Lochte übermächtig, Phelps ohne Medaille

28. Juli 2012, 22:43
  •  Ryan Lochte setzt den Rhythmus.
    foto: apa/epa/walton

    Ryan Lochte setzt den Rhythmus.

27-jähriger US-Amerikaner holt über 400 m Lagen Gold, der große Rivale wird nur Vierter - Famoser Weltrekord der Chinesin Ye

London - Weltmeister Ryan Lochte hat zum ersten Mal zugeschlagen. Der 27-jährige US-Amerikaner schlug am Samstag bei den Sommerspielen in London über 400 m Lagen nach 4:05,18 Minuten an und gewann sein insgesamt viertes Olympiagold. Silber ging an den Brasilianer Thiago Pereira in 4:08,86 Minuten vor dem Japaner Kosuke Hagino in 4:08,94. Das avisierte erste Gigantenduell mit Rekord-Olympiasieger Michael Phelps, fiel ins Wasser - der 14-malige Olympiasieger konnte in den Kampf um Edelmetall nicht eingreifen und musste sich in 4:09,28 Minuten mit Rang vier begnügen. Er hätte als erster Schwimmer dreimal in Folge Gold auf derselben Strecke gewinnen können.

Schon im Vorlauf verblüffte Phelps die Beobachter, als er Acht-Schnellster den Einzug in den Endlauf fast verpasst hätte. Genau das war dem ungarischen Europameister Laszlo Cseh passiert, der sich verpokerte und als Vorlauf-Neunter ausschied. Im Finale  konnte Phelps zwar noch etwas zulegen, die erste olympische Niederlage seit dem 16. August 2004 in Athen konnte der achtfache Champion der Spiele von Peking 2008 jedoch nicht abwenden.

Phelps scheint seine Form von Peking nicht mehr erreichen zu können. "Es ist richtig frustrierend, so zu starten. Es regt mich gewaltig auf. Auf den letzten hundert Metern konnte ich nicht mehr", sagte er. Am Sonntag könnte ihm Kosuke Kitajima die Show stehlen: Der Japaner kann seinerseits über 100 m Brust seinen goldenen Olympia-Hattrick schaffen.

Über 400 Meter Freistil bestätigte Doppel-Weltmeister Sun Yang seine Favoritenrolle: Er schlug nach 3:40,14 Minuten vor dem Peking-Olympiasieger Park Tae Hwan aus Südkorea (3:42,06), der nach dem Vorlauf zwischenzeitlich wegen angeblichem Frühstart disqualifiziert worden war, und dem US-Amerikaner Peter Vanderkaay (3:44,69) an. Sun, der erste chinesische Schwimm-Olympiasieger, verpasste damit nur um sieben Hundertstelsekunden den Weltrekord des Deutschen Paul Biedermann, der als Vorlauf-13. in schwachen 3:48,50 Minuten das Finale verpasst hatte. Sun wird es verschmerzen: "Es ist ein Traum wahr geworden", freute sich der weinende Sieger.

Und auch der erste Weltrekord ging nach China. Die 16-jährige Ye Shiwen war über über 400 m Lagen in 4:28,43 Minuten sagenhafte 1,02 Sekunden schneller als die Australierin Stephanie Rice bei ihrem Olympiasieg 2008 in Peking. Zugleich war es der erste Langbahn-Weltrekord bei den Frauen seit dem Verbot der Schwimm-Anzüge Anfang 2010. Ye zog in der Kraul-Lage unwiderstehlich an der bis dahin führenden Weltmeisterin Elizabeth Beisel aus den USA vorbei, die sich in 4:31,27 Minuten mit Platz zwei begnügen musste. Dritte wurde Yes Landsfrau Li Xuanxu (4:32,91).

Zum Abschluss des ersten Tages in der Schwimm-Arena schnappte das australische 4x100-m-Freistil-Quartett der Frauen dem großen Favoriten Niederlande um die Weltjahresbeste Ranomi Kromowodjojo. Gold  weggeschnappt. Das Quartett Alicia Coutts, Cate Campbell, Brittany Elmslie und Melanie Schlanger war in 3:33,15 Minuten nicht zu schlagen und verwies den Titelverteidiger um 64 Hundertstelsekunden (3:33,79) auf Platz zwei. Die Niederländerinnen hatten zuletzt bei den Weltmeisterschaften 2009 und 2011 triumphiert. Bronze ging an die USA in 3:34,24 Minuten. (sid/red, 28.7. 2012)

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Phelps

es ist so wie bei den boxern.
es kommen die ersten erfolge, erste titel...dann das geld.
manche werden dann ruhiger, vom wohlstand verweichlicht, fett, müde, handzahm, verlieren den biss!

phelps hat seine alte form verloren?
soll er halt doppelt so stark dopen oder rechtzeitig abtreten.

