Wiesberger gewinnt die Austrian Open

  • Wiesberger in den Fußstapfen von Markus Brier.
    foto: apa/pessenlehner

    Wiesberger in den Fußstapfen von Markus Brier.

Burgenländer holt sich auf der Schlussrunde noch den Sieg in Atzenbrugg und damit seinen zweiten Tour-Erfolg

Atzenbrugg - Bernd Wiesberger hat als zweiter Österreicher nach Markus Brier die Österreichischen Golf Open gewonnen. Der als Dritter in die Schlussrunde gegangene Burgenländer setzte sich am Samstag bei den mit 1 Million Euro dotierten Lyoness Open in Atzenbrugg nach einer sensationellen Aufholjagd mit einem Gesamtscore von 269 (19 Schläge unter Par) noch souverän mit drei Schlägen Vorsprung auf das Duo Thomas Levet (FRA) und Shane Lowry (IRL) durch und holte gleichzeitig seinen zweiten Sieg auf der Europa-Tour.

Erst vor drei Monaten hatte der 26-jährige Burgenländer in Südkorea mit der Ballantines Championship seinen ersten Tour-Sieg gefeiert und dabei gleich ein ganz großes Event gewonnen. Dieser "Durchbruchsieg" hat das sportliche Leben von Österreichs bestem Golfer völlig verändert und auch die Tür in die USA geöffnet.

Nach einigen eher schwächeren Ergebnisse war er aber dennoch nicht als Favorit zum großen Heimturnier nach Niederösterreich gekommen. Umso beeindruckender war, wie der Oberwarter am Ende triumphierte und dank des Siegerschecks von 166.660 Euro seinen Jahresverdienst auf 654.984 Euro schraubte. Als erster Österreicher hat Wiesberger damit zwei PGA-Turniere in einem Jahr gewonnen.

Konstant gut

Während "Altmeister" Brier, zuletzt 2006 im Fontana GC heimischer Open-Sieger, wie so viele andere Österreicher 2012 schon am Cut scheiterte, war Wiesberger nach konstanten Spitzenrunden als Dritter in die Schlussrunde des Turniers im Diamond Country Club gegangen, das heuer wegen Olympia schon von Mittwoch bis Samstag gespielt wurde. Bei drückender Hitze gab der Burgenländer von Beginn an Gas, machte ständig Druck auf die vor ihm liegenden Spieler und erlaubte sich bei gleich acht Birdies selbst nur einen einzigen Schlagverlust.

Sechs Schlaggewinne gelangen dem sensationell spielenden Österreicher alleine auf seinen letzten neun Löchern. Damit entnervte er auch den bis fast zum Schluss fehlerlos spielenden Leader Thorbjörn Olesen aus Dänemark, der auf den letzten Löchern völlig einbrach und am Ende nur Fünfter wurde.

Nach einem Birdie auf der 15. Bahn stand erstmals die eins für Wiesberger auf dem Scoreboard. Währen Olesen da erstmals patzte, ging der Österreicher schlaggleich mit Levet auf die letzten drei Löcher. Schon auf der 16 sicherte er sich mit einem weiteren "Vogerl" die alleinige Führung, weil Levets langer Birdieputt sein Ziel um Millimeter verfehlte.

Der Baum zum Glück

Ab da kam Wiesberger auch noch das Glück des Tüchtigen zu Hilfe, als auf der 17 ein verzogener Drive von einem Baum zurück auf das Fairway sprang. Nach einem sicheren Par ging der Österreicher bereits mit zwei Schlägen Vorsprung zum letzten Abschlag. Den verzog er zwar, aus dem Semirough meisterte er aber auch den letzten Nerventest mit einem Grünschuss souverän und lochte anschließend zum Jubel der gut 5.000 Zuschauer (12.000 kamen insgesamt) aus gut sechs Metern auch den letzten Putt zum Birdie.

