Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
Washington/Madrid - Neue Hiobsbotschaften für Spanien: Trotz drakonischer Sparpolitik und Reformen rutscht das Land immer tiefer in die Krise. Die Lage bei den Jobs wird immer schlimmer. Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt: Das birgt Risiken für Europa.
In Spanien ist die Arbeitslosigkeit auf dem höchsten Stand seit über 30 Jahren. Ende Juni waren 24,6 Prozent der Spanier ohne Job, teilte die Statistikbehörde INE in Madrid mit. Der Währungsfonds schlug Alarm: Das Land schlittert immer tiefer in die Krise. Auch im nächsten Jahr komme es nicht aus der Rezession. Die Wirtschaft schrumpft sogar noch stärker als bisher befürchtet. Der Druck der Märkte auf Spanien kann aus IWF-Sicht "negative Auswirkungen für den Rest Europas" haben.
Der IWF erwartet, dass die spanische Wirtschaft in diesem Jahr um 1,7 Prozent schrumpft und im nächsten Jahr um 1,2 Prozent. "Abwärtsrisiken herrschen vor", heißt in einem am Freitag veröffentlichten IWF-Bericht. "Das Vertrauen der Märkte bleibt schwach und die Aussichten sind sehr schwierig."
Minus
Noch vor zehn Tagen hatten die IWF-Experten nicht ganz so schwarz gesehen: Sie hatten lediglich mit einem Wachstums-Minus von 1,5 für diese Jahr gerechnet. Für das nächste Jahr war ein Minus von 0,6 Prozent erwartet worden.
Der IWF geht davon aus, das die Arbeitslosigkeit in diesem Jahr gar noch weiter auf 24,9 Prozent ansteigt. Auch im nächsten Jahr werde die Rate nur minimal auf 24,7 Prozent fallen. Das sei "unannehmbar hoch", warnt der Bericht.
Nach spanischen Angaben sind derzeit 5,7 Millionen Menschen ohne Job. Besonders erschreckend: Bei Jugendlichen unter 25 Jahren erhöhte sich die Quote sogar auf 53,3 Prozent. Spanien hat die höchste Arbeitslosigkeit in der EU.
Reformen
Der IWF lobte zwar die bisherigen Spar- und Reformschritte in Spanien. Doch auch die EU müsse weiter Hilfe leisten. "Spanien muss seine Reformen jetzt umsetzen. Aber auch Europa muss Spanien helfen", sagte der IWF-Spanienexperte James Daniel vor Journalisten in Washington.
Die bereits getroffenen und die geplanten Maßnahmen würden entscheidend zur Verbesserung der wirtschaftlichen Lage beitragen, schrieben die IWF-Experten. Der Erfolg werde allerdings von einer Entspannung auf den Anleihemärkten abhängen und von den Schritten, die auf EU-Ebene zur Stärkung der Gemeinschaftswährung unternommen würden.
Aber auch die Löcher im Staatshaushalt bleiben nach Erwartungen des IWF größer als bisher angenommen: In diesem Jahr müsse mit einem Defizit von 6,3 Prozent der Jahreswirtschaftsleistung gerechnet werden, im nächsten Jahr mit einem Defizit von 4,7 Prozent.
De langfristigen Aussichten sind nach Einschätzung des IWF alles andere als rosig. Nach Berechnungen der IWF-Experten dürfte es erst 2014 wieder ein Wachstum geben - von 0,9 Prozent.
Doch erst 2017 dürfte die Wirtschaftsleistung wieder den realen Wert des Vorkrisenjahres 2007 erreichen. Dennoch werde die Arbeitslosigkeit bis dahin lediglich auf 20 Prozent zurückgehen, befürchtet der IWF.
Spanien hat unterdessen am Freitagnachmittag Berichte zurückgewiesen, dass es möglicherweise das volle Rettungsprogramm von EU/IWF in Anspruch nehmen muss. Dies werde nicht geschehen und sei keine Option, sagte Vize-Ministerpräsidentin Soraya Saenz de Santamaria am Freitag nach einer Kabinettssitzung. Ein vollständiges Rettungspaket komme für Spanien nicht in Frage. Analysten halten Spaniens Wirtschaft für einen derartigen Schritt zu groß.
