Neuwahlen in Kärnten: Flucht nach vorne

Kommentar |

Die Losung der FPK lautet Machterhalt um jeden Preis. Dörfler scheint jetzt vorsichtig von diesem Kurs abzurücken

Pfiffe und Buhrufe auch für den Kärntner Landeshauptmann Gerhard Dörfler. Vielleicht hat ihm das einen Anstoß gegeben, über Neuwahlen zumindest nachzudenken. Zumal die Empörung über den zutage getretenen Kärntner Korruptionssumpf durch die Geständnisse bezüglich illegaler Parteienfinanzierung für FPK und ÖVP im Zuge des Hypo-Verkaufs stündlich wächst. In Kärnten liegt ein Neuwahlantrag von SPÖ, ÖVP und den Grünen im Landtag beschlussreif vor. Die Losung der FPK, ausgegeben von den Gebrüdern Scheuch, lautet aber immer noch "Blockieren um jeden Preis", Machterhalt um jeden Preis. Dörfler scheint jetzt vorsichtig von diesem Kurs abzurücken und die Flucht nach vorn anzutreten.

Mit seinem blinden Gehorsam gegenüber Jörg Haider, der immer noch als Untoter durch das Land geistert, und dem zweimal (nicht rechtskräftig) verurteilten FPK-Chef Uwe Scheuch beschädigte sich Dörfler bereits selbst.

Der Kärntner Landeshauptmann hat sich durch seinen Beitrag zur Lösung der Ortstafel-Frage Verdienste für Kärnten und die Republik erworben. Dieser Bonus ist schon fast verspielt. Regieren kann Dörfler mit seiner durch Korruption hochbelasteten Truppe ohnehin nicht mehr. Wie heißt es doch in der Kärntner Landeshymne?: "Wo Mannesmut und Frauentreu, die Heimat sich erstritt aufs neu ..." Diesen Mut können Dörfler - und FPK-Chef Uwe Scheuch - beweisen und das Kärntner Volk bald entscheiden lassen. (Elisabeth Steiner, DER STANDARD, 30.7.2012)

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bin mir nicht sicher, ob gerhard dörfler derjenige war, der den kurs vorgegeben hat. vielmehr glaube ich an einen versuchten (und jetzt zumindest partiell gescheiterten) machterhalt der haider'schen "buberln"...

Endlich haben die Kärntner Bürger erkannt

welchen Schaden diese Leute anrichten.

Es kann doch nicht so schwer sein

diese zwei Bauernbuben los zu werden.

Eigentlich süß, wie sich die VP

darstellt. Bekanntlich gab ihr Chef die Annahme zu. Also, manifestierte damit, dass es sich bei der VP um ne korrupte Partei handelt. Anstatt sich zu schämen oder besser, gleich aufzulösen, dreht sie den Spieß um und schreit haltet den Dieb.

Witzig. Bin gespannt, ob die Bürger/innen auf diese Verhöhnung reinfallen. Um jedes Missverständnis im Keim zu ersticken: Natürlich bin auch ich für Neuwahlen im Südland. Wann, wenn nicht jetzt?

Eh klar, dass die FiKler bei erster Gelegenheit von Ihnen wieder als Unschuldslämmer dargestellt werden, auch wennS den großen hc schon mehrfach wegen Hereinnahme dieser Partie kritisiert haben.

Zu Ihrem Trost: Falls Haider, Scheuchs, Dobernig, Dörfler ... schwer korrupt (gewesen) sind, heißt das, dass so eine Partie mit solchen Spitzen destruktiv ist, aber nicht zwingend die ganze Partei - außer sie hättens in Bierzelten abgestimmt.

Selbst der korrupte Martinz löst nicht Strafhaft für die gesamte VPK im Sinn einer kriminellen Org. aus. Auch er hat seine Aktivitäten wohl ned im Frühschoppen nach der Mess mit allen Wählern abgestimmt.

