16-Jährige teilweise schneller als Lochte

29. Juli 2012, 13:33
  • Wunderkind Ye Shiwen liest gerne Krimis und schwimmt flotter als Herren.
    foto: apa/epa/kraemer

    Wunderkind Ye Shiwen liest gerne Krimis und schwimmt flotter als Herren.

Auch Michael Phelps auf der vorletzten Länge über 400 m Lagen langsamer als Chinesin Ye Shiwen

Ungewöhnlich, auffällig und überprüfungswürdig, aber physiologisch nicht unmöglich. So nennt der deutsche Molekularbiologe und Dopingexperte Werner Franke das Schauspiel, das die chinesische Schwimmerin Ye Shiwen am Samstag kraulend auf dem Weg zur Goldmedaille über 400 m Lagen bot. Auf der vorletzten Bahn war die 16-Jährige aus Hangzhou 13 Hundertstelsekunden schneller als 45 Minuten zuvor Michael Phelps bei dessen verpatztem Rennen über dieselbe Distanz. Auf den letzten 50 Metern hängte Ye Shiwen virtuell sogar Olympiasieger Ryan Lochte ab - um satte 17 Hundertstel. Über die gesamten 100 Meter gerechnet unterlag sie Lochte nur um drei Hundertstel.

Bei der WM vor einem Jahr in Schanghai, rund 190 Kilometer nordöstlich ihrer Heimatstadt, war Ye Shiwen als Fünfte über die längste Lagendistanz noch sieben Sekunden langsamer gewesen. Der am Samstag von ihr markierte erste Weltrekord einer Dame nach Verbot der Hightech-Anzüge hinterließ Fragen, die die 1,72 Meter große und 64 Kilogramm schwere Athletin einfach beantwortete: "Wir haben von Kindheit an wissenschaftliches Training. Da ist es für mich jetzt nicht mehr sehr schwer." Wie schwer es davor für sie war, beantwortet Ye Shiwen nicht.

Begonnen mit dem Leistungssport hat sie jedenfalls als Sechsjährige daheim in Hangzhou. Schon ein Kindergärtner hatte festgestellt, dass sie wegen ihrer großen Hände ein Talent sein könnte. Nach den Jahren des strikt abgeschirmten Aufbaus ermöglichte ihr Chefcoach Xu Guoyi vor der Heim-WM in Schanghai auch einen Blick in eine andere Welt, ein Training in Australien bei Dennis Cotterell, dem Coach des dreifachen Olympioniken Grant Hackett, der 2008 zurückgetreten ist, aber immer noch die Kurzbahnweltrekorde über 800 und 1500 m Kraul hält.

Xu Guoyi (42) ist für Ye Shiwen die oberste Instanz. "Jetzt bin ich glücklich", sagte sie, nachdem ihr der vergötterte Coach für den Olympiasieg eine Umarmung gegönnt hatte. (Siegfried Lützow, DER STANDARD, 20. Juli 2012)

Teilzeiten auf 100 m Kraul (vorletzte Länge + letzte Länge) bei 400 m Lagen:

(1.) Ryan Lochte USA 58,65 (29,55 + 29,10)
(2.) Thiago Pereira BRA 59,70 (30,36 + 29,34)
(3.) Kosuke Hagino JPN 58,20 (29,68 + 28,52)
(4.) Michael Phelps USA 58,32 (29,88 + 28,44)
(1.) Shiwen Ye CHN 58,68 (29,75 + 28,93)

400 m Lagen, Männer: 1. Ryan Lochte (USA) 4:05,18 Min. - 2. Thiago Pereira (BRA) 4:08,86 - 3. Kosuke Hagino (JPN) 4:08,94 - 4. Michael Phelps (USA) 4:09,28 - 5. Chad le Clos (RSA) 4:12,42 - 6. Yuya Horihata (JPN) 4:13,30 - 7. Thomas Fraser-Holmes (AUS) 4:13,49 - 8. Luca Marin (ITA) 4:14,89

