Moskau verteidigt Offensive syrischer Armee

28. Juli 2012, 22:10
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Lawrow wirft Westen Anheizen des Konfliktes vor - Kein Asyl für Assad

Moskau - Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat die Offensive der syrische Armee gegen in der nördlichen Handelsmetropole Aleppo verschanzte Rebellen verteidigt. "Wie kann man erwarten, dass in einer solchen Lage die Regierung einfach aufgibt und sagt: Das war's, ich hatte unrecht, los stürzt mich, Regimewechsel! Da ist doch unrealistisch", sagte Lawrow der Agentur Interfax zufolge am Samstag.

Bei einem Treffen mit seinem japanischen Amtskollegen Koichiro Gemba warf Lawrow dem Westen vor, den bewaffneten Widerstand gegen Syriens Präsidenten Bashar al-Assad anzuheizen. "Der Preis all dessen ist immer mehr Blut", sagte Lawrow.

Kein Asyl

Lawrow wies Spekulationen über mögliches Asyl für den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad zurück. Man "denke nicht einmal daran", dies zu gewähren, erklärte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Samstag in Moskau.

Es sei sinnlos, über Assads Schicksal zu diskutieren, bevor nicht die Syrer miteinander verhandelten, hatte Lawrow bereits Anfang des Monats begründet. Erst kürzlich hatte ein Sprecher des Außenministeriums Spekulationen um Exil von Assad in Russland als einen "Witz" bezeichnet. Zuvor hatten schon länger Berichte kursiert, Assads Ehefrau Asmaa sei in das verbündete Russland geflohen.

Hollande will Russland und China überzeugen

Der französische Präsident Francois Hollande erklärte unterdessen, er wolle erneut versuchen, Russland und China von einem härteren Vorgehen gegen das Assad-Regime zu überzeugen. "Ich werde noch einmal an Russland und China appellieren, damit sie erkennen, dass Chaos und Bürgerkrieg drohen, wenn Bashar al-Assad nicht bald gestoppt wird", so Hollande am Rande eines Besuches der kleinen südwestfranzösischen Stadt Monlezun.

"Das Regime von Bashar al-Assad weiß, dass es zum Scheitern verurteilt ist und wird deshalb bis ans Ende mit Gewalt vorgehen", betonte Hollande. Der UNO-Sicherheitsrat müsse deshalb nun so schnell wie möglich eingreifen. Wegen Widerstands aus China und Russland sind bisher alle Versuche gescheitert, im Sicherheitsrat weltweit gültige Strafmaßnahmen zu beschließen. (APA, 28.7.2012)

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