Auf Romneys Weltreise ist die Welt egal

Analyse | Andreas Geldner aus Washington
29. Juli 2012, 23:56

London, Israel, Polen: Die Ziele des republikanischen US-Kandidaten sind vom Wahlkampf bestimmt

Wenn ein US-Präsidentschaftskandidat auf Weltreise geht, dann geht es nicht um ein besseres Verständnis für die Probleme der Welt. Es geht um Wahlkampf. Dies ist entscheidend, wenn man die aktuelle Auslandstour von Mitt Romney aus amerikanischer Sicht bilanziert. Für Barack Obama waren die Menschen, die ihm im Sommer 2008 im Schatten der Berliner Siegessäule zuhörten, nur eine Showkulisse. Seine Rede war nicht an die Deutschen gerichtet.

Und so wird es Mitt Romney verkraften, dass er auf der ersten Station seiner Sommerreise mit einer kritischen Bemerkung über das Organisationschaos bei Olympia seine britischen Gastgeber vergrätzt hat. Natürlich haben die US-Medien den Patzer vermeldet. Genauso wie sie genüsslich der Frage nachgingen, ob die Tatsache, dass Romneys Frau Ann eines ihrer Pferde in den olympischen Dressurwettkampf schickt, Romneys Imageproblem als abgehobenen Superreichen verschärft.

Doch das sind Schlagzeilen fürs Sommerloch. Den mit seinen eigenen ökonomischen Problemen beschäftigten amerikanischen Durchschnittswähler hat es wenig erschüttert, dass die britische Boulevardpresse erregt war. Romneys Tour ins Ausland war keine Tournee für die breite, an weltpolitischen Fragen eher desinteressierte US-Öffentlichkeit. Zentrale außenpolitische Themen wurden von vornherein ausgespart. Entgegen anfänglichen Gerüchten über einen Abstecher nach Deutschland hat Romney kein Euro-Land besucht. Er hat auch den Krisenherd Afghanistan umgangen.

Die anfangs markigen Sprüche des Republikaners zu Afghanistan haben die meist kriegsmüden Wähler eher abgeschreckt. "Wenn man die hitzige Rhetorik abzieht, dann fußen die tatsächlichen Unterschiede in der Außenpolitik der beiden Kandidaten eher auf Nuancen und einigen Differenzen im Ton, als dass sie eine tiefere Debatte um den Kurs Amerikas in der heutigen Welt artikulieren", schrieb am Wochenende die New York Times.

Und so wurde die Reise mit Romneys typischem Manager-Pragmatismus geplant. Selbst der Besuch in Großbritannien hat sich trotz Pannen ausgezahlt. Der Republikaner hat bei einer Veranstaltung in London bei einigen dort lebenden Amerikanern satte Wahlkampfspenden eingesammelt.

Auch in Israel und Polen hat Romney eine ganz bestimmte Klientel im Auge. Barack Obamas ungeschickte Versuche, am Anfang seiner Amtszeit den israelischen Verbündeten zu mehr Zugeständnissen gegenüber den Palästinensern zu bewegen, haben jüdische Wähler nicht vergessen. Aber wichtiger noch für Romney: Er hat mit dem Israelbesuch einem zentralen Teil der republikanischen Basis gezeigt, dass er auf Linie ist. Christliche Fundamentalisten in den USA sind dem Mormonen Romney lange skeptisch gegenübergestanden. Die religiös motivierte, felsenfeste Unterstützung für Israel ist für sie ein Muss.

Polen ist am Montag und Dienstag als Letztes auf der Agenda, weil entscheidende Bundesstaaten vor allem im Mittleren Westen der USA eine überdurchschnittliche Zahl von polnischstämmigen Wählern haben. Obama bietet hier eine offene Flanke, weil die Diskussion über ein neues Abwehrsystem gegen Nuklearraketen aus polnischer Sicht unglücklich verlaufen ist. Der US-Präsident hat im Streit um dieses System den russischen Interessen angeblich zu früh nachgegeben. Für das breite US-Publikum ist das kein heißes Thema. Für die erwähnte polnischstämmige Wählergruppe, so hofft Romney, vielleicht schon. (Andreas Geldner, DER STANDARD, 30.7.2012)

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Notes from travel with Gov Romney in Poland….

There has been no press access to Governor Romney since we landed in Poland. We (press) are in a holding pattern (I can’t help but feel a bit like the press is a modified petting zoo since we are trapped in a bus while Polish citizens take pictures of us.) Under the headline “Governor Romney won’t like this” we saw a big sign in the crowd for Rep Ron Paul.

http://gretawire.foxnewsinsider.com/2012/07/3... in-poland/

hat wohl doch zuviel abgesondert ... wenn nicht mal fox-news zu ihm darf.