Das löste sogar bei Wiesberger fassungsloses Kopfschütteln und einen dankbaren Blick zum Himmel aus. Denn dieser Sieg hat ihn nicht nur im Race to Dubai weit nach vorne katapultiert, sondern wohl nun auch fix zu seinem ersten Major, der PGA-Championship, gebracht. Schon kommende Woche teet Wiesberger beim WGC-Event in Akron/Ohio erstmals auf der US-Tour auf.

Schon bevor der letzte Flight fertig war, fiel Wiesberger seiner Freundin Claudia und allen anderen Familienmitgliedern in die Arme. "Fantastisch. Der erste Sieg in Korea war schon schön. Aber diesen Sieg vor Heimpublikum kann wohl nur noch ein Major toppen", zeigte sich Wiesberger bei der Siegerehrung emotional. "Ich bin sehr stolz, dass ich als zweiter Österreicher die heimischen Open gewinnen konnte", sagte der Burgenländer, als er die mit 2.000 Diamanten gespickte "Diamond Trophy" übernahm. (APA, 28.07.2012)

Endstand der Lyoness Austrian Golf Open in Atzenbrugg (European Tour, 1 Mio. Euro, Par 72):

1. Bernd Wiesberger (AUT) 269 Schläge (71/66/67/65) - 2. Schane Lowry (IRL) 272 (70/68/68/66) und Thomas Levet (FRA) 272 (65/70/69/68) - 4. Rikard Karlberg (SWE) 273 (70/67/66/70) - 5. Thorbjörn Olesen (DEN) 274 (64/68/68/74) - 6. Chris Doak (GBR) 275 (73/66/68/68) und Benjamin Herbert (FRA) 275 (72/68/64/71) - 8. Scott Jamieson (GBR) 276 (71/67/70/68) und Richard Bland (GBR) 276 (69/67/68/72) - 10. Pablo Larrazabal (ESP) 277 (64/76/68/69) und Emiliano Grillo (ARG) 277 (70/68/69/70). Weiter: 40. Roland Steiner (AUT) 285 (74/71/71/69) - 49. Lukas Nemecz (AUT/Am) 286 (75/70/72/69) - 64. Manuel Trappel (AUT/Am) 292 (73/72/72/75) - 69. Christoph Pfau (AUT) 297 (71/73/75/78)

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Golf

wäre ich nochmals jung würde ich golf spielen und versuchen profi zu werden.
der 'sport' ist einfach und angenehm, manche profis tragen sogar einen richtigen wampen vor sich her. die geldpreise sind immer ausgesprochen hoch dotiert und man darf in den besten luxushotels gratis übernachten als spieler.

als besserer spieler kommt man so auch noch gratis in der welt herum.

auch das verletzungsrisiko ist äusserst gering.

Wäre ICH nochmals jung...

...würde ich auf alle anderen Sportarten verzichten und ganz früh mit Golf beginnen, und trotzdem wäre es mehr als fraglich, ob das Können für eine Profi-Golf-Karriere reicht.
Golf ist der bei weitem schwierigste Sport, den ich betrieben habe (und bei den anderen war ich gar ich nicht so übel).
Jeder der tatsächlich glaubt, Golf (als Sport betrieben) sei nicht anstrengend, sollte es einfach mal versuchen und sich dann wieder melden.

Ein kleiner Tipp...

...spielen Sie einmal eine 18-Loch Runde (aber nicht auf Facebook..;-) und melden sich dann wieder...

Kein Problem

Mit dem golfmobil fährt es sich angenehm.

Wenn sie bereits 92 sind schaut sie vielleicht niemand schief an wenn sie mit dem Cart über den Platz fahren.

Aber auch ohne Cart ist golf nicht anstrengend!