400 m Lagen, Damen: 1. Ye Shiwen (CHN) 4:28,43 Min. (WR) - 2. Elizabeth Beisel (USA) 4:31,27 - 3. Li Xuanxu (CHN) 4:32,91 - 4. Katinka Hosszu (HUN) 4:33,49 - 5. Hannah Miley (GBR) 4:34,17 - 6. Stephanie Rice (AUS) und Caitlin Leverenz (USA) je 4:35,49 - 8. Mireia Belmonte Garcia (ESP) 4:35,62. Weiter, u.a. im Vorlauf out: 23. Jördis Steinegger (AUT) 4:45,80

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 420
1 2 3 4 5 6 7 8 9
bei 1,5 miliarden einwohnern

darf es doch ausnahmetalente geben.... die haben eine riesige auswahl und zu statistiken von postern die sagen "noch nie hat...." naja wer ein sechstel der weltpopulation hat darf auch statistisch ein sechstel der medallien gewinnen .... das die chinesen vor ein paar jahren oder jahrzehnten wenig zugang zu sportstätten oder schlecht ausgerüsstete sportstätten haten bedeutet noch lange nicht das die keine ausnahmetalente bringen dürfen.... ich sag nur bravo für die goldmedallie

"Wir haben von Kindheit an wissenschaftliches Training"

ein Hurra der chinesischen Humanmedizin - die leisten in jeder Disziplin herausragendes!

Dagegen war die DDR garnichts...

so wie es in Österreich ein Skigymnasium gibt,

so haben die Chinesen 1000e Schulen, in denen sich 250.000 Jugendliche Vollzeit auf Spitzensport in den Disziplinen der Sommerolympiade konzentrieren. Der Fokus liegt allerdings viel stärker auf dem Sport, sodaß selbst aus Goldmedaillengewinnern später Hilfsarbeiter werden können: http://www.nytimes.com/2008/06/2... wanted=all

das klassische Doping ist bei den Schwimmern indes vorbei. Anabolika nimmt dort keiner mehr, das sieht man ja. Jeder Triathlet weiß, wie sehr es im Schwimmen auf die Technik ankommt und die beste Fitness Technikmängel nicht ausgleichen kann. Dazu noch gute Gene - ich würde gerne ihre Hand- und Schuhgrößen wissen.

....wie kann sie schneller als ein mann sein ???

....es gelten auch am rand des universums die gleichen naturgesetze !!!

Also......

eine der Amerikanerinnen ist 17 und hat Schuhgröße 46

es gibt Fins, die ungefähr die gleiche Auflagefläche haben wie der Unterschied zwischen schmaler Schuhgröße 38 und breiter 46 ausmacht. Wenn man noch dazu eine extreme Handgröße annimmt, dann ist das wie wenn die junge Dame mit Fins und Paddels schwimmt, dabei aber bloß 50kg zu bewegen hat. 50kg, die dank der typisch weiblichen Fettverteilung eine schon physikalisch bessere Wasserlage ermöglichen. Mich wundert eher, daß die Zeiten der besten Schwimmerinnen nicht schon länger unter denen der Männer liegen.

Schwimmen ist eine Sportart, die Männer Demut lehrt. Vor allem, wenn man erst im fortgeschrittenen Alter einsteigt. Alle Kraft der Welt bringt im Wasser gar nichts, wenn die Technik nicht passt.

.....ja, mag schon sein, mich wird sie sicherlich abhängen

obwohl ich genug masse für auftrieb hätte, folglich müsste ich "zero" kraft fürs oben bleiben aufwenden.....

Aber sie schwam ja auch nicht gegen mich, sondern den besten mann über die selbe strecke !!!

