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Washington/Wien - Die Lage der US-Konjunktur trübt sich ein. Im zweiten Quartal legte die Wirtschaftsleistung (BIP) nur um 1,5 Prozent zu, teilte das Handelsministerium am Freitag mit. Im Vorquartal hatte es noch ein Plus von zwei Prozent gegeben, Ende 2011 gar 4,1 Prozent. Der Konsum, der fast drei Viertel der US-Wirtschaftstätigkeit ausmacht, stieg nur um 1,5 Prozentpunkte - der schwächste Wert seit einem Jahr. Die Arbeitslosigkeit blieb den 40. Monat in Folge über der Marke von acht Prozent.
Die einstige Wachstumslok der Weltwirtschaft hat sich noch immer nicht von der großen Rezession zwischen 2007 und 2009 erholt. Über die genauen Ursachen für die Schwäche der US-Wirtschaft und was die Regierung tun müsste, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln, darüber divergieren die Meinungen der Ökonomen.
Für den österreichischen Wirtschaftsforscher Stephan Schulmeister sind es die Eurokrise und das gedämpfte Wachstum in den Schwellenländern, die die USA belasten. "Sie sind von diesen Entwicklungen abhängig. Selbst können sie ihre Wirtschaft nicht mehr hochbringen, daher haben sie an Europa appelliert, die Eurokrise in den Griff zu bekommen", sagt Schulmeister zum Standard. Der Schlüssel zur Erholung sei die Exportnachfrage, nur so würden Investitionen zunehmen und die Wirtschaft anziehen, sagt Schulmeister. Zuletzt sind die Exporte um 5,3 Prozent gestiegen.
"Fiscal Cliff größte Gefahr"
Schulmeisters These stößt bei Harm Bandholz, US-Chefvolkswirt der UniCredit, nicht auf Zustimmung. "Die Eurokrise ist keine wirkliche Belastung fürs US-Wachstum. Da wirken andere Faktoren viel stärker", meint Bandholz. Für ihn geht die größte Gefahr vom sogenannten "fiscal cliff", der fiskalischen Klippe, aus. Dieser Begriff beschreibt die Situation, vor der die USA Ende des Jahres stehen werden, wenn die Steuersenkungen von Ex-Präsident George W. Bush auslaufen und Staatsausgaben gekürzt werden müssen, um den 16-Billionen-Dollar-Schuldenberg abzubauen.
Fallen die USA über diese Klippe, drohen Steuererhöhungen und massive Einsparungen. 600 Mrd. Dollar würden dann der Wirtschaft fehlen. "Das wäre der Super-GAU. Das BIP-Wachstum würde dann um vier Prozent langsamer ausfallen, dann gäbe es eine Rezession", so Bandholz. Er denkt aber, dass sich die Parteien zusammenraufen und nach der Wahl eine Einigung erzielen, die dieses Szenario verhindert. Nach der Wahl müsse der neue Präsident die Fiskalreformen angehen.
Doch selbst wenn es keinen Sturz über den "fiscal cliff" gibt, die Diskussionen darüber seien ein Problem für die Wirtschaft, sagt Nicholas Bloom. Für den Ökonomen der kalifornischen Stanford University heize die " fiscal cliff"-Debatte die Unsicherheit an und führe dazu, dass Unternehmen mit Investitionen und der Einstellung von neuen Arbeitskräften zuwarten, was die Wirtschaft lähmen würde. Der von ihm, Scott Baker und Steven Davis konzipierte Unsicherheits-Index sei zurzeit auf einem historisch hohen Level, mit einer Normalisierung sei erst im nächsten Frühjahr zu rechnen, erklärt Bloom.
Auch Ansgar Belke, Volkswirt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), sieht die Unsicherheit als wichtigen Faktor für die Wirtschaft der Staaten. Belke ortet zudem die Situation am Arbeitsmarkt als grundlegende Malaise. Das Schlimmste sei, dass es erstmals eine strukturelle Arbeitslosigkeit gäbe. "Die Leute, die gefeuert wurden, sind falsch ausgebildet worden und kommen nun nicht mehr in den Markt hinein", sagt Belke. Er glaubt nicht, dass im nächsten Jahr die Arbeitslosigkeit stark sinken werde.