18 Löcher spielen und gehen ist grundsätzlich nicht anstrengend, außer bei extremer Hitze, die es bei Turnieren in den USA aber oft gibt. So viel trainieren, dass man das wirklich gut kann, ist aber sehr anstrengend. Wer das nicht glaubt, soll einfach einmal uingefähr 200 Bälle auf der Range schlagen, und zwar nicht mit den Armen, sondern mit einem Schwung mit dem ganzen Körper, wie sich's g'hört. Das ist ca die Hälfte von dem, was ein Profi außerhalb eines Turniers am Tag trainiert, und zwar zusätzlich zu allgemeinem Training wie ein paar Kilometer laufen und eine Stunde im Fitnesscenter.
Die Preigelder sind natürlich aberwitzig im Vergleich zu dem, was normale Leute verdienen, aber das ist eben show business, wie jeder Profisport.

Ich weiß sehr wohl,

dass ein Profi viel trainiert. Ich selbst bin Golfer. Ich spiele viel Golf und trainiere auch einiges. Dennoch verspüre totzdem nur sehr selten das Gefühl von Anstrengung, eben nur bei sehr heißem Wetter. Das ist jedoch in Österreich nicht so oft. So komme ich zu meiner These, dass Golf nicht anstrengend ist.

Als Profi

müssen sie gehen, wobei auch das nicht sonderlich anstrengend ist.... ;)

Na da hat wer Ahnung

In Sachen Fitness:
http://www.youtube.com/watch?fea... iU9mrhxg0Q

Ansehen und staunen. Golf durchlebt wie jeder Sport gerade die Revolution hin zu absolutem Top Level im Bereich Fitness.
Die Wampe ist übrigens beim Gewichtheben auch "egal-notwendig", sind diese deshalb keine Sportler in ihren Augen?

Und in Sachen Verletzungen:
8-G werden während des Golfschwunges vom Körper kreiert. Fragen sie mal ihre Bandscheiben und ZAG-Gelenke was sie davon halten - und schätzen sie mal wie viele Profigolfer genau damit ihre Probleme haben!
AUf Schulter und Ellbogenverletzungen möchte ich jetzt gar nicht näher eingehen - sind wie bei jeder Wurfsportart stark vertreten.

finde nur ich die relationen pervers??!

die nummer einhundertirgendwas der golfweltrangliste gewinnt in einem halben jahr 700t.
ich versuche, jugendlichen zurück in ein normales leben zu verhelfen und verdiene in meinem ganzen arbeitsleben kaum mehr....

angenommen, die 60.000€ im monat sind netto, da im ausland verdient. davon gehen 15% des verdienstes an den caddy, nebst dem grundgehalt, das auch bei nicht geschafftem cut zu bazahlen ist. dann sind die flüge zu den versch. destinationen für zwei zu bezahlen nebst den hotelkosten für zwei. das heißt fast 30 tage im monat im hotel. dann gibt es noch höchstbezahlte trainer, die ebenfalls bezahlt werden müssen. glauben sie mir, die meisten golfer über 100 in der weltrangliste, die wie brier keinen sponsor haben, verdienen nicht viel mehr als sie.
und dass golf so hoch dotiert ist beruht auf der tatsache, dass dieser sport in den usa und immer mehr in europa eine der meist gesehenen sportarten überhaupt ist.

Das ist mir neu

Seit wann hat ein Brier keinen Sponsor????

sorry, sie haben recht. wollte schreiben: alle, die im gegensatz zu brier keinen sponsor haben,....

Naja, aber sind sie unter den 100 besten ihrer zunft weltweit? Nein? Darum keine x EUR im jahr. Aber ich ken das, mir geht es genauso.

1. können sie gar nicht wissen, wie gut die Dame /der Herr ist
2. Gibt es Berufe, die bedeutend wichtiger sind als Sportler, wo aber selbst die besten nicht mal annähernd soviel verdienen.
Komisch ist das wirklich, wofür die Firmen ihr Geld hergeben. Vor allem, wenn man bedenkt, dass es sich bei der Austrian Open ja nicht gerade um ein großes Turnier handelt.
Noch ne kleine Info am Rande : Wiesbergers "Stundenlohn" für die vier Runden (je ca. 5h) : 8333 €....find ich nicht schlecht

ad1: deshalb ein fragezeichen am ende des satzes.
ad2: wer definiert, was wichtig ist im leben. und bzgl. dem studenlohn: setzen sie noch die fixausgaben daneben und es bleibt schon nicht mehr so viel über (siehe posting weiter oben)
weiters: wäre man unter den 100 besten der welt (wer auch immer von uns in welchem beruf auch immer) würden wir auch von 5stelligen zumindest tagessätzen leben. das ist nun mal so.