Die Nachrichtenagentur Reuters hatte zuvor aus Kreisen der Euro-Zone erfahren, dass Spanien wegen der Schuldenkrise möglicherweise das volle Programm mit einem Volumen von 300 Mrd. Euro in Anspruch nehmen muss. Eine spanische Regierungssprecherin hatte dies zurückgewiesen. (APA/Reuters, 27.7.2012)
Er soll ohne Genehmigung der Madrider Regionalregierung ein Darlehen über 420.000 Euro bekommen haben
Von der Großbank auf die Anklagebank
Der spanische König begründet die Entscheidung mit dem Sparzwang. Einmal Volltanken kostet 20.000 Euro
Die Kundgebungen standen unter dem Motto "Von der Empörung zur Rebellion". Am 15. Mai "feiern" die Empörten ihren zweiten Jahrestag
Madrid reformiert Mietrecht bei Ferienwohnungen
Spanien wird härter von der Wirtschaftkrise getroffen als gedacht
Spaniens Wirtschaft geht es schlecht, die Anpassungsrezession fordert vor allem am Arbeitsmarkt Opfer
Die Demonstranten kritisieren, dass die angekündigten Entschädigungen nur wenigen Betroffenen zugute kommen
Die Lockerungen beim Hypothekengesetz machen Spaniern, die vor der Zwangsräumung stehen, wenig Hoffnung. Nur wenige profitieren
Sparer, die Beteiligungsscheine an Kreditinstituten erwarben, müssen für Bankensanierung aufkommen
Das IOC begutachtet die Kandidatur Madrids am Montag. Auch Tokio und Istanbul bewerben sich um Olympia 2020
Zwangsdelogierungen sind im Krisenland an der Tagesordnung, der Europäische Gerichtshof stellt sich nun auf die Seite der Bürger
Urteil bewirkt Verzögerung bei Zwangsräumungen
Bei Spezialauktion über 800 Millionen Euro am Kapitalmarkt eingesammelt
Zwangsdelogierungen sind im Krisenland an der Tagesordnung, manch einen treiben sie in den Selbstmord, das Volk begehrt auf
Geht es um die Bevölkerung, fehlen in Spanien Geld und politischer Wille
Dies ist ganz einfach! Wieder Zölle für die Importe aus Asien einführen, die 3 % ist ja nix! Das ist lächerlich. Die Zölle müssen so hoch angesetzt werden, dass viele europäische Konzerne freiwillig wieder mit ihrer Produktion aus Asien nach Europa zurückkehren. Mittlerweile passt auch das Umfeld, d.h. die Löhne im Süden Europas sind durch die Krise massiv zurückgegangen! Die italienische Textilindustrie u.a. würde gewaltig aufatmen!
naja wird mit der WTO nicht so leicht gehn eine einseitige Anhebung von Zöllen. Waren es doch besonders die Europäer, die wegen des riesigen asiatischen Marktes die lautesten waren um eine globale Freihandelszone einzuführen. Nur weil es einigen Staaten jetzt schlecht geht kann man nicht internationale Abkommen einseitig kündigen.
Was die Arbeitsstättenverlagerung betrifft haben die betroffenen Regierungen auch mit Schuld.
Das alles allein China und den bösen Unternehmern anzukreiden ist zu blauäugig. Wenn schon muss das gesamte Weltwirtschaftssystem reformiert werden und man muss sich zuerst mal vom turbokapitalismus a la Wall Street verabschieden. Dann können Menschen wieder von ihrer Arbeit leben....
... wird Massenarbeitslosigkeit, Armut und Kriminalität ernten.
Wer jegliche Gesetze und Kontrollen abschafft (bzw. den Mitspielern überlässt) schafft damit auch Demokratie und Rechtsstaat ab.
Wie lange wollen wir diesem autoritärem EU-Experiment noch zusehen?
Weltweit sterben schon jetzt täglich zigtausend am Terror der "freien Märkte", käufliche Politik kann doch wohl kein Fortschritt sein?
Jeder Vierte in Spanien ist arbeitslos, unter 25 Jahren sogar jeder Zweite? Und das soll auf die nächsten fünf Jahre so bleiben? Das fällt schon nicht mehr unter die Kategorie "katastrophal", das fällt unter die Kategorie "gefährlich". Eine Generation die in so einer Situation heranwächst wird keinerlei Vertrauen in Staat und Demokratie haben.
Wenn die Zahlen so aussehen dann müssen Taten gesetzt werden. Dann kann es nicht mehr darum gehen Banken zu retten, den Euro stark zu halten oder die Inflation in Deutschland nicht zu hoch werden zu lassen, sondern dann muss die erste Priorität sein den Leuten eine Arbeit zu verschaffen, egal wie effizient oder profitabel die sein mag.
müsste hier stehen:
"Wegen drakonischer Sparpolitik und Reformen rutscht das Land immer tiefer in die Krise.".
Die ganzen Sparefrohs haben offensichtlich jeden Bezug zur VWL verloren und denken nur noch wie die schwäbische Hausfrau: "Hohe Schulden, also müssen wir sparen."
Klingt ja auch erstmal logisch - wobei Spanien ja nicht mal hohe Schulden hat(te).
Nur hat ein Staat nicht viel mit einem Haushalt zu tun. Und auch wenn Sparen logisch erscheint, reitet man sich damit bloß immer noch tiefer in die Krise hinein.
Spanien steckt in einer Bilanz-Rezession.
Die Privaten sparen.
Die Unternehmen sparen.
Wenn dann der Staat auch noch anfängt zu sparen, kann man die Wirtschaft dort auch gleich zusperren...
Wenn niemand mehr ausgibt als er einnimmt, dann kann auch niemand mehr einnehmen als er ausgibt (also kann niemand mehr Gewinne machen).
Wenn jetzt alle versuchen, mehr einzunehmen als auszugeben um die Schulden abzubauen, dann führt das bloß dazu, dass auch alle weniger einnehmen was die Spar-Ambitionen auch schon wieder zu nichte macht.
