Der Gralatisee ist ein Wasser zum Träumen

  • Gesamtgehzeit 4½ Stunden,  Höhendifferenz 600 m. Kein Stützpunkt auf der Strecke, die Laßhoferalm wird von Juni  bis September bewirtschaftet. ÖK25V Blatt 3224-West,  Maßstab 1:25.000.
    vergrößern 645x430
    foto: wikipedia.org/evelyn-theresia; (CC-Lizenz)

    Gesamtgehzeit 4½ Stunden, Höhendifferenz 600 m. Kein Stützpunkt auf der Strecke, die Laßhoferalm wird von Juni bis September bewirtschaftet. ÖK25V Blatt 3224-West, Maßstab 1:25.000.

  • Artikelbild
    grafik: der standard

Eine Wanderung durch das oberste Lessachtal im Lungau zu einem Naturwunder der Niederen Tauern

Die Niederen Tauern sind übersät mit kleinen Seen, von denen die meisten namenlos sind; in ihnen spiegeln sich die umlie genden Gipfel und Wände. Sie scheinen dem Paradies entnommen oder einem Gemälde Gauermanns entschlüpft zu sein. Als "Wasser zum Träumen" bezeichnete sie die bekannte Alpinschriftstellerin Liselotte Buchenauer in ihrem Tauernbuch Verliebt in die Heimat. Zu diesen einsamen, aber unerhört faszinierenden Gewässern gehört auch der Gralatisee im Süden des Hochgollings, der höchsten Erhebung des Gebirgszugs.

Ein stilles, in ein kleines Be -cken eingebettetes Gewässer mit einer von Schilf bestandenen Verlandungszone, daneben eine kleine Jagdhütte mit einem lustig sprudelnden Brunnen. Und diese Idylle vor der mäch tigen, über tausend Meter auf ragenden Südwand des Hoch golling! Ein besonderes Kleinod in einer Bergwelt, die reich an landschaftlichen Schönheiten ist.

Nur in sehr langen Dürreperioden trocknet das Gewässer vollständig aus, in ein paar hundert Jahren wird es durch den Eintrag von Sedimenten verschwunden sein.

Auch wenn man weit entfernt von jedem Gipfel bleibt, bietet der Weg zum Gralatisee alles, was typisch für die Niederen Tauern ist: Almen, auf denen friedlich das Vieh weidet; einen romantischen Wasserfall, herrliche Blumen und eine hochalpine Kulisse.

Bis zum Gollinganger bereitet der Weg wenig Mühen, im letzten Drittel aber wird es steil, steinig und anstrengend - wie eben der Weg ins Paradies. Nur zahlen sich die vergossenen Schweißtropfen aus, denn der Aufenthalt an den Ufern dieses Sees bleibt ewig in Erinnerung.

Das Schlussdrittel der Route verlangt daher die entsprechende Ausrüstung mit gutem Schuhwerk; Tennispatschen können vor allem beim Abstieg arge Probleme heraufbeschwören. Bei unsicherem Wetter oder nach längeren Regenfällen ist von der Tour ab zuraten.

Und: Auch wer sich nur bis Gollinganger vorwagt, wird die Wanderung nicht bereuen.

Die Route: Von Lessach fährt man auf einer Mautstraße bis zur Laßhofer Alm und wandert dann auf dem rot markierten Güterweg den Lessachbach aufwärts zur Unteren Gamsenalm. Kurz darauf gabelt sich die rote Mar kierung, man wählt den linken (westlichen) Ast und erreicht die Hinteralm hütten. Über freie Flächen geht es aufwärts bis zum Rand des Gollingangers. Gehzeit ab Laßhoferalm 1¾ Stunden.

Nach einem kurzen Abstieg in südlicher Richtung und der Querung eines Baches beginnt der rut schige und teilweise sehr steile Aufstieg zum Gralatisee. Gehzeit ab Golling anger eine Dreiviertelstunde.

Der Rückweg erfolgt auf der Anstiegsroute, man braucht bis zum Golling anger fast eine Dreiviertelstunde, bis zum Ausgangspunkt Laßhoferalm 2 Stunden. (Bernd Orfer, Album, DER STANDARD, 28.7.2012)

Share if you care
4 Postings

Mei, der Gralatisee. Da werden Erinnerungen wach. Schöne Wanderung und ein beeindruckender See. War gestern im Lessachtal unterwegs, allerdings rauf zu den Landschitzseen. Auch sehr empfehlenswert!

Kann ich nur bestätigen. Hat der oberste noch seine Mini-Insel?

Lang her, dennoch: Letzte Woche hatte er sie noch.
Fand die Landschitzseen aber wesentlich beeindruckender als den Gralatisee, auch vom Aufstieg her.

Wirklich ein schönes Eck, das ist wahr.

Kann aber auch den Aufstieg auf den Hochgolling sehr empfehlen. Der Ausblick ist traumhaft, der Weg hinauf fordert jedenfalls Trittsicherheit und gute Kondition. Für geübte ist der Nordwestgrat hinauf ein schönes Abenteuer, hinab empfehle ich den Normalweg.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.