Netter Weise sollten wenigstens viele Wähler Parteien mit korrupten Spitzen weniger Stimmen geben

einzelstimme, von wegen Verteidigung

Ich schrieb ja unmissverständlich, dass auch ich Neuwahlen im Südland begrüßen würde. Nicht aber, dass die VP für "ihre Arbeit" noch belohnt wird. Zumindest in den Medien (was in Kärnten geschrieben wird, weiß ich nicht) und beim Mitbewerber, den Beutesozen ist man auffallend still was die VP betrifft. Natürlich sollte aber vor einer Wahl der Fall Scheuch geklärt werden, denn sonst hat man ne Situation, die keiner will. Nämlich, dass, sofern sie nicht rausfliegen, Scheuch wieder auf der Lohnliste der Steuerzahler ist.

Würde mir wünschen - was ja erlaubt ist, dass die Grünen trotz ihrer infantilen Ausländerpolitik diesmal belohnt werden, Piraten reinkommen, VP rausfliegt und die Sozen so geschwächt werden, dass sie keine Rolle spielen

Es gibt

eben nicht nur schwarze Schafe, sondern auch schwarze Parteien!

Problem: Wenn kann man in Kärnten noch wählen?

.. die FPK schreibt sich grad selbst ab.
.. was die ÖVP eigentlich überhaupt macht.. keine Idee.
.. die SPÖ hat das Land die letzen 1000 Jahre regiert.

.. grüne Politik in den Berge, intressant.

".. grüne Politik in den Berge, intressant."

na das nenne ich ein Argument!

*LOL*

Folgen des Brain-Drain

Die Abwanderung der Intelligenz kennzeichnet seit Jahren die demografische Entwicklung Kärntens: gut ausgebildete oder talentierte Menschen verlassen das Land und lassen sich an Standorten nieder, die attraktivere Lebensperspektiven bieten. Von diesem Abfluss des Humankapitals ist die Kärnter Politik zweifach betroffen: Deppen, Diebe und Verbrecher machen Politik für Intelligenzallergiker.

Fehlende Strukturentwicklung in Ö

.. Wien Wien Wien. Zu welcher Entwicklung führt dies letztendlich?

Nach Wien .. oder nach Deutschland/Schweiz auswandern.
Wien ist seit dem Krieg als Metropole zu Lasten der Länder entwickelt worden. Vielleicht hat man kaum eine andere Möglichkeit gehabt, aber schaue man sich Deutschland / Schweiz an, ein Ballungsgebiet ist halt immer eine Schwäche für den Raum.

Das Problem der FPK-ler ist,

dass ihre Führung großteils schon Ende nächsten Jahres rechtskräftig verurteilt sein wird und

deshalb diese Flucht nach vorne.

Mit nicht rechtskräftigen Urteilen kann man ja noch die Unschuldsvermutung im Wahlkampf strapazieren.

na wenn dem so ist, sollten sich die Kärnter auf eine abstimmungsreiche Zeit einstellen.

WAS hat er, "Verdienste erworben" ?

Er setzt ein bestehendes Gesetz um und "erwirbt" dadurch "Verdienste" ? Wie, was, warum ?
Er wird doch bezahlt, für den saumäßigen Job, den er macht, oder ?
Die Frage ist ja eher, warum hat er so lange gebraucht für diese "Lösung" ?
Und WAS tut der sonst so, den ganzen Tag ?
Wofür bezahlt man den eigentlich ?
Und Scheuch gleich mit in denselben Topf...
Ab auf die Saualm, mit diesem Pack. dort passen sie hin, schon von der Namensgebung der Alm. Arme Alm, kann ja nix dafür.

