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Wien - Am häufigsten werden die sprichwörtlichen Kaninchen und Mäuse verwendet. Sie dienen österreichischen Pharma-, Chemie- und Medizintechnikfirmen - sowie universitären Grundlagenforschungseinrichtungen - als Versuchstiere (siehe Wissen unten).
Aber auch größere Säugetiere werden in Europa manchmal eingesetzt, Rinder, Schweine, Schafe, Hunde, Katzen: "Wenn es, zum Beispiel, um Tests von Knochenimplantaten geht, kommt man mit Mäusen oder anderen kleinen Tieren nicht weit", sagt Klaus Schröder, Geschäftsführer und Laboratoriumsleiter bei der Linzer BioMed Life-Science GesmbH., die unter anderem die Förderung von Tierversuchsersatzmethoden zum Ziel hat.
Mögliche Übersättigung
Dass lebende Tiere gezielt Leiden erdulden müssen, um Menschen Krankheiten und Schmerzen zu ersparen - sowie schlicht, um Produkte sicherer zu machen -, sei "ein hochemotionales Thema", weiß Schröder. Die Öffentlichkeit jedoch ziehe zunehmend Wegschauen vor: "Vor ein paar Jahren waren Tierversuche für Kosmetika ein Aufregerthema. Derzeit scheint hier Übersättigung zu herrschen." Zudem sieht eine EU-Richtlinie aus 2003 hier den schrittweisen Ausstieg vor.
In diesen Wochen und Monaten nun stehen neuerlich EU-weite Vorschriften vor der Umsetzung. Die EU-Richtlinie 2010/63 muss bis 10. November 2012 in allen nationalen Rechten verankert sein. Auch in Österreich, wo ein Sprecher von Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) betont: "Im europäischen Vergleich haben wir schon jetzt eines der strengsten Tierversuchsgesetze."
Keine Versuche mit Menschenaffen
So bestehe etwa ein Verbot von Versuchen mit Menschenaffen - es gilt für andere Affenarten nicht - sowie eines für die Kosmetikaproduktion. Beide Regelungen, so der Sprecher, würden erhalten, obwohl die auf europaweite Harmonisierung fokussierende Richtlinie dies nicht zwingend vorsehe.
In anderen Bereichen wiederum werde die Richtlinie viel zu zögerlich umgesetzt, kritisiert Martin Balluch, Obmann des Vereins gegen Tierfabriken (VGT).
Neue vierteilige Skala
So etwa bei Verboten von Versuchen, die den Tieren schwerstes Leid aufbürden - was künftig anhand einer zwingend einzuführenden, vierteiligen Skala gemessen wird.
Hier erlaube die EU-Richtlinie die absolute Untersagung, "während es im Gesetzesentwurf eine Ausnahmebestimmung gibt, wenn solche Versuche "aus wissenschaftlichen Gründen erforderlich" seien. Balluch: "Das gehört überdacht."
Bei der Häufigkeit vorgeschriebener Kontrollen an Orten wiederum, wo Tierversuche stattfinden, drohe es sogar einen Rückschritt zu geben, kritisiert Grünen-Tierschutzsprecherin Christiane Brunner. "Statt einmal jährlich unangemeldet soll nur mehr einmal alle drei Jahre angemeldet inspiziert werden müssen." Dabei würden Kontrollen und Genehmigungsverfahren laut Bundesrechnungshof-Bericht 2006 schon jetzt viel zu lasch gehandhabt, fügt Balluch hinzu.
EU-weite Forschung gefordert
Um die Zahl der Versuche zu verringern, schlagen Tierschützer verstärkte, EU-weite Forschung für Ersatzverfahren vor, etwa für In-vitro-Tests mit Gewebeproben. Das allein sei für Österreich unzureichend, sagt Experte Schröder: "Potenzielle Anwender müssen in ihrer Ausbildung geschult werden, um mit In-vitro-Methoden umgehen zu können.
Derzeit geschieht das nicht. Und es muss mehr Rechtssicherheit geben. Derzeit fürchten viele Klein- und Mittelbetriebe Regressforderungen, wenn sie mit Ersatzmethoden statt mit Tierversuchen arbeiten."
