Manxman und das Märchen auf der Mall

27. Juli 2012, 17:52
  • Zum vierten Mal en suite gewann Cavendish in Paris. Jetzt geht's um eine 
Premiere.
    foto: ap/ laurent rebours

    Zum vierten Mal en suite gewann Cavendish in Paris. Jetzt geht's um eine Premiere.

Radprofi Mark Cavendish ist die erste Goldhoffnung der Gastgeber. Der beste Sprinter tritt am Samstag bestens unterstützt im Straßenrennen an. Mit Bernhard Eisel und Daniel Schorn machen sich auch zwei Österreicher auf

London - Knapp eine Woche nach seinem Triumph auf der Champs-Elysees zum Abschluss der Tour de France soll Mark Cavendish auf der Mall vor dem Buckingham Palace für Großbritannien zur ersten Goldmedaille der dritten Spiele in London sprinten. Hunderttausende Besucher werden zum Finish erwartet, die gesamte Strecke, obwohl größtenteils außerhalb Londons durch die Grafschaft Surrey führend, wird von Menschenmassen gesäumt sein.

250 Kilometer sind nach dem Start auf der Mall zu absolvieren. Und obwohl in den North Downs bei den Anstiegen zum Box Hill neunmal 150 Höhenmeter auf jeweils 2,8 Kilometern zu bewältigen sind, gilt sie als Eldorado für die ganz schnellen Herren der Szene und also vor allem für Cavendish, den Weltmeister.

Der Druck, der auf dem Mann aus Douglas, Isle of Man, lastet, ist ebenso enorm wie die Unterstützung, auf die der 27-Jährige zählen kann. Mit Tour-Sieger Bradley Wiggins, dessen in Frankreich zweitplatziertem Adjutanten Christopher Froome und Routinier David Millar stellen sich drei der weltbesten Zeitfahrer ganz in den Dienst des 23-maligen Etappensiegers der Tour de France. Dazu kommt der britische Meister Ian Stannard. "Wir könnten in keiner besseren Position sein. Wir haben ein Dreamteam am Start", sagte Cavendish.

Als dessen aussichtsreichster Herausforderer gilt neben dem Slowaken Peter Sagan sowie dem australischen Vizeweltmeister Matthew Goss der Deutsche Andre Greipel. Der 30-jährige Rostocker gewann bei der Tour wie Cavendish drei Etappen, hat aber mit Sicherheit das schwächere Team an seiner Seite.

Beide hoffen, dass das Feld bis zum angepeilten Königssprint zusammenbleibt. Die Kontrolle des Rennens wird wohl den Briten obliegen, die Spanier zum Beispiel, die ohne den verletzten Titelverteidiger Samuel Sanchez auszukommen haben, müssen auf den Erfolg eines Flüchtlings hoffen.

Bernhard Eisel wäre es recht, sollte er eine gute Fluchtgruppe erwischen. Die Stärke des Steirers liegt aber im Sprint. Dort traut sich der 31-Jährige, der vom Salzburger Daniel Schorn (23) unterstützt wird, einen Platz unter den besten zehn zu, aber nie Gold, "wenn Cavendish in den Sprint kommt". Eisel kennt sich aus, er pflegt ja die Antritte des Manxman beim Team Sky zu managen. (lü, DER STANDARD, 28.7.2012)

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15 Postings
ein bisserl vorgestrig,

ohne Radioline, naechstes Mal ohne Schaltung ?

Spricht der ORF-Kommentator doch tatsächlich von einer "Spritzengruppe"... OMG!

Hab ich mich also doch nicht verhört!
Subversiver Staatsfunk, hehe.

Bei 260km und 9 mal 5% Steigung glaub ich nicht an nen Sprint.

I hate to say I told you so.

Box Hill ist nicht besonders lang, im Schnitt mit 3.8% nicht besonders steil (obwohl kurz mal 12%) und es geht danach 40km flach ins Ziel. Würde mich überraschen, sollte eine Gruppe durchkommen.

??

Sky zieht ab, haben ja 10 Maxeln o. mehr im Feld

mit dem team kommt der cav drüber - müsste imho vom rennverlauf schon komisch rennen, dass der cav da nicht dabei ist.
andererseits bin ich in peking auch komplett daneben gelegen mit meinem tipp...

Yip. Was ich allerdings schade finde. Hätte lieber eine Strecke im Design eines Frühjahrsklassiker (so in etwa wie das Amstel Gold Race) gehabt. Meiner Meinung nach, holen sich auf solchen Kursen "komplettere" Fahrer den Sieg. Aber hier hat man wohl einen Kurs auf Cav maßgeschneidert.

das kann ich mir nur schwer vorstellen. zuschlag der spiele war 2003, cav gibts seit 2005

Musste beim Zuschlag bereits die genaue Streckenführung bekanntgegeben werden? Das wiederum kann ich mir nicht vorstellen.

die exakte streckenführung vielleicht nicht, aber die wesentlichen eckpunkte doch. und da gehörte sicher auch "ziel mitten in london" dazu. damit geht sich snowdonia oder der "rest and be thankful - pass" schon nicht mehr aus

Nunja, wenn die Briten die ganzen 200km im Wind bleiben und sich die Deutschen ausruhen können … Hoffentlich schafft es der Gorilla, denn Cav hat genug gesiegt und Sagan dieses Jahr das Grüne in Paris getragen. Würds ihm gönnen.

Um Cav vorzeitig abzuhängen müssten sich die anderen Teams schon sehr einig sein und in der Schlussphase mit ständigen, abwechselnden Attacken die Briten aus der Reserve locken. Aber die Wahrscheinlichkeit ist halt sehr hoch, dass das Feld geschlossen auf die Zielgerade kommt - und wenn The Manx Missile zündet gehts für die Konkurrenz höchstwahrscheinlich nur mehr um Silber...

Also ich würd Cav nen Heimsieg mehr gönnen, er hätte es definitiv verdient.

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