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Gotsmy: "Alle haben ein Interesse, dass der Denkmalschutz gewahrt wird, dass das Otto-Wagner-Areal als solches geschützt wird und als Kulturdenkmal erhalten bleibt."

Johannes Gotsmy, geb. 1965, ist Jurist und arbeitet als Mediator im Bereich der Organisationsentwicklung.
Standard: Was passiert inhaltlich in der Phase der Hauptmediation?
Gotsmy: Jetzt geht es um die Erarbeitung von Nutzungsmöglichkeiten für das Areal.
Standard: Sind sehr viele konträre Vorschläge auf dem Tisch?
Gotsmy: Alle Gruppen haben Ideen. Jetzt wird geschaut, was ist das Gute an jedem Vorschlag, welche Interessen werden damit abgedeckt, welchen widerspricht er.
Standard: Wie viele Gruppen sind denn beteiligt?
Gotsmy: Zwei Bürgerinitiativen, die Stadt Wien, die Stadtentwicklungsgesellschaft und die Gesiba. Die Vamed und die MA 21 nehmen beratend teil. Die Initiative Denkmalschutz ist ausgestiegen.
Standard: Sind die Fronten bei Steinhof nicht bereits zu verhärtet?
Gotsmy: Ich glaube, es gibt viel Potenzial für eine Lösung. Die grundsätzlichen Anliegen gehen nur in ganz wenigen Punkten auseinander. Alle haben ein Interesse, dass der Denkmalschutz gewahrt wird, dass das Otto-Wagner-Areal als solches geschützt wird und als Kulturdenkmal erhalten bleibt. Es besteht breiter Konsens darüber, dass soziale Einrichtungen drinbleiben und dass die Erhaltung etwas kostet.
Standard: Einzelne Medien und die Oppositionsparteien kampagnisieren sehr stark. Wie sehr beeinflusst das den Prozess?
Gotsmy: Das macht es nicht leichter. Die Mediation lebt davon, dass ein gewissen Vertrauen besteht bei den Verhandlungsparteien. Es geht um das Zuhören, worum es dem anderen geht. Wenn das Ganze immer wieder auf die öffentliche Bühne gebracht wird, ist das nicht wirklich hilfreich.
Standard: Wann ist der Zeitpunkt für eine Mediation überschritten?
Gotsmy: Wenn es keine Gesprächsbereitschaft mehr gibt oder wenn unmittelbare Gefahr droht. Das gibt es zum Beispiel bei Unternehmen: Die Leute gehen zwar nicht mit dem Messer aufeinander los, aber da verschwindet plötzlich der Laptop vom Teamleiter, wenn der eine Präsentation halten muss. In so einem Fall muss man die Leute trennen.
Standard: Was kann Mediation bei Stadtplanungskonflikten bewirken, wo so viele Interessen aufeinandertreffen?
Gotsmy: Das ist die Stärke der Mediation. Gerade wo es darum geht, viele Interessen unter einen Hut zu bringen. Argument gegen Gegenargument aufzuwiegen ist Schwachsinn. Man muss eine Stufe tiefer gehen. Das ist auch die Stärke gegenüber Verfahren, wo einer die Entscheidung trifft, zum Beispiel bei Gerichtsverfahren. Das ist geeignet, um schnell einen Strich darunter zu machen, etwa, wenn es um eine Rechtsfrage geht.
Standard: Würden Sie auch eine Mediation abbrechen?
Gotsmy: Ja, wenn ich das Gefühl habe, dass eine Seite sie missbraucht, wenn jemand auf Zeit spielt, um im Hintergrund etwas vorzubereiten. Oder wenn es mir aussichtslos erscheint, weil eine Seite nur mauert und nicht an einer Lösung interessiert ist. Das würde ich in den Raum stellen und die Gruppe diskutieren lassen. Schlussendlich entscheiden die Beteiligten über einen Abbruch, nicht der Mediator.
Standard: Hat bei den aktuellen Themen wie Parkpickerl-Streit in Wien, Umweltzonen in Graz oder der Salzburger Altstadtsperre eine begleitende Mediation gefehlt, oder hätte das nicht dazu gepasst?