Die Tierversuchsnovelle ist bis 8. August in Begutachtung. (Irene Brickner, DER STANDARD, 30.6.2012)
Wissen: Kühe und Fliegen
2011 wurden bundesweit 191.288 Versuchstiere - neben Mäusen, Ratten und Kaninchen auch 1582 Rinder und 1553 Schweine - verwendet, um 2,2 Prozent mehr als 2010. Im Jahr 1999 waren es noch 129.644 gewesen. Laut Grünen steigt die Zahl der Versuche im landwirtschaftlichen Bereich, etwa in Zusammenhang mit Züchtungen. Die Zustimmung in der Bevölkerung ist gering. 2006 wurde von der EU eine offene Internetanhörung durchgeführt: 83 Prozent fanden die Verwendung von Menschenaffen, Hunden oder Katzen für Tierversuche nicht vertretbar. Auch jene von Mäusen missbilligten 77 Prozent. Noch am akzeptabelsten erschienen Versuche an Fruchtfliegen, nur 61 Prozent waren dagegen.
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ich persönlich bin sicher etwas schrullig weil ich der meinung bin, dass jedes lebewesen ein recht hat zu leben, und der mensch solange er oben essen zuführt das unten wieder in anderer form abgegeben wird auch nur ein hoch entwickeltes säugetier ist somit sollte der mensch sich nicht über alle anderen lebensformen stellen.
sind tierversuche denn noch wirklich zeitgerecht?
die ergebnisse lassen sich nicht 1:1 auf den menschen umlegen, es gibt duchaus beispiele von medikamenten (allen vorran contagan) die mehr als genug an tieren getestet wurden und dennoch beim menschen gravierende schäden angerichtet haben.
sorry, aber wie kommen sie zur falschen meinung es wurde ausreichend an tieren getestet. weiter unten gibts eh bereits die passenden links (oder haben sie genaue informationen an welchen und wievielen trächtigen tieren getestet wurde? wär nett wenn sie uns die zukommen liessen).
wenn solch schlimme nebenwirkungen aufkommen wurde das vor 50 jahren NICHT ausreichend getestet.
- Für Tierversuche müssen Tiere extremste Schmerzen und Qualen ohne Narkose ertragen
- Für viele Tierversuche werden Tiere qualgezüchtet oder absichtlich krank gemacht
- Tierversuche gefährden die Gesundheit des Menschens, da Ergebnisse nicht auf den Mensch übertragbar sind (auch Contergan wurde ausreichend an Tieren getestet!)
- Für Tierversuche werden Steuergelder in gigantischen Summen verschwendet
- Tierversuche behindern den medizinischen Fortschritt
- Jedes Jahr sterben allein in Deutschland über zwei Millionen Tiere im Tierversuch
- Es gibt ausreichende Alternativen zu Tierversuchen
contergan wurde eben NICHT ausreichend an tieren getestet.
aus wilki/thalidomid:
" Die Forschungsergebnisse von Grünenthal erbrachten für Thalidomid keine pathogenen Reaktionen oder andere positive in der Heilkunde verwertbare Ergebnisse bei (nicht trächtigen) Mäusen und Ratten"
neben der tatsache dass es sich hier um eine verkettung tragischer zustände handelte ist das 50 jahre her - und wir sind seitem klüger geworden.
lehnen sie jegliche medikamentation und operationstechnik der letzten 50 jahre ab?
Sie haben prinzipiell Recht, dass es ohne Tests mehr Zwischenfälle gäbe, aber nicht damit, dass sie prinzipiell an Tieren durchgeführt werden müssten. Ich habe Einblick in die (medizinische) Grundlagenforschung, und hier wird leider jeder Sch***dreck an Ratten, Mäusen, Meerschweinchen... getestet, einfach, weil es das Prozedere, damit man publiziert wird, und die Bürokratie so vorsehen. Das ist erstens einfach unnötig, weil es kaum wirklichen, anderen Methoden gegenüber überlegenen, Aufschluss bringt, und zweitens selten 1:1 auf den Menschen übertragbar (das wissen die Forscher eh auch selbst, und sagen es intern großteils auch)
Fortsetzung: Ob man auf Tierversuche jemals ganz verzichten wird können, wird sich in weiter Zukunft weisen. Fakt ist aber, dass schon jetzt ein riesengroßer Teil überflüssig ist und dass die Tiere dabei großteils letztklassig behandelt werden. Allein, was die "Lebens"bedingungen der Versuchstiere betrifft, gäbe es ein enormes Verbesserungspotential.
