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London - Das frühe Ausscheiden von Ludwig Paischer im Olympiaturnier in London hat auch Sabrina Filzmoser emotional mitgenommen. Zu lange, das weiß sie, darf sie sich damit aber nicht auseinandersetzen. Am Montag steht ihr Wettkampf in der Kategorie bis 57 Kilogramm auf dem Programm. Sich mit den Gegnerinnen beschäftigen und ihr Gewicht beobachten waren die zwei Hauptprogrammpunkte am Tag davor. Essen zählte nicht dazu. "Man muss immer hungrig auf den Sieg sein", sagte die Oberösterreicherin.
In der ExCeL-Arena trifft die gesetzte Filzmoser zunächst auf die Kanadierin Joliane Melancon, anschließend wartet Hortance Diedhiou aus Senegal. "Die Chance lebt auf jeden Fall, ich muss recht zufrieden sein mit dem Pool. Melancon ist keine ungefährliche Gegnerin. Ich habe aber im Kopf abgespeichert, dass ich sie einmal mit einem Feger weggeworfen habe. Deshalb bin ich doch recht optimistisch", sagte die 32-Jährige.
"Respektvoller mit der Auslosung umzugehen"
Trotz allem ist natürlich Vorsicht geboten, das ist etwas, das Filzmoser aus der Erstrundenniederlage vor vier Jahren in Peking mitgenommen hat. "In Peking war ich mir so sicher, dass ich die Gegnerin schlagen kann. Ich habe mir vorgenommen, respektvoller mit der Auslosung umzugehen." Ihr Motto für Montag lautet: Der Weg ist das Ziel. "Es war eine lange Reise, die am Montag zu einem Ende kommt."
Aber noch etwas hat Filzmoser aus den niederschmetternden China-Spielen gelernt. "Wenn ich nach dem Wettkampf dastehe und keine Medaille habe, weiß ich, dass sich die Welt weiterdreht. Dass ich der gleiche Mensch bleibe. Wenn man so wie ich in Peking auf eine Medaille fokussiert ist und dann wird es keine, ist der Boden unter den Füßen weg. Das wird mir nicht mehr passieren. Ich bin jetzt viel lockerer. Und wer am chilligsten im Kopf ist und das alles am besten packt, der gewinnt."
Körperlich sieht Filzmoser alle Kämpferinnen auf einem soliden Wechsel, Hauptkriterium sei, liegt einem eine oder liegt sie einem nicht. "Angstgegnerin habe ich nicht, aber natürlich gibt es welche, die mir nicht so liegen, wenn sie die gleiche Auslage haben oder eine ähnliche Technik. Der größte Gegner bin ich selbst, es kommt darauf an, wie ich mit mir am besten zurechtkomme."
Trainer Udo Quellmalz versucht, Druck von seiner Athletin zu nehmen: "Olympia ist ein Wettkampf wie jeder andere, aber natürlich hängt mehr dran. Man muss versuchen, das auszublenden. Die Gegnerinnen sind die gleichen." Zehn der Teilnehmerinnen können eine Medaille holen, Filzmoser gehört auch dazu. (APA; 29.8.2012)
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