Griechen ringen um neues Sparpaket

30. Juli 2012, 19:56

Athen muss bei Scheitern der Budgetbemühungen die Pleite fürchten, die griechische Parteiführer müssen sich weiter besprechen

Athen - Für Griechenland läuft die Zeit ab: Allein in den kommenden zwei Jahren müssen 11,5 Milliarden Euro gespart werden. Die Verhandlungen darüber gestalteten sich aber weiter schwierig und wurden am Montagabend ohne Ergebnis vertagt. "Die Beratungen werden in den nächsten Tagen weitergehen", sagte der Chef der kleinen Regierungspartei Demokratische Linke, Fotis Kouvelis, nach einem Treffen mit den Chefs der anderen zwei Regierungsparteien, der Konservativen und der Sozialisten, im Fernsehen.

Das strategische Ziel (das Land aus der Krise zu führen) bleibe bestehen, erklärte der Chef der Sozialisten, Evangelos Venizelos, seinerseits nach dem Treffen und bestätigte, dass die Gespräche weiter gehen sollen.

Von dem Sparprogramm und weiteren Reformen hängt ab, wie der Bericht der sogenannten Troika der internationalen Geldgeber ausfällt. Die Experten der EU, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB) wollen nach eigenen Angaben im September ihre Einschätzung zur Lage in Griechenland vorlegen. Von ihrer Bewertung hängen weitere Geldspritzen für das pleitebedrohte Land ab.

Weitere intensive Gespräche nötig

Umstritten sind noch Sparmaßnahmen, die die wirtschaftlich Schwächeren in Griechenland treffen werden. Darüber müsse noch "intensiv gesprochen" werden, hieß es aus Kreisen der Demokratischen Linken und der Sozialisten. Wie es aus Kreisen der Geldgeber-Troika hieß, werden die Kontrolleure solange in Griechenland bleiben, wie es nötig ist. "Bis Athen uns einen glauwürdigen Sparplan vorlegt", sagte ein Mitarbeiter der Troika der Nachrichtenagentur dpa am Montag.

Seit Tagen sickern immer wieder Eckpunkte des geplanten neuen Sparpaketes an die Presse durch. Unter anderem soll demnach das Rentenalter von 65 auf 67 Jahre stufenweise angehoben werden. Die Sozialisten sollen aber nur für eine Erhöhung auf 66 Jahre sein. Auch weitere umfangreichere Rentenkürzungen sind vorgesehen. Außerdem sollen Löhne der Angestellten staatlicher Unternehmen, wie der Elektrizitätsgesellschaft, an die Beamtenlöhne angeglichen werden. Für viele würde dies nach Berechnungen der griechischen Presse einen Lohnverlust von 30 bis 50 Prozent bedeuten.

Pensionen sollen bei 2.200 Euro gedeckelt werden. Die kleine Pension, die Bauern erhalten, soll von 360 Euro auf 330 Euro gekürzt werden, weil die Landwirtschaftsversicherungskasse (OGA) schwer defizitär ist. Auch andere Pensionen sollen, soweit sie 1.000 Euro übersteigen, um 5 bis 15 Prozent gekürzt werden. Diese beiden Sparmaßnahmen sind bisher der größte Streitpunkt.

Die Regierungsparteien befürchten, dass diese neuen einschneidenden Sparmaßnahmen harte Reaktionen auslösen könnten, die das Land praktisch unregierbar machen könnten. Das oppositionelle Bündnis der radikalen Linken (Syriza) hat bereits offen angekündigt, politischen Widerstand zu leisten und Protestbewegungen zu unterstützen. (APA/Reuters, 30.7.2012)

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18 Postings
...das geld für die Griechen geht doch an die Banken (oder?)...

...die es dann ihrerseits wieder an den Staat verleihen, der dafür aber Einsparungen machen muß, damit er sich das geld vond en banken leihen kann!

Irgendwie versteh ich den ganzen Kreislauf nicht!

Entweder

haben unsere Politiker nicht in Geschichte aufgepasst,
oder man steuert bewusst in den Abgrund:

http://www.welt.de/finanzen/... -Geld.html

Im Süden nichts Neues.

Super Artikel - danke dafür...

.....man sieht immer wieder, wer aus Fehlern nicht lernt, muß diese nochmals machen; schade nur, dass wir das alles blechen dürfen!

Ich ringe auch!