ja, darum soll es ja auch gehen - nicht tests verhindern, sondern die bedingungen verbessern.
getestst wird wenn man neue erkenntnisse erwartet, neue produkte erzeugen will - hier eine schranke die bestimmt was überflüssig ist einzuführen, wird schwierig.
unnötiges stellt die kommission die die versuche bewilligt ja auch jetrzt schon ab.
sie müssen sich nur den ersten satz durchlesen - die untersuchung des triple h an narkotisierten! schweinen, wichtig um menschenleben zu retten, wurde von gewaltsamen tierschützeren verhindert - die drohungen waren damals derart massiv dass abgebrochen werden musste - mitten im versuch, soe war der tod der erten versuchstiere wirklich nutzlos. irgendwer irgendwo wird das eh nachholen.
solche artikel sind daher nicht ernstzunehmen. just zu der zeit entging ein schulbus knapp einer lawine. die verantwortung für jeden toten menschen haben die verhindrer solcher versuche - die nebenbei auch schnitzl und knacwurst essen - perverse menschen.
Ich habe diesen Artikel nicht wegen der Schweine-Versuche verlinkt, sondern weil darin relativ verständlich dargelegt wird, wo die Probleme mit Ethik-Kommissionen liegen. Das ist in diesem Artikel korrekt dargestellt, und insofern ist er dahingehend sehr wohl ernst zu nehmen.
Zu den Schweine-Versuchen ist noch zu sagen, dass, wie sie korrekt schrieben, die Tiere dafür narkotisiert worden waren. Das ist eine Verfälschung des "natürlichen" Lawinen-Todes, und schon insofern wage ich den wissenschaftlichen Wert dieses Experiments zu bezweifeln.
Auch, ob "diese Menschen" "Schnitzel und Knackwurst essen", entzieht sich Ihrere Kenntnis. So etwas ist lediglich polemisch und trägt zur Sachlichkeit einer solchen Diskussion nichts Konstruktives bei.
das beweist doch nur, dass die sicherheit selbst bei primatentests nicht gegeben ist.
anstatt stur ein system zu verteidigen, dass weder sicher noch zeitgemäss ist, sollten alternativmethoden entsprechend mehr finanziell gefördert werden.
was derzeit für ersatzmethoden an mitteln bereitgestellt wird, ist viel zu wenig.
info für deutschland:
http://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/infos/all... suche.html
info für österreich über einen zeitraum von 30 Jahren:
http://www.bmbf.de/de/1040.php
sie können andere menschen nicht zwingen - wenn sich genügend menschen finden die medikamente gern testen ohne dass die jemals an tieren ausprobiert wurden, als beitrag zum tierschutz - niemand wird sie hindern.
wenn ärzte mit anderen methoden medikamente entwickeln - super!
wenn tierschützer spenden und unterstützung für solche projekte locker machen, wird sie niemand hindern.
ich befürchte dass völlige sicherheit nie gegeben ist, mit problemen wird weiterhin zu rechnen sein.
aber ein antreten von verschiedenen ansätzen gegeneinander fände ich hochinteressant. man wird dann sehen was sich durchsetzt, die methode mit oder die ohne tierversuche. mir wär lieber wäre letztere.
mit dem ersten absatz haben sie recht, ich kann niemanden zwingen.
im zweiten absatz sind sie offenbar der meinung, dass alternativmethoden nur durch spenden von tierfreunden finanziert werden sollten?
diese meinung kann ich ganz und gar nicht teilen, erst wenn eine gerechte staatliche mittelaufteilung und damit eine art chancengleichheit stattfände, könnte man ernsthafte vergleiche ziehen.
mir ist voll bewusst, dass die medizin noch einige jahr(zehnt)e tierquälerische forschung betreiben wird, aber ich bin sicher, dass in ferner zukunft unsere nachkommen tierversuche genauso befremdlich finden werden, wie wir heute die menschenversuche des dritten reichs.
na da kann ich auch zustimmen - solang wir nicht das kind mit dem bad ausschütten und ab sofort alle tierversuche verbieten, oder wissenschaftler bedrohen (denken wir an den fall der schweine/lawinenopfer).
ideal wär wenn sich engagierte daran machen und mit den ersatztests beginnen - finanzieren sollen das natürlich nicht ausschliesslich tierschutzvereine - die könnten ein anfangssignal setzen.
geld aufstellen muüssen die unternehmer grossteils selber.
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