GO FOR IT, RYAN!!!!

Da lachte Lochte!

Jukic geht leider garnicht als co-kommentatorin!

Jukic?

seitwann hat die einen versorgungsposten ergattert?
der ORF nimmt aber auch fast jeden ex-sportler unter vetrag.

RYAN GO FOR IT!!!!!

Der Name "Ye Shiwen" dürfte ein Pseudonym sein!

Vermutlich handelt es sich bei ihr um die bestens bekannte D.O.Ping.

Apropos Phelps:
Ich kann mich erinnern, dass die Schispringer während Olympia in keiner Fernsehwerbung auftauchen durften (da war bei der Bankenwerbung nur Goldi zu sehen), da die Athleten während der Spiele "reamateurisiert" werden. Extrem scheinheilig, ich weiß.
Die Phelps-Werbungen laufen jetzt aber weiter. Zumindest bei uns in Österreich.

das hatte sicher einen anderen Grund, weil es den Amateurstatus bei Olympia seit den 90ern nicht mehr gibt

Sie müssen zwei Dinge unterscheiden:
1) Spätestens seit 1988, als z. B. die besten Tennisspieler (die ja vorhin als die Ausgeburt des Professionalismus galten) teilnehmen durften, sind diverse Amateurparagrahen gefallen. Das ist klar.
2) Was aber die Zeit der Spiele betrifft, werden die Sportler offenbar immer noch reamateurisiert. Es ist die Frage, wie weit diese "Reamateurisierung" geht. Dass bei Olympia nicht geworben werden darf, ist klar (schon alleine deshalb, wie "Madame Maxime" richtig anmerkt, um nicht den eigenen Sponsoren in die Quere zu kommen). Dass dies aber auch für Spots fern des olympischen Geschehens (siehe mein Beispiel mit den Schispringern) gelten soll, war mir zumindest damals (2010) neu.

Aber das nicht geworben werden darf stimmt weiterhin... Deshalb auch die ganzen Anzüge ohne Werbelogos, Herstellerlogos dürfen auch nur eine bestimme Größe haben (bspw. bei Skibrillen: Ist ihnen schon mal aufgefallen, dass bei Olympia alle andere Brillenbänder verwenden, weil bei den Originalen die Schrift zu groß ist?) und noch 1000 weitere bescheuerte Bestimmungen... Allerdings, und damit haben sie recht, ist die Begründung nicht mehr (nur) der Amateurstatus sonder die Markenexklusivität für die OS-Sponsoren.

Do Ping

du musst wohl der lustige sein, in deiner familie. weiter so.

Die Chinesen sind im Freistil den anderen technisch haushoch ueberlegen. Doping mag ich nicht hoeren, vor allem wenn die technische Ueberlegenheit offensichtich ist. Ye Shiwen und Sun Yang kraulen einfach um Klassen besser, das sieht auch der Laie.

der Laie sieht den Geschwindigkeitsunterschied, aber nicht einmal Experte kann einen technischen Unterschied ausmachen, schon gar nicht bei den Bildern

also ich bin laie

und ich sehs nicht. was heißt das jetzt ?

machen sie's wie ich...

machen sie den laien einfach beim humbug-institut nach... ;-)

Ich denke, das ursprüngliche Posting war sarkastisch gemeint ;)

Dann sind Sie noch nicht qualifiziert für den Laien.

Flashig!

Gut dass Phelps die Eröffnungsfeier ausgelassen hat, so war er ausgeruht und konnte sich diesen 4. Platz erkämpfen.

Wird wohl nix aus dem großen Duell dieser Spiele!

Schade, ich hätt mich darauf gefreut. Kann mir nicht vorstellen, dass Phelps nach der heutigen Leistung zurückschlagen kann. Einen so einen schlechten Tag gibt es auf diesem Niveau nicht - das kann nur schlechte Form sein.

Weltmeister

Wir sind der Doppingweltmeister. Schon den Bernhard Kohl vergessen. Er wurde von Fischer empfangen und Werbeposter mit Kohl haben halb Wien gepflastert. Einfach peinlich, in Sport wie in Politik. Korrupt von oben bis unten!

Gemäß Forenregeln muss man zum Thema posten.
Doping könnte man wegen der Chinesin vielleicht noch durchgehen lassen, aber was das mit Bernhard Kohl zu tun hat...
Ein bisserl wirr sozusagen Ihr Statement.

Die Frage wäre eher:
Wie viele Dopingtests hat die Chinesen heuer schon abgeliefert?
Wo ist sie angetreten?
Welche Zeiten hatte sie da?

Warum weiß ich das nicht ?

Kommen ja alle Sieger aus USA ode Russland etc...
Langsam denken! Gottseidank gibt es keine DDR mehr.
Staatsdoping ist gefragt, undv keiner wird die erwischen!!

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