Menschliche Zähne sind so robust wie die von Haien

28. Juli 2012, 17:55
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Untersuchung zeigt: Unser Zahnschmelz wird durch winzige Strukturen gehärtet

Essen - Die Beißkraft mal außer Acht gelassen - aber in Sachen Robustheit können es die Zähne von Menschen ohne weiteres mit denen von Haien aufnehmen. Zu diesem überraschenden Ergebnis kamen Forscher um Matthias Epple von der Universität Duisburg-Essen (UDE) und des Max-Planck-Instituts für Eisenforschung (MPIE). 

Die Forscher untersuchten die Zähne von zwei Hai-Arten mit unterschiedlichem Fressverhalten, dem Kurzflossen-Mako und dem Tigerhai, mittels Rasterelektronenmikroskop und Röntgenbeugung. Obwohl der Mako das Fleisch seiner Beute reißt und der Tigerhai es schneidet, ist der chemische und kristalline Aufbau ihrer Zähne nahezu identisch, stellten Epple und seine Kollegen fest. Im Inneren ist elastisches Dentin, das Äußere ist hochmineralisiert - und das betreffende Mineral, Fluorapatit, ist sehr hart.

Härte und Anzahl

Menschlicher Zahnschmelz besteht aus einem etwas weicheren Mineral, dem Hydroxylapatit. Dass der menschliche Zahn dennoch genauso robust ist wie der des Raubfischs, liegt nach Angaben der Forscher an der besonderen Mikro- und Nanostruktur unserer Zähne.

In einem Punkt sind die wurzellosen Haizähne gegenüber den menschlichen Zähnen aber weit im Vorteil: Bei ihnen handelt es sich eigentlich um Sonderformen der Placoidschuppen, die den gesamten Körper des Hais bedecken. Und diese Zähne, die im sogenannten Revolvergebiss der Haie in mehreren Reihen hintereinander liegen, wachsen laufend nach. Manche Haie können im Lauf ihres Lebens zehntausende Zähne aufbrauchen. (APA/red, derStandard.at, 28. 7. 2012)

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