Gotsmy: Es ist eine zentrale Frage, wie man eine Bürgerbeteiligung aufsetzt. Da gibt es viele Stufen, der Zeitpunkt und die Art der Information sind ganz wichtig. Der Konflikt entsteht ja nicht von heute auf morgen. Es ist ein Fehler, wenn man die Stimmen engagierter Bürger negiert. Die Vorraussetzungen haben sich geändert: Heute kann sich jeder schnell und umfassend informieren. Alles ist transparenter geworden, es ist ein Wandel in der Herangehensweise, weil sich die Vorraussetzungen geändert haben. Ich glaube nicht, dass es eine Zeiterscheinung ist, die man aussitzen kann. Die Wutbürger haben sich emanzipiert. Je lokaler die Betroffenheit, desto besser eignet sich eine intesive Bürgerbeteiligung mit Mediation. (Julia Herrnböck, DER STANDARD, 27.7.2012)
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richtig und zukunftweisend. Konsens ist immer besser als ewiger Konflikt, womit nicht gesagt ist, dass es immer ein (fauler) Kompromiss sein muss. Man kann auch auf Überzeugung setzen und Alternativen erarbeiten, wenn der Wille vorhanden ist. Diesen zu stärken ist Sache des Mediators. Jede Mediation ist ein Abenteuer, das auch schlecht ausgehen kann, wenn es Teilnehmer gibt, die "betonieren". Das ist dann aber nicht die Schuld des Mediators, sondern die des "Betonierers".
dass die Leute die SPÖ immer wieder wählen, trotz all dieser Grundstücksdeals. Die SPÖ verscherbelt ja nicht nur am Steinhof irgendwelche Grundstücke, sondern auch im 13. Bezirk etc. Offenbar ist der Partei nichts zu peinlich.
Wie auch immer, einige Unklarheiten bestehen noch:
Welche Parteien haben die Änderung des Flächenwidmungsplanes zu verantworten und welche Parteien den Verkauf der Grundstücke?
Wurden die Pavillons östlich der Mittelachse auch schon verscherbelt oder sind die noch im Besitz der Gemeinde Wien?
Josef Afritsch-Heim im Schutzgebiet "Parkschutzgebiet" Hörndlwald, ehemals "Internationale Kulturstätte Hörndlwald" am Ende der Joseph Lister Gasse in 1130 Wien z.B.
Dort ist es seit Jahrzehnten sehr ruhig und ein Blick in den Flächenwidmungs- und Bebauungsplan angesagt.
Ebaut wurde die Ruine 1949-1953, Architekten waren Rudolf J. Böck, Adolf Hoch und Julius Bergmann.
schönreden bis die Balken krachen. Das kennt man nun schon zur Genüge von den derzeitigen Skandalen in der Politik. Entweder handelt es sich um Realitätsverweigerung oder einfachem "Nichterkennen" der tatsächlichen Situation von den Mediatoren. Das einzige was hier gewollt ist, Betonkubaturen gemäß dem gültigen Flächenwidmungsplan hineinknallen bzw. die schönsten Grünareale der Immobilienlobby zum Fraß hinwerfen.
Was macht die VAMED in der Hauptmediation? Bisher durfte niemand das Areal auf dem die VAMED baut angreifen, plötzlich sitzen Vertreter der VAMED in "beratender Funktion" in der Mediation. Kommt die gleiche Methode zur Anwendung wie bei Bauplatz A5+A6. Die GESIBA gibt Bauplätze an den KAV zurück und dieser verkauft an private.
kann man in den Wortprotokollen des Gemeinderats nachlesen. Alle dort genannten Befürchtungen der Opposition sind eingetreten.
Der Unterschied ist nur, dass die Grünen jetzt in der Stadtregierung sitzen und schweigen müssen....
grauslich!
Und der Unterschied ist, dass die großtönenden "Retter" des Areals ÖVP und FPÖ 2008 dem Verkauf an die Gesiba und die FPÖ 2006 der Flächenwidmung zugestimmt haben. FPÖ-Mahdalik (Ausschnitt Gemeinderats-Wortprotokoll): „Das Plandokument und die darin enthaltenen Festsetzungen bringen eine Verbesserung des Status quo. Sie beinhalten mehr Grünraum für die Bevölkerung und keine uns bekannten Nachteile, und zwar sowohl für die Anrainer als auch für die Bewohner des 14. Bezirks im weiteren Umkreis. Ganz im Gegenteil: Das wird viele positive Entwicklungen in diesem Bereich möglich machen. Und weil für uns, für die FPÖ, der Mensch immer an erster Stelle steht, meine Damen und Herren, werden wir diesem Plandokument und diesen Festsetzungen natürlich
würde die Lektüre des Wortprotokolls vom 27.April 2012 als Ergänzung empfehlen!
was soll man denn Politikern, welcher Farbe auch immer, noch glauben..