Für den Wiener Ökonomen Oliver Fritz sollte aber hier angesetzt werden, damit die Wirtschaft anziehe. Dabei müssten die USA ins Bildungssystem, das zuletzt stark von Kürzungen betroffen war, wieder stark investieren, so Fritz. (David Donnerer, DER STANDARD, 28./29.7.2012)
Die Stadt ist praktisch zahlungsunfähig, wenn die Investoren nicht auf Forderungen verzichten, droht die größte Stadtpleite
Die Ratingagentur stuft den Ausblick für die Kreditwürdigkeit der weltgrößten Volkswirtschaft von negativ auf stabil
Die größte Volkswirtschaft hat zwar zuletzt mehr Jobs geschaffen, leidet aber weiter am schwachen Arbeitsmarkt
1960 waren nur elf Prozent der Familien auf das Einkommen der Frau angewiesen - Sorge über Auswirkungen des Trends
Die Gesellschaften Fannie Mae und Freddie Mac geben nach Erholung auf dem Häusermarkt Gewinne an den Fiskus ab
Für den tiefsten Stand der Arbeitslosigkeit seit Ende 2008 sorgten überraschend viele Neueinstellungen
ist eigentlich einfach. Gesellschaftliche Ächtung des Egomanentums. Eine Gesellschaft in der 10% 50% des Vermögens halten, kann nicht funktionieren. Eine Zuwachsverteilung hat nicht stattgefunden. Wenn Wenige das Vermögen halten, müssen viele mit ihren Möglichkeiten "Arbeitskraft", "Moral", ... dagegen halten. Die Politik muß das verstärken.
Denn wenn Vermögen zu keiner Bewunderung führt, nutzt es nichts. Frei nach dem Motto, stell dir vor einer hat alles Geld der Welt aber niemand verkauft ihm etwas. Nur dann wird er wieder teilen.
Alles andere sind technische Diskussionen.
Yes we can .. ist möglich, .... weltweit..... in jedem Land, je nach Bedarf.
vieles dazu
www.europa-heute.com
sehr guter Bericht, danke.
passt hier ganz gut dazu:
How To Brainwash A Nation
http://www.youtube.com/watch?v=zeMZGGQ0ERk
Die sind so beschäftigt damit, dass sie sich "leider" nicht um das eigene Land kümmern können.
Wie heisst es doch so schön:?: Die sehen den Wald vor lauter Büken nicht. Halleluja
Das ist weder ein Irrglaube noch ein Glaube, sondern ein einfaches mathematisches und buchhalterisches Faktum. Wenn etwas in der Ökonomie am wenigsten umstritten ist, dann das. Wie es mit der langfristigen Qualität des so erzielten Wachstum steht, ist dann eine andere Frage, aber bzgl. Quantität gibt es da nichts zu diskutieren. Wenn Sie glauben dass dies irgendwie Ansichtssache ist, dann sind Sie jemandem auf den Leim gegangen.
Das würde ich nicht so sehen, weils letztendlich ein Machtspielchen ist. Die Transaktionen sind ja keineswegs immer "freiwillig": Wenn jemand Hunger hat, kann er nicht frei entscheiden Essen zu kaufen - er muss es. Um Essen zu kaufen, muss er irgendwie Geld reinbekommen. Wenn er keine Alternativen hat, muss er auch den miesest bezahlten Job annehmen. Auch das ist keine freie Entscheidung.
Der Markt ist letztendlich geprägt von Macht- und Informationsungleichgewichten, die letztendlich irgendwie ausgeglichen werden müssen.
wollen sie lieber sparpakete fahren wie anfang der 30er? die ricardo-äquivalenz ist nichts anderes als ein märchen, rationale erwartungen bei hoher unsicherheit einfach nicht möglich.
die kurze erholung nach ausbruch der finanzkrise ist hauptsächlich durch die expansiven fiskalischen maßnahmen danach zu erklären. wie gut eine sparpolitik funktioniert war gut an griechenland zu sehen und wird man ebenso schön an spanien sehen.
die usa haben ein massives schuldenproblem - und ich spreche nicht (nur) vom öffentlichen defizit, auf das die diskussion immer reduziert wird - sondern der sehr hohen privaten verschuldung. zumindest wissen die amerikanischen politiker und ökonomen, dass ein sparprogramm des öffentlichen haushaltes keinen ausweg aus der krise bietet.
sollten die usa aber ab 2013 doch versuchen ihre defizite zurückzufahren, sieht es für die weltwirtschaft übel aus, denn derzeit können nur die hohen staatsausgaben den konsum stabilisieren - davon profitiert auch europa insb. deutschland. über den export zu wachsen wird jedenfalls schwierig, wenn europa dasselbe versucht - wo bleiben dann die absatzmärkte.