Ich

persönlich finde, dass ein Rettungsanitäter wichtiger ist als ein Golfer. Leben retten ist wohl wichtiger als Ball einlochen. Da können sie mir nicht widersprechen. Aber selbst der beste Sanitäter der Welt verdient nicht 700 000 im Jahr. Und da kann ich nocht etliche weitere Berufe aufzählen, wo man nie und nimmer dieses Gehalt hat.
Das mit dem Stundenlohn war eher lustig gemeint. Aber sooo hohe Fixkosten hat man dann auch nicht, wenn man bedenkt, dass die ja alle Sponsoren haben.....

Ich

persönlich finde, dass ein Rettungsanitäter wichtiger ist als ein Golfer. Leben retten ist wohl wichtiger als Ball einlochen. Da können sie mir nicht widersprechen. Aber selbst der beste Sanitäter der Welt verdient nicht 700 000 im Jahr. Und da kann ich nocht etliche weitere Berufe aufzählen, wo man nie und nimmer dieses Gehalt hat.
Das mit dem Stundenlohn war eher lustig gemeint. Aber sooo hohe Fixkosten hat man dann auch nicht, wenn man bedenkt, dass die ja alle Sponsoren haben.....

naja. ich gehör da wohl schon zu den eher besseren.

wenn ich mir anschau, bei welchen kindern da kollegen kapitulieren.... und von der ausbildung bin ich weit drüber.
aber das ist nicht so sehr mein einwand. es geht mir mehr um die relevanz unserer beider tätigkeiten für die gesellschaft. jeder gschrapp, den ich stabilisier, erspart der kommune ein erkleckliches sümmchen.
einen ball sinnlos durch die gegend dreschen.... und ja, natürlich gilt derselbe einwand auch für andere bälle, kugeln, pfeile etc, etc

naja, einer der Besten Ihrer Zunft...?

...wenn Sie Ihre "Schützlinge" als Gschrappen bezeichnen?
Ich melde hier mal leise Bedenken an...

Das soll allerdings nicht heißen, dass ich Ihren vorher geäusserten Argumenten gegenüber Sportlergehältern versus "Otto-Normalverdienst" nachvollziehen kann bzw. die Sinnhaftigkeit dessen nicht auch in Frage stellen würde.

MfG
Skye

??!

häää??
gschrappen ist ein nicht unüblicher -wenn auch flapsiger- begriff für kinder.
was daran meine inkompetenz zeigen soll, erschließt sich mir nicht.
(würde ihnen teutsche mädels und kammerrraden besser gefallen?!)

Jetzt schießen Sie aber ein wenig...

...übers Ziel, Meister.
"Godwins law" einsetzen ist vielleicht schick, man sollte aber auch wissen, wann man es einsetzt.

Ach ja: lesen hilft.

vielleicht sollten sie einmal überlegen ihre gschrappen mit sport welcher art auch immer zu stabilisieren. Als sozialarbeiter im weitesten sinn haben sie ja von anfang an gewußt, dass sie keine häuser verdienen werden.
Die ausbildung ist für mich kein argument, es sei denn, sie hätten diese auf eigene kosten und nicht im rahmen der staatlichen angebote gemacht. Sie können mir glauben, dass auch ein golfer ordentlich in seine ausbildung investiert hat, er riskiert auf die pappn zu fallen, wenn er keinen erfolg hat, steht ohne irgendetwas da, sie können wenigstens im öffentlichen gesundheitssystem unterschlüpfen-ebenfalls flapsig definiert.

zu dem unsinn hab ich weiter unten schon stellung bezogen.

lesen hilft....

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