Mehr Sicherheit, aber keine Garantie

Lukas Sustala
27. Juli 2012, 15:33

Eine aktuelle Studie hat Vermögensverwaltende Fonds unter die Lupe genommen

Die Produkte sind im Trend. Im deutschsprachigen Raum haben vermögensverwaltende Fonds einen kleinen Siegeszug in den Depots von Privatanlegern angetreten. Ihr Versprechen: Ein Produkt soll dank Diversifikation und Risikomanagement alle Bedürfnisse des Investors abdecken. Bereits 80 Fonds zählen die Fonds Analysten von Scope in Deutschland. Flossbach von Storch etwa hat in seinem Flaggschiff-Fonds Multiple Opportunities mittlerweile 1,6 Mrd. Euro von Investoren eingesammelt.

Vermögensverwaltende Fonds versprechen aber mehr als nur die Diversifikation in Aktien und Anleihen. Sie orientieren sich meist an einem Absolute Return Konzept. Die oberste Prämisse lautet daher: bloß kein Kapital verlieren. Dafür dürfen sie in eine Reihe von Wertpapierklassen investieren und auch Rohstoffe oder Immobilieninvestments beimischen.

Für den Leiter der Investmentfondsanalyse bei Scope, Sasa Perovic, haben die Strategien von vermögensverwaltenden Fonds insgesamt "gut funktioniert". Zwar haben auch diese Produkte in den vergangenen fünf Jahren zum Teil Verluste gemacht, aber sie haben deutlich besser abgeschnitten als vergleichbare Mischfonds. "Offensichtlich hat sich das aktive Risikomanagement - vor allem in den turbulenten Marktphasen nach der Lehman-Insolvenz - auch in der Praxis bewährt", schreiben die Scope-Analysten in ihrer Studie. Ausgewogene Vermögensverwaltungsfonds verloren seit 2007 knapp vier Prozent, ausgewogene Mischfonds hingegen mehr als zwölf Prozent. Bei den aggressiven Mandaten beträgt der Unterschied knapp vier Prozentpunkte.

Was sich durchwegs zeigt: die Volatilität, also die Schwankung der Fonds, ist für vermögensverwaltende Produkte geringer. Ebenso der maximale Verlust, den Anleger mit diesen Vehikeln in der Krise erlitten haben.

Erfolg fällt mit Fondsmanager

Dieses Ergebnis überrascht zunächst einmal nicht. Denn vermögensverwaltende Fonds heften sich ja auf die Fahnen, dass sie explizit ein geringeres Risiko anstreben. Viele haben das in der Krise etwa dadurch erzielt, dass sie verstärkt in Immobilien oder Gold investiert waren (wie Flossbach von Storch). "Vermögensverwaltende Fonds bieten dem Anleger im Vergleich zu herkömmlichen Produkten ein Mehr an Sicherheit", sagt Perovic, dafür seien Anleger auch bereit in guten Jahren etwas Performance nach oben aufzugeben.

Ein Problem für Anleger bleibt aber bestehen. Der Investmenterfolg hängt von dem Erfolg des Fondsmanager ab. Denn Scope identifiziert eine "große Spannbreite" zwischen verschiedenen Fonds. So könnten einige der tendenziell teureren vermögensverwaltenden Fonds hinter klassischen Mischfonds zurückbleiben. Auch eine Analyse von Feri zeigte eine breite Streuung bei flexiblen Mischfonds. Die Freiheit, in verschiedene Anlagen zu investieren, erhöhe eben auch die Möglichkeit, Fehler zu machen.

Der Trend zur Mischung

Den Trend zu gemischten Produkten zeigt auch der Blick in die heimische Branche. Denn die klassische Fondsbranche hat derzeit keinen guten Stand. Die volatilen Kapitalmärkte schrecken Anleger ab, dazu nimmt die Konkurrenz von den passiven Indexfonds zu. Das veranlagte Volumen in Aktienfonds ist im Juni auf den niedrigsten Stand seit dem Krisenjahr 2008 gefallen. Auch die gesamt veranlagten Assets sind noch weit von den Vorkrisenzeiten entfernt (siehe Grafik). Lediglich Mischfonds gewinnen hier an Terrain. (Lukas Sustala, derStandard.at, 27.7.2012)

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Wozu jemanden bezahlen der das Geld mit hoher Wahrscheinlichkeit genauso dilettantisch an der Börse verbratet wie man selbst!?

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