Daraufhin versuchen dann alle noch mehr zu sparen wodurch alle noch weniger einnehmen...
Und so schraubt man sich immer tiefer in die Krise...
argentienien ist ja unter menem und seinen neoliberalen nachfolgern eine währungsunion mit den usa eingegangen. gleichzeitig wurden die märkte exzessiv geöffnet, die heimische industrie versank in den abgrund, es wurde hemmungslos privatisiert. letztlich endete diese politik in der staatspleite eines einstmals wohlhabenden landes. dahinter stand die ideologie der ökonomischen schule von chicago, ausgeführt vom iwf und den nationalen ökonomen argentiniens. erst als man die heuchlerischen politiker davonjagte, sich von den usa löste und die explodierten auslandsschulden einfach nicht mehr bediente, konnte sich das land erholen. die paralellen zu europa sind erschreckend. hier die doku:
http://www.youtube.com/watch?v=82enAuv9gX8
"Trotz drakonischer Sparpolitik und Reformen rutscht das Land immer tiefer in die Krise."
Das hören wir jetzt schon sehr lange, aber keiner kommt auf die Idee, dass das TROTZ das Problem ist.
Einer kranken Wirtschaft versetzt man weiterhin durch drakonische Sparmaßnahmen den Todesstoß. Aber egal, Hauptsache Banken bekommen ihre Fehler finanziert - und damit meine ich nicht mal die spanischen.
Auf einem "freien Markt" (höchste EU-Ideologie) machen immer jene die Regeln, die vom System am meisten profitiert haben.
Wer soll da schon was ändern wollen?
Die Gewinne der Finanzindustrie werden auch nicht durch einen Bürgerkrieg dezimiert, unsere Lebensqualität aber sehr wohl.
wird der karren an die wand gefahren, zurückgestoßen, wieder an die wand, zurück und so weiter
und wenn gar nichts mehr geht, dann werden marktmechanismen bemüht. als die krise kam ... ich sehe sie leibhaftig den weg heraufkommen, mit einem wanderstab, einer joppe und einem breiten, selbstzufriedenen lächeln.
die erkenntnis, dass menschen märkte machen, also mittels regeln designen, hat sich bis in die wirtschaftselite noch nicht durchgesprochen.
für was brauchen wir diese leute also noch?
sie unterwerfen uns ihrem diktat, dem diktat der märkte, gleich den 10 geboten, sie schaden der menschheit, sie schaden dem planeten, sie verhindern unsere weiterentwicklung als individuen und als gesellschaft.
aber mit dem Euro wurden den europ. Völkern ja Honig und Milch versprochen....man sieht ja wie "stabil" unsere Währung ist, nämlich gar nicht....
Massen(-jugend)arbeitslosigkeit in den Südstaaten, die Aufträge fangen auch im Norden jetzt an einzubrechen und bald werden auch wir froh sein eine Arbeit zu haben, sofern es sie noch gibt....
ohne den euro hätte sich die wirtschaft in den letzten jahren wesentlich schlechter entwickelt. das gilt nicht nur für den süden.
und man darf nicht vergessen, dass der süden die wirtschaftliche entwicklung des nordens gestützt hat, kaufen die griechen auf pump doch gern deutsche konsumgüter und sind auch einer der besten abnehmer deutscher u-boottechnologie.
wie bitte untermauern sie dies? der Export in den Euroraum ist in den letzten 10 Jahren sogar gesunken im Vergleich zur Vor-Euroära. Und wie die Griechen, Spanier und Italiener ihren Kaufrausch finanziert haben wissen wir ja auch: durch für sie historisch niedrige (Euro-)Zinsen, die sie dann mit vollen Händen ausgegeben und den Schuldenstand vergrößert haben anstatt mal eine zukunftsfähige Wirtschaft aufzubauen.
Die Südstaaten sind gescheitert, wie so oft in der Vergangenheit, nur diesmal haben sie keine eigene Währung um ihre Fehler auszubügeln, sondern eine starke Währung, die die Nordstaaten als Vorbilder hatte.
Ob nun der römische Ex-Notenbänker Draghi seinen Freunden im Süden einen gefallen macht die Geldpresse anzuwerfen???
Ein Lob für "Reform"schritte, die genau dort hin- und noch weiterführen, wo Spanien jetzt ist. Und der Prozeß kommt in Spanien ja gerade erst ins Laufen. Die Rettungsprozesse, in denen die Existenzgrundlagen von Mio Menschen vernichtet werden, ihnen die Möglichkeit auch nur des gesicherten Überlebens genommen wird, auch kleinen Selbständigen der Gar aus gemacht wird. Zur Rettung und Erhaltung riesiger Kapitalberge, die um keinen Preis entwertet werden sollen.
Pure Ideologie, die hier, wie auch in Griechenland und Portugal (und andere werden folgen) umgesetzt wird. Ein Labor für ökonomische Theorien, die in der Vergangenheit schon genug bewiesen haben, dass praxisinkompatibel bzw nur mit Gewalt über die Gesellschaft drüberzustülpen sind.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.