Bisher kein hinreichender Tatverdacht gegen Wulff

29. Juli 2012, 16:11
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Entscheidung über Anklage gegen ehemaligen Bundespräsidenten frühestens im September

München - Im Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff hat die Staatsanwaltschaft Hannover derzeit offenbar keinen hinreichenden Tatverdacht. Das berichtete das Münchner Nachrichtenmagazin "Focus" am Sonntag im Voraus aus seiner neuen Ausgabe. Ein hinreichender Tatverdacht ist Voraussetzung für eine Anklage. Eine Entscheidung darüber, ob Anklage erhoben wird, soll demnach frühestens im September fallen.

Auch im Verfahren gegen Wulffs ehemaligen Sprecher Olaf Glaeseker gebe es zurzeit keinen hinreichenden Tatverdacht. Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt gegen Glaeseker und den Partymanager Manfred Schmidt im Zusammenhang mit Prominententreffs in Hannover.

Gegen Wulff ermittelt die Anklagebehörde wegen des Verdachts der Vorteilsnahme im Zusammenhang mit Urlauben und Hotelaufenthalten in seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident bis Mitte 2010. Für Hotelkosten soll damals der Filmmanager David Groenewold aufgekommen sein, der wiederum damals auch eine millionenschwere Bürgschaft des Landes für seine Projekte erhalten hat. Wulff war im Februar zurückgetreten, nachdem die Justizbehörde die Aufhebung seiner Immunität beantragt hatte. (APA, 29.7.2012)

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