Drogeriekette Müller knabbert an Finanzwetten

29. Juli 2012, 19:16
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Operativ positiv, aber Belastung durch Währungsgeschäfte

Frankfurt - Die Drogeriekette Müller, nach "dm" und Rossmann die Nummer drei der Branche in Deutschland, hat laut einem Pressebericht aufgrund von ungünstigen Währungsgeschäften einen Gewinneinbruch verbucht. Das gehe aus der jetzt veröffentlichten Bilanz für das Geschäftsjahr 2010/11 hervor, berichtet die "Wirtschaftswoche". Vor dem Hintergrund dieser Probleme dürfte Douglas-Großaktionär und Unternehmenschef Erwin Müller dem Magazin zufolge die Sperrminorität bei dem Handelskonzern vermutlich nicht erreichen.

Operativ laufe es zwar "sehr positiv" für Müller, zitiert das Magazin aus dem Geschäftsbericht. Der Umsatz stieg demnach um 10,3 Prozent auf 2,68 Milliarden Euro und auch für die Geschäftsjahre 2011/12 und 2012/13 erwartet Müller ein Umsatzwachstum von jeweils rund acht Prozent im Bereich Handel. Dennoch sei der Jahresüberschuss von 24,6 auf 1,7 Millionen Euro eingebrochen.

Finanzwetten gegen den Schweizer Franken

Hauptursache sind der "Wirtschaftswoche" zufolge Müllers Finanzwetten gegen den Schweizer Franken. Laut Bilanz brockten insbesondere sogenannte Cross-Currency-Swaps Buchverluste von 86,8 Millionen Euro ein, was zu "währungsbedingten Drohverlustrückstellungen" führte. Bei anderen Finanzgeschäften halte sich Unternehmenschef Erwin Müller inzwischen zurück.

Im Februar hatte er mitgeteilt, dass er über Optionsscheine verfüge, über die er seinen Anteil an der Handelskette Douglas von 10,81 auf bis zu 26,35 Prozent ausbauen könnte. Seither sind jedoch 15 Verfallstermine verstrichen, ohne dass sich Müllers Aktienbestand erhöht hätte. Dass Müller bei Douglas eine Sperrminorität erreicht, wird damit unwahrscheinlicher.

Nach Angaben von Ende April will Erwin Müller seine Macht bei Douglas weiter ausbauen und in den nächsten zwölf Monaten weitere Stimmrechte erlangen. Die Investition diene "der Umsetzung strategischer Ziele". Müller strebe derzeit keine Einflussnahme auf die Besetzung von Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorganen der Douglas Holding an und auch keine wesentliche Änderung der Kapitalstruktur.

Der Drogerieketten-Eigner Müller pirscht sich schon seit längerem an Douglas heran und hält ein größeres Aktienpaket. Über seine konkreten Ziele hat er sich jedoch bisher ausgeschwiegen. (APA, 29.7.2012)

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