Oldie Winokurow überraschend zu Gold

28. Juli 2012, 19:54
  • Oldie but Goldie.
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    Oldie but Goldie.

  • Machen Sie was Typisches, Herr Sieger...
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    Machen Sie was Typisches, Herr Sieger...

Kasache setzt sich vor seinem Fluchtgefährten Uran aus Kolumbien durch. Bronze an den Norweger Kristoff. Österreicher und Cavendish im Feld

London - Der Kasache Alexander Winokurow hat sich am Samstag bei den Olympischen Spielen in London Gold im Straßenrennen der Herren geholt. Der 38-Jährige setzte sich zwölf Jahre nach seinem zweiten Platz in Sydney im Sprint nach 250 Kilometern vor seinem Fluchtgefährten Rigoberto Uran aus Kolumbien durch. Der Norweger Alexaner Kristoff sicherte sich im Sprint einer größeren Verfolgergruppe knapp zehn Sekunden dahinter Bronze.  Den Sprint des Hauptfeldes entschied der Deutsche Andre Greipel vor dem Belgier Tom Boonen für sich - allerdings nur um Platz 26. Winokurow hatte bereits 2000 in Sydney hinter dem Deutschen Jan Ullrich Silber gewonnen.

Die Österreicher Bernhard Eisel und Daniel Schorn kamen wie der britische Weltmeister und Topfavorit Mark Cavendish mit dem Feld mit rund 40 Sekunden Rückstand ins Ziel und landeten nicht unter den besten 30.

Das favorisierte Team aus Großbritannien schaffte es  nicht, das Feld zusammenzuhalten und für seinen Sprintstar Mark Cavendish die Bühne zu bereiten. Viele der bis zu einer Million Zuschauer an der Strecke waren in Erwartung eines heimischen Erfolgs gekommen. Der Druck für die Briten war groß, Prince Charles hatte seinen Landsleuten zusammen mit Frau Camilla noch an der Startlinie Glückwünsche mit auf den Weg gegeben. Cavendish sollte mit dem ersten Gold die Olympiaeuphorie entfachen. Selbst Tour-Sieger Bradley Wiggins wollte sich für den Sprinterkönig, den er als "schnellsten Mann der Welt" bezeichnete, ins Zeug legen.

Fehlende Übersicht?

Das Peloton zu kontrollieren und Ausreißer in Schach zu halten, erwies sich letztlich als zu große Herausforderung. Besonders auf dem 15,5 Kilometer langen Rundkurs über den Box Hill wurde das Tempo immer wieder erhöht und Unruhe ins Feld gebracht. Auch der nicht gestattete Funkverkehr mit den sportlichen Leitern, sonst Standard in allen Radrennen, stellte diese beiden Teams besonders auf die Probe. Das Tempodiktat wurde später gänzlich von den Briten übernommen, die in einer Art Mannschaftszeitfahren den Rhythmus des Feldes bestimmten.

Eine Reihe starker Nationen hatte bereits zu Beginn Fahrer in Ausreißergruppen platziert, die sich schon in der ersten Rennhälfte gebildet hatten. Sehr aktiv zeigten sich die Australier, aber auch der Belgier Philippe Gilbert oder der italienische Tour-Dritte Vincenzo Nibali bestimmten lange das Geschehen mit. Bereits 15 km vor dem Ziel war der Schweizer Zeitfahr-Olympiasieger Fabian Cancellara in einer Kurve zu Sturz gekommen.

Gut 50 km vor dem Ziel versuchte es Gilbert dann allein, wurde aber von einer nachfolgenden Gruppe gestellt, aus der Winokurow mit Uran den entscheidenden Angriff riskierte, den niemand konterte. Winokurow war 2007 wegen Fremdblutdopings bei der Tour de France gesperrt worden, schon zuvor war der Kasache, Vuelta-Sieger von 2006 und Gewinner von vier Tour-Etappen, mehrmals unter Dopingverdacht gestanden ("Das Kapitel liegt hinter mir. Es ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt, nach Doping zu fragen. Ich war für zwei Jahre gesperrt. Der Radsport hat viel gegen Doping unternommen. Wir sind auf dem richtigen Weg".).