Die private Verschuldung in den USA ist garnicht mal so extrem hoch verglichen mit manchen anderen Ländern.
http://4.bp.blogspot.com/-coZPC_CW... +world.png
mich wundert vor allem südkorea so weit vorne zu finden.
ich bin aber etwas skeptisch, was die zuverlässigkeit der zahlen betrifft. so gehen die meisten statistiken davon aus, dass das amerikanische haushaltsdefizit bereits die 100% marke überschritten hat (im gegensatz zu den 87% ihrer statistik) - auch die offiziellen:
http://www.treasurydirect.gov/NP/BPDLog... ication=np
eine andere statistik zur gesamtverschuldung der usa:
http://ycharts.com/indicator... l_debt_gdp
die zahlen hier werden auch von anderen statistiken bestätigt.
US-Wirtschaft wächst weiter moderat (1. März 2012)
US-Wirtschaft kommt nicht auf die Beine (31. Mai 2012)
US-Arbeitsmarkt kommt nicht in Schwung (6. Juli 2012)
US-Arbeitsmarkt entwickelt sich prächtig (12. Juli 2012)
Vielleicht kann man sich mal entscheiden?
"Über die genauen Ursachen für die Schwäche der US-Wirtschaft [...] divergieren die Meinungen der Ökonomen."
Darüber divergieren vielleicht die Meinungen irgendwelcher "Mainstream-Ökonomen", deren Vorhersagefähigkeit bzgl. des Zusammenbruchs des Weltfinanzsystems vor 4 Jahren im wesentlichen gleich Null war. Diejenigen, die es im Gegensatz zum "Standard" noch nicht aufgegeben haben, in Zusammenhängen zu denken, haben nicht den geringsten Zweifel über die "genauen Ursachen".
Zumindest nicht auf ORF 1 und 2.
Herr Schulmeister hat dort ein Abo auf Lebenszeit - weil er niemanden beunruhigt, brav systemkonform argumentiert und nicht in Frage stellt.
Jemand mit gewagteren Thesen, die zu sehr vom EU-Kurs des ORF abweichen und der einem nicht das vom Regierungssender bevorzugte System zu verkaufen versucht, kommt dort gar nicht vor. Oder er wird versteckt:
http://www.youtube.com/watch?v=WTW49tr-mNE
Und dementsprechend sehen dort die Diskussionsrunden aus. Der Regierungssender sieht seine Aufgabe darin, Tranquilizer fürs Volk zu verteilen. Finanziert mit Zwangsgebühren.
ich kann die ständigen auftritte von gottfried "fehlprognose" haber einfach nicht mehr sehen - der passt genau in ihre kategorisierung. schulmeister würde ich aber nicht dazuzählen.
das einzig gute an haber ist, dass wenn man vom gegenteil seiner aussagen und prognosen ausgeht, immer auf der sicheren seite steht.
wieso der orf aber immer wieder einen ökonomen einlädt, der ständig daneben liegt und gerne abstruse vergleiche bringt (die "schuldenkrise" mit schnitzel analogien zu erklären kann weder funktionieren noch ist es lustig), ist für mich unverständlich.
ich würde gerade den schulmeister nicht als parade mainstream ökonomen sehen. seine aussagen sind alles andere als das neoliberale gepredige eines felderer, aiginger, raidl oder haber
schulmeister argumentiert im weitesten sinne wie post-keynesianer, die sich außerhalb des mainstreams befinden, wobei ich bis jetzt noch nicht beurteilen konnte, ob er sich bereits vom gleichgewichtsfetisch des mainstreams gelöst hat.
mehr mehr mehr Konsum ist halt nicht mehr. Ein radikales Umdenken in Sache Wirtschaftstreiben / leben muss einsetzen.
keine realwirtschaft hat, aber das konzept des finanzparasitären systems darauf verlässt ein realsystem zu haben, dass man aussaugen kann
das gleiche in london;
die eurozone muss die transaktionssteuer einführen dann gehen diese bast*++e komplett ein
54% der wirschaftsleistung der usa erzielen 6 großbanken, das ist doch absurd
was genau braucht otto normal von einer bank? genau, nichts
"Gross" in Bezug worauf? Was hat der Börsenwert mit "Real"wirtschaft zu tun? Was sagt er z.B. über die Anzahl der Mitarbeiter aus (und wie gut diese entlohnt werden)? Beispiel Fannie Mae (unter den Top 20): 7300 Angestellte.
Wo lassen Companies wie Dell, HP, Apple, Nike etc. produzieren? Im Inland?
Fragen über Fragen.
Natürlich ist es müssig, zu behaupten, die USA hätten keine "Realwirtschaft". Aber es ist eine sehr berechtigte Frage, wie gross ihr Anteil an der Wirtschaftsleistung ist. Und da schaut´s düster aus für die USA.
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