Wenn sie mir sagen, sie hat durch all diese vorteile als "frau" ca. 10% guthaben, dann frage ich mich wo die rest. 10% oder 15% herkammen ???, sie nannte es "wissenschaftliches" training.....dieses wissenschaftliche training machen die amis nur durch ihre "big- bigger" mentalität mehr als wett.....

grüsse

Genau, so einfach ist das. Und frauen sind auch weniger klug als Männer, ist ja auch ein Naturgesetz.
du sexistischer simpleton, du.

....die sind nicht weniger klug, die denken nur komplizierter.

Man kann sich das so vorstellen:

Während männer von A nach B auf der "deutschen" autobahn fahren (mit der gefahr einen unfall zu bauen), nehmen die frauen für das gleiche ziel überlandstrassen und pfade durch weingärten....

nette grüsse

und die beste Fitness Technikmängel

Ja, aber die beste Technik nützt nix, wenn man keine Kraftausdauer hat. dafür gibts bekannte Methoden und Mittelchen. wie oft ist denn diese Wunderdame getestet worden ? bei jenseitigen Leistungen darf man sich als Zuschauer schon seine Gedanken machen.. Ja und das mit den Genen...;) was meint man damit genau? Talent die Technik umzusetzen höherer Hämatokrit, Regenerationsfähigkeit, Physische, psychische Stärke...

warum gilt bei den chinesen stets der generalverdacht? dürfen sie nicht besser sein als die hochgezüchteten amis?

vielleicht hat sie einfach nur steirische saubohnen mit zwiebeln gegessen.

mit dem anschließenden after-burner lässt sich so mancher Rekord pulverisieren.

Und wenn sie sich ein Bein (Huf?) bricht, wird sie noch auf der Bahn eingeschläfert.

muss sie nicht, sie ist ein roboter...

Welch unnötige Aufregung!

Das gute Mädchen hat eben Kräfte gespart und hat beim Kraulen noch viele Reserven gehabt ... während die Männer schon vorher ziemlich viel gegeben haben und sich eher mit letzter Kraft ins Ziel "geschleppt" haben. Das Mädchen war über die ganze Distanz 23 Sekunden langsamer, entspricht ca. 8%, durchaus normal.
Liegt nur an der Einteilung des Rennen .... würden die nur 100m Kraulen so würde sie um viele Sekunden hintnachschwimmen.

Noch nie

bei Großereignissen war eine Frau auf irgendeiner Teilstrecke schneller als der Mann, der gewonnen hat. Die durchschnittszeit auf den letzten 100 Kraul von 400 Lagen oder Kraul der ersten drei bei den Damen liegt bei über 1:02. Sie ist 58 geschwommen. Sagt wohl alles......

Und was noch nie war, darf auch niemals sein, basta.

irgendwie

fallen einem bei den chinesischen wunderleistungen im sport halt schon auch die kratchvilovas und co aus dem ehemaligen ostblock ein, die damals teilweise offensichtlich staatlich organisiert aufgepumpt waren...

oder all die radlfahrer aus dem noch immer vorhandenen westblock ;-)

eh.

die udssr ddr etc. habens halt damals schon noch augenscheinlicher und offensichtlicher und für damalige verhältnisse organisierter betrieben...

So schade es ist..

..aber etliche OS-Disziplinen sind (wie ja auch die Tour de France) hauptsächlich eine Leistungsschau der Pharmaindustrie.

Wenn das wenigstens zugegeben würde, hätte ich viel weniger Schwierigkeiten mit der Anerkennung dieser Leistungen.

Mahlzeit

Womit die wohl gefüttert wurde?

niemand krault so schnell wie ich.

fragen's meinen hund.

interessant ist, dass chinesen hauptsächlich auf langstrecken erfolgreich sind. auf kurzstrecken haben sie nicht so viel erfolg.

als ob sie einen turbo aktivieren könnten! muß mal bei la roche nachfragen, wann die testreihen endlich in europa anfangen!

die Chinesen holen wie die amerikaner auf allen Strecken Medaillen-erst gestern wieder zu sehen.

Posting 1 bis 25 von 420
1 2 3 4 5 6 7 8 9

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.