Im Feld ist er nicht besonders beliebt. "Über viele andere hätte ich mich mehr gefreut", versicherte Eisel. "Ich glaube, das war jetzt ein würdiger Abschluss seiner Karriere." Kurz nach seinem Triumph kündigte der kasachische Radprofi dann auch tatsächlich seinen Ruhestand an. Er werde zwar noch beim olympischen Zeitfahren am Mittwoch antreten, aber nur noch, um seine "Beine zu lockern", sagte der 38-Jährige. Anschließend werde er seine Karriere beenden.

Österreicher im Feld, Eisel verletzt

Die Österreicher spielten in der Entscheidung keine Rolle. Eisel hatte sich Mitte des Rennens einige Zeit an der Spitze des Hauptfeldes bei seinem Sky-Teamkollegen Cavendish aufgehalten, am Ende reichte es allerdings nur zu Rang 35. "Die Form hat gepasst, im Sprint wäre etwas gegangen", meinte der 31-jährige Steirer, der sich bei einem Zwischenfall unterwegs an der Hand verletzt hatte. "Dann um so einen Platz zu sprinten, damit kann man nicht wirklich zufrieden sein."

Daniel Schorn stellte sich bei seinem Olympia-Debüt in den Dienst des ÖOC-Kapitäns. Der Salzburger kam nach 249,5 km wie Eisel mit dem größten Teil des Feldes als 80. ins Ziel. "Es war extrem schnell", meinte Schorn.

Eisel selbst hätte sich von seinen vermutlich letzten Spielen mehr erhofft. "Spaß hat das heute keinen gemacht", gestand der neunfache Tour-Teilnehmer. Schon nach zehn Kilometern hatte er sich im Rad eines Konkurrenten an der Hand aufgeschürft, weil ihn ein britischer Fan mit einer Fahne getroffen hatte. Bis zu eine Million Menschen an der Strecke machten das Rennen zu einem Erlebnis. "Ich bin schon in Alpe d'Huez Bergzeitfahren gefahren. Aber diese Stimmung war eine neue Dimension", sagte der Österreicher. "

Am Mittwoch steht das Einzelzeitfahren auf dem Programm, dort ist Wiggins der Favorit. Der erste britische Tour-Sieger erntete im Ziel auf der Mall vor dem Buckingham Palace den meisten Applaus - obwohl er die Linie erst als 102. überfuhr. (APA/sid/red, 28.07.2012)

Ergebnis Straßenrennen Herren (250 km): 1. Alexander Winokurow (KAZ) 5:45:57 Stunden - 2. Rigoberto Uran (COL) gl. Zeit - 3. Alexander Kristoff (NOR) + 8 Sek. - 4. Taylor Phinney (USA) - 5. Sergey Lagutin (UZB) - 6. Stuart O'Grady (AUS) - 7. Jurgen Roelandts (BEL) - 8. Gregory Rast (SUI) - 9. Jack Bauer (NZL) - 10. Lars Boom (NED) alle gl. Zeit. Weiter: 28. Mark Cavendish (GBR) 40 - 35. Bernhard Eisel (AUT) - 80. Daniel Schorn (AUT) alle gl. Zeit

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dramatisch & sensationell verlief das Strassenrennen
zu Olympia 1960 in Rom ,wo Viktor Kapitonov in einer Hitzeschlacht den ital.Favoriten bezwang , obwohl er schon in der vorletzten Runde irrtümlich einen kräfteraubenden Zielsprint hinlegte
http://www.cycling4fans.de/index.php?id=2676

der "Böse Blick " von Camilla hat dem armen Mark Cavendish die Energie geraubt
http://www.zimbio.com/Camilla+P... ctures/pro
hätt er weggesehen , hätte er gewonnen LoL

die meisten ars++++++++ posten im radsport; Mann seid ihr peinlich !!!

Es war ein cleverer Sieg von Vino, anerkennt das - dazu braucht man kein Doping; aber vermutlich habt ihr das Rennen gar nicht gesehen ;

er ist ein verurteilter doping betrüger. mehr muss man nicht dazu sagen.

"dazu braucht man kein Doping"

Aber nein doch. Er wurde auch noch niemals überführt.
Ich frage mich nur wo er diesmal den Fake-Urin gebunkert hatte.

der gute hat

eben den besten chemiker im team

ein überführter Doper wird Olympiasieger!
warum ist Armstrong nicht mitgefahren,der hätte das auch hinbekommen, der ist schliesslich die Mutter aller Doper.

