Deutscher von Dingos schwer verletzt

29. Juli 2012, 12:49
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Auf Fraser-Insel eingeschlafen - Von zwei Tieren angefallen

Sydney - Zwei Dingos haben einen deutschen Touristen an der Ostküste Australiens angefallen und schwer verletzt. Die Wildhunde bissen dem 23-Jährigen in Kopf, Arme und Beine, wie die Zeitung "Brisbane Times" am Sonntag berichtete. Der Angriff geschah Samstag früh (Ortszeit) auf der Sandinsel Fraser im Bundesstaat Queensland. Zunächst war lediglich von einem einzelnen Dingo die Rede gewesen.

Wie die Nationalparkverwaltung mitteilte, hatte der 23-Jährige seinen Campingplatz verlassen und die Orientierung verloren. Er sei dann alleine auf einem Pfad eingeschlafen.

Der junge Mann wurde mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus auf dem Festland geflogen. "Sein Zustand ist stabil", sagte ein Sprecher der örtlichen Gesundheitsbehörde. Er werde nicht allzu lange im Krankenhaus bleiben müssen. Über die genaue Identität und Herkunft des Deutschen konnte er nichts sagen.

"Wilde Tiere"

"Dieser Vorfall dient als Mahnung, dass Dingos wilde Tiere sind und als solche behandelt werden müssen", sagte der örtliche Chef der Nationalparkverwaltung, Ross Belcher. Er rief dazu auf, die Wildhund-Warnungen zu beachten. So sollen die Tiere auf keinen Fall gefüttert werden. Nach dem Angriff auf den Deutschen verstärkten Ranger ihre Patrouillen auf Fraser, der größten Sandinsel der Welt. Sie liegt rund 1.000 Kilometer nördlich von Sydney.

Der Deutsche sei möglicherweise nicht vorsichtig genug gewesen, meinte die Naturschutzorganisation Fido. "Es klingt so, als ob er etwas unverantwortlich war", sagte Sprecher John Sinclair nach einem Bericht der Nachrichtenagentur AAP. Die Insel-Besucher sollten Spazierstöcke dabei haben, um sich vor möglichen Dingo-Angriffen zu schützen. Außerdem sollten Touristen immer in Gruppen oder zumindest zu zweit unterwegs sein. "Die Besucher müssen Verantwortung für sich selbst übernehmen und sich darüber im Klaren sein, dass Dingos Raubtiere und nicht Haushunde sind."

Tiere werden nicht getötet

Trotz des Angriffs soll keines der Tiere getötet werden. Der 23-Jährige habe die beiden Dingos nicht genau beschreiben können, teilte das Nationalpark-Ministerium mit.

Auf der Insel Fraser wurde 2001 ein Neunjähriger von zwei Dingos getötet. Sein zwei Jahre jüngerer Bruder wurde verletzt. Mehrere Tiere wurden danach erschossen. 1980 starb in Zentral-Australien ein wenige Wochen altes Mädchen, nachdem ein Wildhund es während eines Campingurlaubs aus dem Zelt seiner Eltern verschleppt hatte. Die Polizei hatte zunächst die Mutter für den Tod des Babys verantwortlich gemacht. Sie kam wegen Mordes ins Gefängnis, wurde aber später freigesprochen. Das endgültige Urteil in dem spektakulären Fall fiel erst im vergangenen Juni.

Die etwa schäferhundgroßen Dingos gehören in Australien nicht zu den einheimischen Tieren wie Kängurus oder Koalas. Nach Erkenntnissen von Wissenschaftern sind die sandfarbenen Vierbeiner vor rund 3.500 bis 4.000 Jahren entweder von Ureinwohnern oder Seeleuten aus Südostasien eingeführt worden. (APA, 29.7.2012)

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    Dingos sind Raubtiere und keine Haushunde.

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