Schlager und Chen in dritter Runde, Liu und Qiangbing out

  • Schweres Los für Werner Schlager in der nächsten Runde: "Ich muss riskieren, sonst sieht es 
düster aus."
    foto: ap/ sergei grits

    Schweres Los für Werner Schlager in der nächsten Runde: "Ich muss riskieren, sonst sieht es düster aus."

  • Gegen Kim Kyung-ah auf verlorenem Posten: Liu Jia.
    foto: apa/fohringer

    Gegen Kim Kyung-ah auf verlorenem Posten: Liu Jia.

  • Starke Leistung gegen Kasumi  Ishikawa, am Ende doch verloren: Li Qiangbing.
    foto: apa/fohringer

    Starke Leistung gegen Kasumi Ishikawa, am Ende doch verloren: Li Qiangbing.

Niederösterreicher nun gegen Vize-Weltmeister Wang Hao - Schlechtestes Einzel-Abschneiden im Zeichen der fünf Ringe für Liu Jia

London - Die Österreicherinnen Liu Jia und Li Qiangbing sind am Sonntagabend in der dritten Runde des olympischen Tischtennis-Einzels ausgeschieden. Liu Lia unterlag der als Nummer drei gesetzten Südkoreanerin Kim Kyung-ah im Duell um den Einzug ins Achtelfinale 1:4 (-8,6,-4,-5,-9) und musste damit ihr schlechtestes Einzel-Abschneiden im Zeichen der fünf Ringe akzeptieren. 2000 in Sydney, 2004 in Athen und 2008 in Peking war sie jeweils ins Achtelfinale gekommen. Li Qiangbing unterlag nach Zweisatzführung noch 2:4 (11,10,-7,-10,-8,-5) gegen die als Nummer vier gesetzte Japanerin Kasumi Ishikawa. Nach dem verpassten Einzug ins Achtelfinale geht es für Li mit Liu Jia und Amelie Solja am Freitag im Team-Achtelfinale gegen Hongkong weiter.

Siege für Chen Weixing und Werner Schlager

Chen Weixing und Werner Schlager haben am Nachmittag nach Erstrunden-Freilosen ihre Auftakt-Partien gewonnen. Chen hatte zunächst gegen den Ukrainer Olexander Diduch 4:0 (7,5,6,7) gewonnen, Schlager sich danach gegen den Italiener Mihai Bobocica 4:2 (-10,5,-9,8,12,10) durchgesetzt.

Schlager hatte gehofft, gegen den gebürtigen Rumänen mit seiner Basisleistung auszukommen, musste dann aber mehr aufbieten. "Er hat sich mehr weiterentwickelt, als ich gedacht habe. Er spielt taktisch gut, auf einem technisch hohen Niveau, und er hat meist eine gute Antwort gehabt", meinte Schlager. "Er hat immer ein Schäuferl nachgelegt, ich musste das Maximale aus mir herausholen." Daraus entwickelte sich eine schön anzusehende Partie.

Den ersten Satz hat Schlager nach Auslassen eines Satzballs noch verloren, nach dem Ausgeich ging Bobocica erneut in Führung. Als der Niederösterreicher in Satz vier nach einer 7:3-Führung nur noch 7:6 vorangelegen ist, nahm ÖTTV-Bundestrainer Ferenc Karsai ein wichtiges Time-out. "Wenn Werner diesen Satz verloren hätte, wäre es eng geworden", sagte der Coach. Schlager glich aber aus, stellte danach auf 3:2, verlor dann allerdings wieder etwas den Faden.

Mit einem 3:9 in Satz sechs konfrontiert, riss sich der 39-Jährige noch einmal am Riemen. Auf einen siebenten Satz wollte es der Weltmeister 2003 doch nicht ankommen lassen. Nach dem Aufholen auf 6:9 kassierte Schlager von der Schiedsrichterin eine Verwarnung, da er den Ball mit dem Fuß gegaberlt hatte. "Das hat aber Bobocica mehr als mich herausgebracht", erklärte das ÖTTV-Ass. Der Italiener machte nur noch einen Punkt. "Ich bin sehr happy mit meiner Leistung", betonte Schlager.

Übermächtiger Gegner für Schlager

Der nächste Gegner am Montag ab 14.00 Uhr MESZ hat es mit dem als Nummer zwei gesetzten Wang Hao aber in sich. Der Chinese ist Olympia-Zweiter von 2004 und 2008 sowie aktueller Vize-Weltmeister. "Ich muss riskieren, sonst sieht es düster aus." Karsai sieht das ähnlich: "Werner muss mutig spielen und probieren, was er hat. Er hat das Repertoire und kann mehr als viele andere. Er muss es nur abrufen und alles mobilisieren, vielleicht kann er dann eine Überraschung schaffen."

Schlager kann seine Chancen auch realistisch einschätzen, sieht sie im einstelligen Prozentbereich. "Ich muss schon in den ersten beiden Sätzen zeigen, dass ich da bin." Gegen den ehemaligen Kollegen bei SVS NÖ hat der 39-Jährige lange nicht gespielt, seine ÖTTV-Mannschaftspartner Robert Gardos und Chen Weixing aber schon. Schlager holte sich Tipps. Schlager: "Er hat einen ziemlichen Vorhandschwinger. Ich darf mich nicht zurückdrängen lassen, muss am Tisch dagegenhalten."

Chen wiederum hatte mit Diduch wenig Mühe. "Der Sieg ist normal, ich habe ja gut trainiert", nahm Chen seinen Erfolg als Selbstverständlichkeit. Bis Mitte Juli hatte er sich mit Chinas Nationalteam vorbereitet, sozusagen mit den Weltbesten. Der nächste Gegner ist am Montag ab 12.00 Uhr MESZ Adrien Mattenet (14), Chen sieht gute Chancen gegen ihn. "Es wird ein offenes Spiel." Im Viertelfinale des Europa-Top-12 im Februar in Villeurbanne hat Chen gegen den Franzosen 4:2 gewonnen. (APA, 29.7.2012)

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