Unwetterwarnung: Evakuierungen um St. Lorenzen

28. Juli 2012, 15:57
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100 Personen mussten im Schwarzenbachtal zum Teil wiederholt Häuser verlassen

Graz - Im obersteirischen Unwetterzentrum um Trieben und St. Lorenzen richteten sich am Samstag vermehrt bange Blicke auf die Wetterprognosekarten: Für die nächsten Stunden waren Gewitter und Niederschläge von bis zu 30 Millimeter pro Quadratmeter angekündigt. Inzwischen wurden Teile des Schwarzenbachtals neuerlich evakuiert - 100 Personen fanden Unterschluft bei Verwandten und Bekannten.

Aufgrund eines Gutachtens dreier Geologen, das die Situation als murengefährlich einschätzte, wurden Samstagmittag die Evakuierungen vorgenommen. Für einige der Betroffenen war es bereits zum wiederholten Mal, dass sie ihre Häuser verlassen mussten. Laut Kurt Kalcher, Leiter des Katastrophenschutzreferats des Landes, betrug somit die aktuelle Zahl der Evakuierten im Schwarzenbachtal und in St. Lorenzen 250: "Damit sind wir auf der sicheren Seite. Jetzt müssen wir abwarten."

Mittlerweile sind alle Keller ausgepumpt und geräumt worden - "sie sind quasi besenrein", so Kalcher. Nach wie vor befinden sich aber 400 Einsatzkräfte von Bundesheer und Freiwilligen Feuerwehren in der Region, allerdings sei der Einsatz laut Kalcher "ein bisserl zurückgenommen worden", um den Leuten nach vielen Stunden schwerer Arbeit eine Regenerationszeit zu gönnen.

Gespannte Lage bis Sonntagnachmittag

Die Prognosemodelle der ZAMG, die nichts Gutes verheißen, erwiesen sich bis Samstagnachmittag als richtig: Erste Gewitter wurden aus dem oberen Ennstal und dem Ausseer Land gemeldet, die Zugrichtung der lokalen Gewitterzellen sei aber schwer genau vorherzusagen, so Meteorologe Hannes Rieder von der ZAMG.

In der ersten Nachhälfte sei dann eher eine ruhigere Phase zu erwarten, wohingegen die zweite Nachthälfte und der Sonntagvormittag wieder kritisch werden dürften: "Die Kaltfront bringt kräftige Gewitter und Niederschläge bis zu 30 Millimeter." Diese Front, die auch Hagel mitführt, wird dann am Nachmittag im Süden, also auch im Grazer Raum, erwartet.

Am Montag geht es dann regnerisch mit allerdings geringen Mengen weiter, am Dienstag stabilisiert sich das Wetter - eine Entspannungsphase, die bis Freitagmittag dauern sollte. (APA, 28.7.2012)

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