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Wie wird bloß die Suppe heiß, wenn die Sonne nicht so richtig scheint? Die Kinder beim Energy Camp im Pielachtal haben sich am Solarkocher versucht, schließlich musste aber das Feuer helfen.
Wien / St. Pölten - Der Solarkocher steht bereit, die flexible Mini-Fotovoltaikanlage, die direkt am Zelt angebracht werden kann, ist aufgebaut, aber die Sonne will justament nicht scheinen im Pielachtal. Was also tun, wenn man beim Campen auf Sonnenenergie angewiesen ist? Da hilft nur Muskelkraft, angewandt am Mini-Stromgenerator - und natürlich sorgsam mit der Energie umgehen. Wie das funktioniert, warum der Strom nicht aus der Steckdose kommt und was das alles für den Alltag heißt, das können Zwölf- bis 16-jährige Kinder bei sogenannten Energy Camps lernen.
Voll öko
Ausgebildete Outdoor-Pädagogen verbringen mehrere Tage mit den Kindern in der Natur, ganz im Vordergrund steht dabei der ökologische Fußabdruck des Camps: Schon die Anreise erfolgt möglichst klimaschonend, Lebensmittel werden in der Region eingekauft, Strom erzeugen die Kinder und Jugendlichen möglichst selbst. Mehrere Orte im Pielachtal haben sich um das Camp beworben, den Zuschlag erhielt schließlich die 2000-Einwohner-Gemeinde Frankenfels, nicht zuletzt, weil man dort langjährige Erfahrung mit dem Thema erneuerbare Energie hat. So wird das Freibad, das direkt neben dem Camp liegt, seit 25 Jahren mit Sonnenenergie beheizt. 500 Quadratmeter Solarfläche sorgen für 26 bis 27 Grad warmes Wasser im an sich eher frostigen Frankenfels.
Kinder für Technik begeistern - das ist auch eines der Ziele, das sich die Firma Frequentis, Sicherheitslösungsanbieter aus Wien-Meidling, für ihr Sommerangebot für Mitarbeiterkinder gesetzt hat. Für 90 Euro pro Woche - Essen inkludiert - gibt's unter anderem Besuche im Technischen Museum und in Schönbrunn, Spaß in der Hüpfburg und die Möglichkeit, endlich zu erfahren, was Mama und Papa in der Arbeit wirklich den ganzen Tag so machen.
Langfristige Mitarbeiterbindung
Betreut werden die Kinder von jungen Pädagogen, darunter sind auch englischsprachige Nativespeaker - um, wie man bei Frequentis betont, den Kindern auch die Internationalität der Firma ihrer Eltern nahezubringen.
Außerdem sieht man die Kinderbetreuung als Mittel zur langfristigen Mitarbeiterbindung, dementsprechend soll es nach dem heurigen Pilotprojekt auch im kommenden Jahr wieder ein entsprechendes Angebot geben; und andere Firmen haben das Konzept bereits angefragt.
Dass in den Sommermonaten dringender Bedarf herrscht, wurde den Organisatoren bei Frequentis schnell klar. Von den 750 Mitarbeitern, die am Standort in Meidling tätig sind, meldeten etwa 100 ihre Kinder für eine oder zwei Forscher- und Entdeckerwochen an. Denn Eltern von Schulkindern sind in der Regel neun Wochen lang auf sich gestellt, während es im Kindergarten zumindest noch die Chance auf Betreuung gibt.
Vier bis fünf Wochen zu
Allerdings ist diese je nach Bundesland unterschiedlich hoch. Durchschnittlich hatten die österreichischen Kindergärten im vergangenen Jahr 22,5 Betreuungstage - also vier bis fünf Wochen - lang geschlossen, wobei es in Wien nur 1,5 Schließtage gab. Spitzenreiter ist die Steiermark mit 42,8 Schließtagen. Die Statistik Austria verzeichnet immerhin eine Besserung, gab es doch österreichweit 2006 durchschnittlich noch 27 Schließtage. Den größten Sprung machte in diesem Zeitraum Niederösterreich - von 26,1 auf 13 Tage ohne geöffnete Kindergärten. In Vorarlberg stieg hingegen die Zahl von 37,2 auf 38,5.
Die Bewohner des Pielachtaler Energy Camps sind aus dem Kindergartenalter längst heraußen. Während ihre Eltern die knifflige Betreuungsfrage zumindest für einige Tage gelöst haben, stehen sie jetzt vor anderen Problemen: Die Mittagszeit nähert sich, und die Sonne zeigt sich nicht. Also müssen die Kinder doch ausnahmsweise auf Feuer zurückgreifen. In holzsparenden Mini-Kochern, versteht sich. (Andrea Heigl, DER STANDARD, 27.7.2012)
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