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Die Buhlschaft Birgit Minichmayr bei der Eröffnung der "Salzburger Festspiele".
Staatstragend wie eh und je wurden am Samstag die Salzburger Festspiele eröffnet - trotz neuer Intendanz präsentierte sich der Koloss der heimischen Kulturszene im altbekannten Gewand. Die Frage ist, ob man so ein Ereignis anders gestalten kann - die gefühlten zwanzig Minuten, in denen Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler alles begrüßt, was Rang und Namen hat, sind wahrscheinlich eine mühselige Notwendigkeit.
Dass der ORF mit der publikumsfreundlichen Gestaltung dieses Staatsakts seine liebe Not haben muss, ist verständlich. Trotzdem hatte das Landesstudio Salzburg nicht nur ein "neues Festspielgesicht" angekündigt, sondern auch eine "etwas andere Live-Übertragung". "Etwas anders" trifft es: Die Impressionen des schönen Salzburgerlands sind einerseits eine vielleicht gar kitschige Tourismuswerbung, andererseits erinnern sie den Zuschauer daran, dass es sich hier um Fernsehen handelt, nicht um Radio mit Bild.
Das neue ORF-Festspielgesicht war eine erkennbar bemühte, gut vorbereitete und in ihrer Nervosität sympathische Sarah Marisa Gruber, der man kleine Patzer verzeiht. Dass man bei der Festspieleröffnung nicht allzu kritisch an Neointendant Alexander Pereira herantritt, ist klar, doch Grubers Frage, ob Salzburg der "Olymp der Kultur" sei, ist etwas zu dick aufgetragen.
Wirkliches Highlight der sonst behäbigen Veranstaltung war der Festredner Peter von Matt: Mit einer sehr klugen, angenehm unpolitischen Rede, die ohne erhobenen Zeigefinger auskam, brachte der Germanist das Publikum zum Schmunzeln. Dass dieses Jahr die Festspiele den Redner aussuchten und nicht die Landesregierung, hat sich also ausgezahlt. (Barbara Wallner, DER STANDARD, 28.7.2012)
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