Und zwar, ob ich die Steuern noch zahlen soll! Denn unser Staat verscherbelt und vergurkt x-Milliarden in die bodenlose EU-Rettungstoepfe!

Sie vernichten unser (mein) Steuergeld und tragischerweise kann es der gemeine Waehler weder beeinflussen oder gar stoppen!

Wir bewegen uns wieder einer Diktatur zu! Der Eurodiktatur! Baross0, Draghi, Juncker, Merkel, Monti etc. sie alle saugen uns aus! Mit Solitaritaet hat das nichts mehr zu tun!

Nennen wir, wie es ist! Wir sind die arbeitenden Sklaven fuer diese Eurofuersten samt ihren Eurofuerstentuemer!

Koennt es mir gerne glauben. Bin endlich froh, wenn diese Diktatorenwaehrung Euro weg ist.

Dann wird sicher alles total super!

...unter HC dem Ersten...

Privatisierung: geplant 50 Mrd EYPO - umgesetzt 0,0 EYPO

Dazu habe ich etwas sehr Schlaues vernommen, aber von einem interviewten griechischen Passanten und keinem "Wirtschaftsweisen", "Experten" oder sonstigem "Superhirn": Es gibt keine Investoren, die jetzt in Euro einen Staatsbetrieb aufkaufen, um dann demnächst womöglich damit nur noch Neo-Drachmen statt Euro einzunehmen, die ja geschätzt sofort 50% an Wert verlören.
Ich täte das auch nicht, hätte ich, sagen wir, die eine oder andere Milliarde.

Und dafür zahlt man den Experten Geld, dass dann Hr Papa-ixypsilopous von der Straße erklärt, warum sich da gar nix tun KANN?
Na, solange wir uns solche Experten leisten können, muss es uns eh noch gut gehen!

die griechische regierung sieht keinen grund irgendetwas zu ändern solange brüssel zahlt.

griechenland hätte auch z.b. immobilien verkaufen können. griechenland jetzt mehr beamte als vor dem beginn der krise und weigert sich bisher stur das gewaltig aufgeblähte und korrupte beamtenheer zu verkleinern. nicht einmal die moderate forderung posten, die durch pensionierung freiwerden, nicht nachzubesetzen, hat der griechische staat erfüllt.

auf die EZB ist Verlass

die griechische Regierung weiß, dass ein wenig heucheln vor der EZB ausreicht, um sie zu retten. Da die EZB ihr eigenes überleben nicht aufs Spiel setzt, werden sie Griechenland immer unterstützen. (ich meine natürlich "in letzter Minute retten")

die ezb ist im grunde längst pleite

Bi Immobilien gilt genauso

Kaufen in Euro, kassieren in Neo-Drachmen ist uncool . . .

das risiko mit der währung hat man in der ganzen euro zone

realistisch betrachtet hat der euro keine guten überlebenschancen. bei immobilien geht man immer und überall eine menge risiken ein wie z.b. zwangsanleihen in unsicheren zeiten, erhöhte kriminalität, steuererhöhungen, ...

griechenland hätte auch gold verkaufen können. da gibt es kein währungsrisiko, kein risiko, daß die gegenseite pleite geht wie z.b. die bank und gold kann überall jederzeit wieder verkauft werden.

und wenn ihr uns das nicht glaubt

dann lügen wir euch was anderes vor...

a nettes sparg'schichtl

jede woche, und die Eurotiker in brüssel sind happy !

Selbst wenn dieses Sparpaket umgesetzt wird, was aufgrund der bisherigen Erfahrungen unrealistisch ist, führt es zu keiner Gesundung des griechischen Haushaltes.

http://www.wienerzeitung.at/wzo/meinu... ttung.html

Reedereien besteuern wäre schon mal ein Anfang

Die Reederei ist ein internationales Geschäft. Die fahren längst schon nicht mehr unter griechischer Flagge und sind somit in Griechenland nicht mehr steuerpflichtig.

sie vergessen dabei dass es sich um ein konservative

Regierung handelt, und da werden nunmal keine "Reichen" besteuert!

Die Grot hat gefälligst die Mittel bzw Unterschicht zu tragen.

Sie waren ja bis jetzt so erfolgreich...unser Konservativen in ganz Europa ;)

Äh da verhandeln alle GR Parteien

um das Sparpakte es ist keine konservative Alleinregierung. Übrigens hals die LInken an der Macht waren gab es auch keine Steuern für die Reeder.

Aber natürlich Steuern für JEDEN sollten dort schon sein.

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