Menschen ab 75 im Straßenverkehr besonders gefährdet

27. Juli 2012, 12:13
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Fahrfehler häufen sich - Reaktionsfähigkeit nimmt ab

Wien - 76 Menschen über 75 sind im vergangenen Jahr auf Österreichs Straßen ums Leben gekommen. Das waren fast doppelt so viele wie in der Altersgruppe 70 bis 74 Jahre und dreimal so viele wie in der Altersgruppe 65 bis 69 Jahre. Bis 2050 wird sich die Zahl der über 75-Jährigen mehr als verdoppeln. Darauf machte am Freitag die Allianz-Versicherung unter dem Aspekt der Unfallforschung aufmerksam.

"Ursache für die Unfälle in der Altersgruppe über 75 ist oft, dass ältere Menschen in komplexen Situationen mehr Zeit benötigen, den Überblick zu gewinnen", erklärte Christoph Lauterwasser, Geschäftsführer des Allianz Zentrums für Technik (AZT). Nun erreichen nicht nur immer mehr Menschen ein höheres Alter, auch Städte werden größer und der Verkehr dichter, womit das Thema Verkehrssicherheit in einer alternden Gesellschaft an Bedeutung gewinnt, so die Allianz.

Fahrfehler häufen sich

"Zunächst kompensieren ältere Menschen zunehmende körperliche Schwächen mit der großen Erfahrung am Steuer oder einer vorsichtigen Fahrweise", so Lauterwasser. Im Schnitt bleibt deshalb die Anzahl der verursachten Unfälle bei älteren deutlich unter dem Niveau der ganz jungen Fahrer. Auffallend sei jedoch, dass sich ab einem Alter von 75 Jahren einige typische Fahrfehler merklich häufen. "Die Gruppe der über 75-Jährigen hat im Vergleich zu den jüngeren Senioren ein um 45 Prozent höheres Risiko, einen Unfall zu verursachen", erklärte Lauterwasser.

Sogenannte Fahrer-Assistenz-Systeme können das Fahren für alle und besonders für ältere Menschen erleichtern. Das AZT hat vier solche noch in der Entwicklung befindliche Systeme - "Aktive Gefahrenbremsung", "Kreuzungsassistenz", "Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer" und "Integrierte Querführung" - untersucht. "Bei flächendeckender Ausstattung mit beispielsweise diesen Systemen könnte rund die Hälfte der Unfälle mit Personenschäden vermieden oder deren Schwere reduziert werden", erklärte Lauterwasser. Bei der Weiterentwicklung müsse allerdings ein großes Augenmerk auf der einfachen Bedienung wie etwa der Lesbarkeit der Displays liegen - sonst werden die Systeme von Senioren nicht akzeptiert. (APA, 27.7.2012)

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    Ältere Menschen brauchen mehr Zeit, um zu reagieren - im Straßenverkehr kann das gefährlich werden.

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