Merkel, Hollande und Monti stellen sich vor Euro

29. Juli 2012, 17:31
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Man will "alles zu tun, um die Eurozone zu schützen". Sie visieren die rasche Umsetzung der Gipfelbeschlüsse an

Berlin - Deutschland, Frankreich und Italien haben ihr Engagement für den Erhalt der Eurozone bekräftigt. Am Freitag war Bundeskanzlerin Angela Merkel bei Frankreichs Premier Francois Hollande, am Samstag telefonierte sie mit dem italienischen Regierungschef Mario Monti. Man sei übereingekommen, "alles zu tun, um die Eurozone zu schützen", teilte ein deutscher Regierungssprecher am Sonntag mit. Gemeinsam riefen sie demnach dazu auf, die Beschlüsse des jüngsten EU-Gipfels "rasch" umzusetzen. Monti werde zudem in der zweiten Augusthälfte nach Berlin kommen.

Rasche Umsetzung der Gipfelbeschlüsse

"Sie waren sich einig, dass Deutschland und Italien alles tun werden, um die Eurozone zu schützen", erklärte der stellvertretende Regierungssprecher Georg Streiter am Sonntag.

Beide Politiker seien sich bei dem Telefonat am Samstag auch darüber einig gewesen, dass die Schlussfolgerungen des Europäischen Rates vom 28. und 29. Juni so rasch wie möglich umgesetzt werden müssten. Der EU-Gipfel hatte unter anderem beschlossen, dass Länder mit guter Haushaltsführung von den Rettungsschirmen EFSF und dem geplanten ESM unterstützt werden können - beispielsweise durch den Ankauf von Staatsanleihen.

EZB stützt Währungsunion

Erst am Freitag hatten Merkel und der französische Präsident Francois Hollande eine gleichlautende Erklärung herausgegeben, am Donnerstag hatte EZB-Präsident Mario Draghi die Bereitschaft der Europäischen Zentralbank bekräftigt, "alles Notwendige zum Erhalt des Euro zu tun." Er hatte damit Erwartungen geweckt, dass die EZB erneut zu Gunsten der unter Druck geratenen Länder wie Spanien Staatsanleihen aufkaufen könne. Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble begrüßte Draghis Äußerungen, dagegen erklärte die Deutsche Bundesbank, sie lehne den Aufkauf von Staatsanleihen durch die EZB weiter ab. Die Spitze der Europäischen Zentralbank kommt am Donnerstag zu einer Sitzung zusammen, die auch die Anleger bewegt. Auch das amerikanische EZB-Pendant Fed entscheidet über eine weitere Lockerung der Geldpolitik.

Umstrittene Anleihenkäufe

Die EZB hatte erstmals im Mai 2010 Staatsanleihen schlingernder Euroländer aufgekauft, um die Eurozone zu stützen. Kritiker lehnen ein solches Vorgehen jedoch als eine Art der Staatsfinanzierung ab, die der EZB verboten ist. Zu den Beschlüssen des EU-Gipfels von Ende Juni gehört auch die Möglichkeit eines erleichterten Aufkaufs von Staatsanleihen durch die beiden Euro-Stabilisierungsfonds EFSF und ESM. (APA/Reuters, 29.7.2012)

  • Hollande, Monti und Merkel (von links) bilden das Euro-Triumvirat. Das sich von lat. tres viri ("drei Männer") ableitende Wort bezeichnet drei Personen, die gemeinsame Interessen verbinden.
    foto: epa

    Hollande, Monti und Merkel (von links) bilden das Euro-Triumvirat. Das sich von lat. tres viri ("drei Männer") ableitende Wort bezeichnet drei Personen, die gemeinsame Interessen verbinden.

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