Fuentes hatte nach eigenen Angaben 60 % Fußballer als Kunden. Warum werden die nicht überführt (Ronaldo, Ramos etc etc)??

Da in Spanien Doping während der Nacht gesetzlich verboten ist. Das macht es schwerer jemanden zu erwischen. Real und Barcelona sind so ziemlich die wichtigsten Werbeträger für Spanien.
Österreich würde auch nicht den gesamten ÖSV durchleuchten, da der Werbewert einfach zu groß ist.

Doping im Fussball. Einfach grauslich: http://www.spiegel.de/sport/fus... 88953.html
http://web.apotheker.at/Internet%... enDocument http://www.zeit.de/sport/201... ng-fussbal

Wann werden im Fußballsport endlich glaubwürdige Dopingkontrollen eingeführt??

Sie haben bestimmt auch mal irgendwo nen Bleistift mitgehen lassen. Warum sind Sie nicht noch immer im Knast?

Einige Zeit Sperre und Geldstrafen mit Titelaberkennung ist doch in Ordnung. Wenn der Sportler danach sauber bleibt (heißt ja nicht, daß er nie mehr kontrolliert wird), dann ist das ganze doch okay so. Ich glaube, beim Radln wird mit am meisten kontrolliert.

Ich glaube, beim Radln wird mit am meisten kontrolliert.

Das wird wohl stimmen, nur wer entscheidet wer positiv ist ?
Solange sich die Verbände selber kontrollieren, wird es nicht besser. Sky war bei der TdF einfach "zu" stark...

wenn ich solche idiotenposts lese, dann frag ich mich schon...

legen wir es auf andere sportarten um:
torraub, rote karte: lebenslange sperre
sprint, frühstart: lebenslange sperre

oder reales leben:
schnellfahren: lebenslanger führerscheinentzug
beamtenbeleidigung: lebenslange einweisung in eine anstalt
idiotenposts verfassen: lebenslanges computerverbot

Mehr gibt's zu dem Trauerspielnicht zu sagen.

Doper

Wie konnte der notorische Doper überhaupt bei den Olympischen Sielen teilnehmen. Mit dem olympischen Gedanken hat der doch nun wirklich gar nichts am Hut. Die Goldmedaille hätte ich dem erst nach Abschluss tiefgehender Dopinguntersuchungen bis auf weiteres ausgehändigt.

der hat seine Strafe abgesessen wie andere auch !

Wie erwartet war es mit 4 Fahrern (Cav musste sich ja schonen) nicht moeglich ein Rennen uebr 260km zu kontrollieren. Wenn dann noch 9 Huegeln zum attackieren dazukommen gibts dann halt ne Gruppe mit 34 Mann vorne.

Mmn hat sichs UK komplett versaut indem sie angekuendigen alles auf Cav zu setzen. Ein Millar aus ner Gruppe waere auch gefaehrlich gewesen. So haben sie sich halt die Hilfe beim Nachfuehren verhaut.

Chapeau Vino.

Wino ist ein alter Fuchs, ein Kämpfer. Danke Wino für die vielen tollen Rennen !!!!

alter Doper wäre richtig gewesen.

Interessant, dass sowohl die Briten als auch die Deutschen taktisch komplett versagt haben.
Olympische Radrennen sind eben anders.

eben ohne ohrenfunk viel interessanter und fuer ueberraschungen anfaellig.

sollte man auch bei den tours wieder ohne ohrfunk fahren

ohne ohrenfunk

und das naechste Mal ohne Schaltung. Das TV hat sich ja auch um 60erjahre Niveau bemueht und keine Abstaende eingeblendet

was hat das eine mit dem anderen zu tun?
mit ihrem argument könnte ich genauso gut elektromotoren für die rennräder fordern, da es technisch einen fortschritt gegenüber den rädern aus den 50iger jahren darstellt, sportlich natürlich sinnlos.
aus sportlicher sicht wäre ein verbot des ohrenfunks definitiv zu begrüßen, da es taktische entscheidungen wieder vom team/begleittroß hin zu den einzelnen fahrern delegieren würde (wo sie aus meiner sicht auch hingehören)

jetzt gerade wieder Cipollini,

Amstrong gestuerzt u. ihre Koleginnen radeln weiter, statt das Feld abzubremsen, ist doch Unfug u. vorgestrig

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