen oder soll der Zahn entfernt und durch einen künstlichen Zahn ersetzt werden? Die European Society of Endodontology (ESE) rät jetzt: Nicht vorschnell handeln und auch die Langzeitauswirkungen bedenken. Oft werden Zähne, die durch eine Wurzelkanalbehandlung gerettet werden könnten, einfach durch ein Implantat ersetzt. Zwar hätten beide Behandlungsmethoden ihre Vorteile, im Zweifel sei es jedoch immer ratsam, die Rettung des natürlichen Zahns dem künstlichen Ersatz vorzuziehen.

Rettung häufig möglich

Noch immer werden in Europa Millionen Zähne gezogen. Unnötig, denn in sehr vielen Fällen könnten Wurzelkanalbehandlungen diese Zähne retten. In erster Linie sollten Implantate als Ersatz für bereits fehlende Zähne und nicht als Alternative zum natürlichen Zahn gesehen werden. Daher sollte die Frage nicht "natürlicher versus künstlicher Zahn" lauten, sondern viel mehr "zahnlos versus Implantat".

Eine qualitativ hochwertige Wurzelkanalbehandlung kann den Zahn bei guter Mundhygiene und anschließend adäquater Versorgung ein Leben lang erhalten. Auch wenn Implantate zweifellos eine gute Lösung für fehlende Zähne darstellen, ist diese Methode nicht unbedingt erfolgreicher als Wurzelkanalfüllungen in natürlichen Zähnen. Allerdings stehen bei Implantaten kontinuierliche Nachsorge und Folgekosten, um deren Erhalt zu gewährleisten, an der Tagesordnung. Es liegt auf der Hand, dass Patienten den Erhalt ihres natürlichen Zahns einer künstlichen Alternative stets vorziehen sollten. (APA, 30.7.2012)

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