3.000 MitarbeiterInnen müssen um ihren Job zittern

27. Juli 2012, 15:23
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Vorwiegend Frauen sind von möglichen Investoren abhängig - Eine Entscheidung über die Schlecker-Übernahme wird nächste Woche erwartet

Wien - Kommende Woche wird voraussichtlich über den Verkauf oder die Abwicklung von Schlecker Österreich entschieden. Die prekäre finanzielle Situation der Drogeriekette soll eine Entscheidung in der nächsten Woche erzwingen, hieß es von mehreren mit der Situation vertrauten Personen. Seit der Insolvenz von Schlecker Deutschland Mitte Jänner und der darauffolgenden Schließung bangen hierzulande 3.000 MitarbeiterInnen, vorwiegend Frauen, um ihren Job.

Der deutsche Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz hatte sich in den vergangenen zwei Monaten intensiv um Investoren für die Österreich-Tochter bemüht. Bis dato konnte er sich aber mit keinem der Interessenten einigen. Damit rückt eine Liquidierung des Unternehmens (u.a Lagerabverkauf) näher, wenn die Insolvenzverwaltung mit der Abwicklung mehr erlösen kann. Freitagnachmittag wollte sich Geiwitz-Sprecher Phillip Kübber zu den laufenden Verkaufsgesprächen vorerst nicht äußern.

Investoren haben Interesse

Drei Investoren haben öffentlich Interesse an Teilen von Schlecker Österreich angemeldet: Der Linzer Finanzinvestor Recap um Anton Stumpf will rund 600 der insgesamt 900 Schlecker-Filialen nach einer "geordneten Insolvenz" übernehmen. Das Stumpf-Offert wurde aber von der Insolvenzverwaltung nicht goutiert. "Unser Angebot ist nicht so ausgefallen, wie man dies in den Verhandlungen in Ulm seitens Kanzlei Geiwitz als Wunsch geäußert hätte", hieß es aus dem Unternehmen auf Anfrage. Der Masseverwalter wolle es nicht ablehnen, sondern "zunächst" bessere Optionen prüfen.

Ex-dm-Manager Manfred Laaber sucht weiterhin einen Investor für die Übernahme der Drogeriekette. Er will mindestens 600 Filialen übernehmen und glaubt an die Zukunftsfähigkeit von Schlecker-Österreich, bestätigte er heute erneut. Die MTH-Gruppe (u.a. Libro, Pagro) um den österreichischen Industriellen und Ex-Politiker Josef Taus ist nur an rund 100 Filialen interessiert. (APA, 27.7.2012)

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