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London - Helmut Oblinger weiß, dass er sich keine Schwäche erlauben darf, wenn er weiterkommen will. "Ich muss im Vorlauf alles geben, volle Attacke. Von 22 Teilnehmern haben 18 schon Podestplätze geholt." Der Wildwasser-Slalomkanute aus Oberösterreich zählt bei seinen fünften Olympischen Spielen nicht zu den Medaillenanwärtern, zu durchschnittlich waren die jüngsten Ergebnisse im Kajak-Einer. Er baut bei seinem Erstauftritt im Lee Valley White Water Centre am Sonntag (15.31/17.48 Uhr MESZ) auf die Routine.
"Ich habe in den vergangenen zwei, drei Jahren im Weltcup keine Podestplätze geholt. Aber ich habe andere Qualitäten, die Erfahrung bei Groß-Events spielt auch eine Rolle. Ich hoffe, dass ich meine Kraft bündeln kann", zeigte sich Oblinger vor den London-Spielen kämpferisch. Zum Auftakt müssen zwei Vorläufe bestritten werden, die schnellere Zeit gilt, nur die besten 15 steigen ins Semifinale auf.
Olympia-Ränge 28, 4, 13 und 7
Im Zeichen der Fünf Ringe kam Oblinger in chronologischer Reihenfolge von Atlanta 1996 bis Peking 2008 auf die Ränge 28, 4, 13 und 7. Am schönsten war Peking, weil seine Frau Violetta Oblinger-Peters im Damenbewerb die Bronzemedaille gewann und die beiden den Glücksmoment teilten. Die Partnerin verpasste die Qualifikation für London und reiste erst Freitag nach England. "Wir machen seit 15 Jahren alles gemeinsam. Es ist schon etwas Anderes ohne sie", sagte Oblinger. Söhnchen Milo blieb zu Hause, der Kleine ist das Reisen gewöhnt, aber bei den Sommerspielen würde es dann doch zu anstrengend werden.
Helmut Oblinger hat viele Trainingsfahrten im neu gebauten Wildwasserkanal in den Beinen. Dieser gilt als technisch anspruchsvoll, das sollte kein Nachteil für den 39-Jährigen sein. "Es ist eine Herausforderung. Die Wasserwucht macht es schwierig, es sind auch viele Walzen eingebaut. Da muss man körperlich schon fit sein", weiß er. Daran mangelt es nicht, ebenso wenig an der Einstellung. Zweimal täglich wird trainiert, pro Einheit sind das vier bis acht Fahrten. "Die Favoriten sind andere. Aber wenn ich einen guten Tag erwische, dann kann ich mir auch was ausrechnen."
Im direkten Vergleich mit hochkarätiger Konkurrenz hat Oblinger zuletzt gut abgeschnitten. "Aber das ist das Training vor einem Großereignis, da darf man nicht zu viel hineininterpretieren", meinte er. Auch wenn ihn so schnell nichts mehr überrascht, so bleibt doch eines immer gleich. "Die Nervösität vor dem Bewerb. Das hört nie auf. Aber sobald ich paddle, ist alle weg." (APA, 27.7.2012)
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