Das ist Absicht, wie damals bei Palin

Warum er keine Pressetermine macht?

Weil der Kandidat strunzdumm ist. Sobald er die Welt der vorbereiteten briefings verlässt, quatscht er nur Mist. Und jedem fällt das auf. Auch dem eigenen Stab.

Also wird der Kandidat versteckt, damit man seine Äußerungen besser kontrollieren kann. Damage control.

Das gruselige daran ist, vor vier Jahren war es nur die Kandidatin für den Vizeposten, an den Fähigkeiten von McCain selbst konnten keine Zweifel bestehen.

Hier ist ist der Kandidat für die Präsidentschaft selbst der Trottel. Das hat viel von Bush jun.

Bei Romney kommt aber hinzu, dass ihm der kumpelhafte Charme, der Bush auszeichnete, so völlig abgeht.

Ich glaube, diese Reise wird Romney noch wie ein Mühlstein um den Hals hängen.

The Truth About Republicans by George Carlin

...unter Reagan...
http://www.youtube.com/watch?v=V... re=related
Daran hat sich leider nichts geandert.

Schlimmer als Bush

.. und ich dachte immer, schlimmer als Bush geht nicht.

Auf Romneys Weltreise ist die Welt egal

nicht nur das. auch der welt ist romneys reise egal.

so schauts aus

oh mann, wieder so ein politischer Trampel a la Bush...... der füllt sich dann wieder die Taschen voll und verarscht die ganze Welt.....

ich versteh sowieso nicht

warum europäische staatschefs einen us nichtamtsträger überhaupt empfangen und in so im wahlkampf unterstützen.
der soll kämpfen, wo er hin gehört - zu hause in den usa

Und warum spenden europäische Firmen Geld für seinen Wahlkampf?

Z.B.: Deutsche Bank, Allianz, Dt. Telekom +++

sind keine europäischen firmen sondern multinationale konzerne, und die sponsern immer alle kandidaten, um auf der sicheren seite zu sein, auch in zukunft keine steuern bezahlen zu müssen, förderungen zu kassieren, aufträge aus der öffentlichen hand zu erhalten..........achja, die telekom sponsert nicht nur amerikas politik, soweit mir das erinnerlich ist;-)

Ich bin schon gespannt,

was der Mitt in Polen so absondert.

Wahrscheinlich etwas zum NATO-Raketenschild, der endlich Europa vor Russlands Raketen....äh vor iranischen und nordkoreanischen Mittelstreckenraketen schützen wird.

"Und so wird es Mitt Romney verkraften, dass er auf der ersten Station seiner Sommerreise mit einer kritischen Bemerkung über das Organisationschaos bei Olympia seine britischen Gastgeber vergrätzt hat. "

Eh, weil wenn er Präsident wird, wird die britische Regierung ohnehin an seinen Lippen hängen und sich ihre Befehle abholen, z.B. wenn wieder mal ein Krieg geführt werden muss.

dieser "Wahlkampf" ist schon so abstrakt und die reinste Show... dazu noch dieses Romney Ding... was gehtn bitte?

Wie unwichtig

dieser Typ und die USA sind zeigt die Anzahl der Postings.

Also ich bin kein Freund von Romney, aber dass das Wort Apple in der Headline nicht vorkommt - dafür kann er wirklich nichts ;-)

Den oberfläche-bezogenen Amis

ist doch nur eins wichtig. Das ihr Präsident recht adrett rüberkommt.

It's all 4 the show baby...

Ohhh

ist diese Mauer aber angenehm warm!

Mehr trau ich ihm einfach nicht zu!

Er versucht nur, seine Nasenpoppel loszuwerden

Mitt Romney = America's HC-Strache

Mitt Romney - America's Borat ^^

für einen Christen ist das ein Götzendienst

Mitt Romney betet an der Klagemauer.

das hat er aber gut gelernt.

Aber wo! Beim Foto ist er beim Zählen irgendwo zwischen Null und Tausend, bevor er diese lästige Pflicht los ist.

[US2012]

• In today's episode of foot-in-mouth: Romney called Miliband "Mr. Leader" ... must have got him confused with Lil Kim Jong Ill www.telegraph.co.uk/news/worl... eader.html www.independent.co.uk/news/uk/h... 78925.html

• vorgeschlagen für Tapferkeitsmedaille: Romney auf seinem Foreign-Policy-Trip um sich als Commander-in-Chief zu profilieren: "I don’t want to refer to any comments made by leaders representing other nations, nor do I want to describe foreign policy positions I might have while I’m on foreign soil."

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