"Vieh" und "Neger": Presserat rügt "Krone", "Zur Zeit"

Jeannée habe bei Breivik gegen Kodex verstoßen

Der Presserat rügt Krone-Kolumnist Michael Jeannée und Zur Zeit. Jeannée nannte den norwegischen Attentäter Anders Behring Breivik "Vieh" , das "weg gehört". Zur Zeit schrieb von "Negern". In beiden Fällen wurde das Selbstkontrollorgan von sich aus aktiv. Die Krone beteiligt sich nicht an dem Gremium, Heute und Österreich ebenso wenig.

"Vieh" ist für einen Menschen "grundsätzlich nicht angemessen und abwertend", befand der Presserat. Die Empörung über die Verbrechen Breiviks sei zwar "ungemein groß und auch gerechtfertigt" und die Taten " verabscheuungswürdig". Dennoch habe jeder Mensch Anspruch auf den Schutz seiner Persönlichkeit. Die Bezeichnung Breiviks als "Vieh" im Zusammenhang mit der Todesstrafe suggeriere, dass Breivik kein Mensch wäre, sondern ein Tier, das man töten kann. Der Presserat sieht in Jeannées Formulierungen einen Verstoß gegen den Ehrenkodex der heimischen Presse, wonach jeder Mensch Anspruch auf Wahrung der Rechte und Würde der Person hat.

Zur Zeit argumentierte, "Neger" sei seit 300 Jahren "üblich" und nicht verboten. Der Presserat verwies auf den Bedeutungswandel des Begriffs, er sei "in unserer Gesellschaft abwertend und beleidigend". Der Kodex verbiete jede Diskriminierung aus rassischen, religiösen, nationalen, sexuellen oder sonstigen Gründen. (fid, DER STANDARD, 28.7.2012)

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