Eine Liste der Landeshauptläute die das NICHT geschaft haben:

Hans Piesch (SPÖ) 1945–1947
Ferdinand Wedenig (SPÖ) 1947–1965
Hans Sima (SPÖ) 1965–1974
Leopold Wagner (SPÖ) 1974–1988
Peter Ambrozy (SPÖ) 1988–1989
Jörg Haider (FPÖ) 1989–1991[1]
Christof Zernatto (ÖVP) 1991–1999[2]
Jörg Haider (FPÖ/BZÖ) 1999–2008[1]

Ist Ihnen zufällig bekannt, ob welche von Ihrer Liste gerne mal Negerwitze gemacht haben?

er hat ein bestehendes Gesetz zu den Ortstafeln "so halbat halt" umgesetzt. Der Ordnung halber.

Sie haben recht

Eigentlich ein Wahnsinn: Die Verstümmelung und in Folge doch die Durchführung eines Gesetzes ist heutzutage ein Verdienst. Kärnten ist ein Wahnsinn.

Wenn Dörfler wirklich nach London fährt,

kann er sich dort gleich etwas in Sachen Rücktrittskultur der Politiker abschauen. In England tritt ein Politiker bereits zurück, wenn nur der leiseste Zweifel seiner Lauterkeit publik wird. Un d in Österreich streitet man darum, zu wievielen Monaten ein Politiker verurteilt werden muß, bevor er zurücktritt. Kein Wunder, wenn die Jugend politikverdrossen ist! Wenn wir Glück haben, nehmen sich die Österreicher ihre Politiker nicht als Vorbild! Für die Qualität unserer Zivilgesellschaft wäre das desaströs!

100% Zustimmung

Ich finde darüberhinaus, dass die Korruptionsskandale fast weniger schlimm sind als die Art und Weise wie damit umgegangen wird.

anscheinend dürfte es dörfler

mit den resten von verbliebenem politischen verstand dämmern, dass mit den brüdern scheuch und ihren geistesverwandten profitierern aus politischen ämtern kein staat mehr zu machen ist.
und dass auch in kärnten die stimmung mehr und mehr umschlägt.
wenn er noch etwas (für sich) retten will - denn der österreichweite druck wird noch ordentlich zunehmen - dann bleiben ihm nur baldige neuwahlen.
das fenster für ihn als "gründer eines kärntner neubeginns" noch positive spuren zu hinterlassen, wird nicht mehr lange offen sein.
wenn nicht, wird es ein wenig unterhaltsames schauspiel sein, die langsame selbstzerfleischung des fpk genüsslich mitzuverfolgen.

Machtkampf in der FPK

Als sich die Brüder Scheuch nach dem Tod von Jörg H. die Führung der Partei sicherten, waren sie in ihrer Überheblichkeit der Meinung, Dörfler als „Marionette ohne Hausmacht“ steuern zu können. Sie haben dabei nicht einkalkuliert, dass Dörfler sein Amt zur politischen Profilierung nutzen könnte. So emanzipierte er sich in der Ortstafellösung von jenen Hardcore-FPK-Kadern, die in der Verharmlosung der Nazi-Ideologie und Fremdenfeindlichkeit sowohl ein erfolgreiches Konzept für Wahlkämpfe als auch ihr ideologisches Fundament sehen.
Jene opportunistischen Berufspolitiker der FPK, die primär um ihre Pfründe fürchten (Ragger&Co.), setzen zur Sicherung ihres parasitären Lebens daher bereits auf Dörfler und die rasche "Entsorgung" des Uwe Sch.

ja genau, dörfler hat seine eigene meinung aber auch nur wenn es um seinen eigenen a.... geht!

in der fpk gibt es nur mehr eine richtung: nach vorne, weil hinten haben sie nur noch verfolger......gut so;-)

aber der eine oder andere wird schon noch reden wenns um seinen a..... geht! Prisoners Dilemma, oder so!

der bundespräsident

ist doch oberbefehlshaber.
er muß die staatsgewalt durchsetzen.
in jedem BUNDESland.
und die dortige regierung wird gesamt in schutzhaft genommen.

Schutzhaft

.. schau Dir das mal in der Wikipedia an.
Nur Nazis hielten Schutzhaft für eine gute Idee.

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