Der Duft der Gamer

Während Klatschmedien gerne mit Klischees spielen, dreht ein Parfum-Hersteller nun den Spieß um

Erinnern Sie sich noch an die letztjährige Gamescom? Vielleicht waren Sie ja selbst vor Ort oder haben den einen oder anderen Artikel im Netz darüber gelesen. Oder Sie haben wie hunderttausende Fernsehende und empörte Spieler auch den Beitrag von RTL Explosiv über das Wesen der Gamer gesehen. Gespickt mit pauschalen Verunglimpfungen wie "Computerspieler riechen manchmal schlecht", hatte der Beitrag im deutschsprachigen Raum nach einer Woche Unterhaltung für mehr Wirbel gesorgt, als die virtuellen Stars der Messe selbst.

Mega-Mans Flacon

Weshalb ich gerade jetzt darauf zurückkomme? Nun, wie meine werten Kollegen aus der Branche, stecke ich tief in den Vorbereitungen zur nächsten Gamescom Mitte August. Als ich gerade dabei war, meinen Terminkalender zu füllen, stieß ich auf eine Meldung über Videospiel-Parfums. Der Hersteller Epic-Scents und das japanische Studio Capcom arbeiten an Flacons basierend auf Gaming-Helden wie Mega Man oder Protoman. "Wir sagen nicht, dass das der Geruch vom Metallroboter Mega Man ist, aber das ist der Duft, der ihn verkörpert", erklärte Epic-Scents Projektleiter Jim Kavanaugh im Rahmen der vergangenen Comic-Con gegenüber Polygon.

Im Fall von Mega-Mans Parfum "Cool Rush" heißt das blumige Rezept: Reinheit (eine tropische Brise), Männlichkeit (ein wenig Moschus) und Mut (etwas Zitrusaroma).

Wir riechen alle schlecht

Aber werden Parfums, die speziell auf Gamer abzielen, RTLs Hygenesorgen wenigstens für dieses Jahr vertreiben können? Natürlich nicht, denn gegen den menschlichen Gestank bei Massenansammlungen ist kein Kraut und auch kein Flieder gewachsen. Ich hatte das Glück, bereits einige Messen besuchen zu dürfen und kann festhalten, dass der wahrgenommene Geruch weniger mit dem Thema, als mit der Besucherdichte zu tun hat. Und die Gamescom bricht hier alle erwünschten und unerwünschten Rekorde. 230.000 Besucher stürmten letztes Jahr die Hallen. Für manche Spiele muss man sich stundenlang anstellen und die Temperaturen im August tragen alles dazu bei, Gäste wie Aussteller zum Schwitzen zu bringen. Also nein, auch Duftbomben werden nicht helfen, die Energie einer Menschenflut zu kalmieren. Ich hoffe nur, dass sich die Industrie und Fans dieses Jahr nicht mehr mit "explosionsartigen" Klischeekanonen herumschlagen müssen. (Zsolt Wilhelm, derStandard.at, 28.7.2012)

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