Lochte übermächtig, Phelps ohne Medaille

  •  Ryan Lochte setzt den Rhythmus.
    foto: apa/epa/walton

    Ryan Lochte setzt den Rhythmus.

27-jähriger US-Amerikaner holt über 400 m Lagen Gold, der große Rivale wird nur Vierter - Famoser Weltrekord der Chinesin Ye

London - Weltmeister Ryan Lochte hat zum ersten Mal zugeschlagen. Der 27-jährige US-Amerikaner schlug am Samstag bei den Sommerspielen in London über 400 m Lagen nach 4:05,18 Minuten an und gewann sein insgesamt viertes Olympiagold. Silber ging an den Brasilianer Thiago Pereira in 4:08,86 Minuten vor dem Japaner Kosuke Hagino in 4:08,94. Das avisierte erste Gigantenduell mit Rekord-Olympiasieger Michael Phelps, fiel ins Wasser - der 14-malige Olympiasieger konnte in den Kampf um Edelmetall nicht eingreifen und musste sich in 4:09,28 Minuten mit Rang vier begnügen. Er hätte als erster Schwimmer dreimal in Folge Gold auf derselben Strecke gewinnen können.

Schon im Vorlauf verblüffte Phelps die Beobachter, als er Acht-Schnellster den Einzug in den Endlauf fast verpasst hätte. Genau das war dem ungarischen Europameister Laszlo Cseh passiert, der sich verpokerte und als Vorlauf-Neunter ausschied. Im Finale  konnte Phelps zwar noch etwas zulegen, die erste olympische Niederlage seit dem 16. August 2004 in Athen konnte der achtfache Champion der Spiele von Peking 2008 jedoch nicht abwenden.

Phelps scheint seine Form von Peking nicht mehr erreichen zu können. "Es ist richtig frustrierend, so zu starten. Es regt mich gewaltig auf. Auf den letzten hundert Metern konnte ich nicht mehr", sagte er. Am Sonntag könnte ihm Kosuke Kitajima die Show stehlen: Der Japaner kann seinerseits über 100 m Brust seinen goldenen Olympia-Hattrick schaffen.

Über 400 Meter Freistil bestätigte Doppel-Weltmeister Sun Yang seine Favoritenrolle: Er schlug nach 3:40,14 Minuten vor dem Peking-Olympiasieger Park Tae Hwan aus Südkorea (3:42,06), der nach dem Vorlauf zwischenzeitlich wegen angeblichem Frühstart disqualifiziert worden war, und dem US-Amerikaner Peter Vanderkaay (3:44,69) an. Sun, der erste chinesische Schwimm-Olympiasieger, verpasste damit nur um sieben Hundertstelsekunden den Weltrekord des Deutschen Paul Biedermann, der als Vorlauf-13. in schwachen 3:48,50 Minuten das Finale verpasst hatte. Sun wird es verschmerzen: "Es ist ein Traum wahr geworden", freute sich der weinende Sieger.

Und auch der erste Weltrekord ging nach China. Die 16-jährige Ye Shiwen war über über 400 m Lagen in 4:28,43 Minuten sagenhafte 1,02 Sekunden schneller als die Australierin Stephanie Rice bei ihrem Olympiasieg 2008 in Peking. Zugleich war es der erste Langbahn-Weltrekord bei den Frauen seit dem Verbot der Schwimm-Anzüge Anfang 2010. Ye zog in der Kraul-Lage unwiderstehlich an der bis dahin führenden Weltmeisterin Elizabeth Beisel aus den USA vorbei, die sich in 4:31,27 Minuten mit Platz zwei begnügen musste. Dritte wurde Yes Landsfrau Li Xuanxu (4:32,91).

Zum Abschluss des ersten Tages in der Schwimm-Arena schnappte das australische 4x100-m-Freistil-Quartett der Frauen dem großen Favoriten Niederlande um die Weltjahresbeste Ranomi Kromowodjojo. Gold  weggeschnappt. Das Quartett Alicia Coutts, Cate Campbell, Brittany Elmslie und Melanie Schlanger war in 3:33,15 Minuten nicht zu schlagen und verwies den Titelverteidiger um 64 Hundertstelsekunden (3:33,79) auf Platz zwei. Die Niederländerinnen hatten zuletzt bei den Weltmeisterschaften 2009 und 2011 triumphiert. Bronze ging an die USA in 3:34,24 Minuten. (sid/red, 28.7. 2012)

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