BM Häupl: "Das OWS IST gerettet, hat er gesagt - wie ist das zu verstehen???
die FPÖ meinte, "man kann ja gescheiter werden"
und die Grünen geben leider überhaupt nur mehr ein trauriges Schauspiel zu diesem Thema sei Gretner weg ist.
Der ÖVP muss man zu gute halten, dass sie zwei Anträge für die Überprüfung der Möglichkeit eines Weltkulturerbestatus für die Otto Wagner Anlage bisher eingebracht hat (2006, 2012), die immer von der Rathausmehrheit abgeschmettert wurden.
Danke für den Hinweis. Was können wir diesem Protokoll entnehmen:
- die Grünen hinterfragen für meinen Geschmack das Dogma "Wien wächst" zuwenig.
- polemischer Eiertanz von FPÖ und ÖVP
- die SPÖ ein komplexes Machtgefüge mit widersprüchlichen Tendenzen.
Insgesamt ist es in einem Rechtsstaat halt nicht ganz so leicht, ein genehmigtes Bauprojekt mirnixdirnix zu kippen. Da ist eine Mediation sicherlich die geeignetste Form das auszudiskutieren.
Die müssen nicht, die wollen.
Kaum an der Macht gilt es diese auch zu wahren, sei es auch um den Preis Kerninhalte preiszugeben. Ist alles kein Problem, nie war es klarer worum es geht und wie es geht.
"Mediationsmißbrauch" nennt sich das, was diese angeblichen Fachleute als Mediatoren hier bieten:
Der Realitätsverlust - ja die Realitätsverweigerung - hat bereits ein besorgniserregendes Ausmaß erreicht, Schönreden und Leugnen hilft nicht mehr, Ausflüchte sind sinnlos:
Es gibt keinen Kompromiß zwischen Bauen und vernichten, "ein bißchen schwanger" gibts nicht, da kann kein Mediator was aurichten, das komische Geschwurbel und Geschwafel dieses Menschen spricht Bände!
Zurücklegen den Auftrag, sofort, wenn diese Mediatoren noch ihr Gesicht wahren wollen und nicht als unfähige Kasperln untergehen wollen!
Aus mit der Mediation, Bgm. Häupl muß endlich ein Machtwort sprechen und der Fr. Vassilakou zeigen, ob Kultur in Wien Bedeutung hat
Sie müssen in jeder Hinsicht neutral bleiben. Sie können keine Seite zwingen, irgendeiner Lösung zuzustimmen. Sie müssen nur versuchen, das Gespräch in Gang zu bringen, zu halten und Kompromisse zu ermöglichen. Sie selbst können Aufträge nicht einfach zurücklegen, so lange sich die Teilnehmer an den Mediationsvertrag halten.
Wenn die "da oben" eine Mediation vorschlagen, dann ist das ein (schwaches) Zeichen dafür, dass sie doch lieber nicht "drüberfahren", aus welchen Gründen auch immer. Darauf nicht zu antworten, verhärtet die Fronten. Dabei zahlt zumeist die Bevölkerung drauf. Es ist besser, dem Gegher den schwarzen Peter des Scheiterns zuzuspielen als selbst von Haus aus das gespräch zu verweigern.
Hier die Links zur Wahrheit, was geplant ist und ohne Rücksicht auf Verluste durchgezogen werden soll:
Hier gibt es auch die Petition gegen die Verbauung:
http://www.steinhof-erhalten.at
und hier eine Petition zur Erlangung des Weltkulturerbe-Status:
http://www.aktion21.at/index.html?menu=183
Bitte unterfertigen Sie diese Petitionen!
Unsere Kulturgüter gehören UNS, nicht DENEN
Steinhof ist Otto Wagners " Weiße Stadt", um die wir international beneidet werden. Der "Kulturstadt Wien" ist das leider ziemlich egal. Gesiba darf einstweilen das Ensemble durch Verbauung der Grünflächen zerstören.
Die Mediation aussitzen und in der Zwischenzeit überlegen, ob man an russische Oligarchen, Chinesen oder doch an Ölscheichs verkauft, wird politisch nicht ausreichen. Wien braucht diese einzigartige Kultur- und Naturlandschaft als Gemeingut zum Gemeinwohl. Das wird auch Rot/Grün zu akzeptieren haben. Denn die nächsten Wahlen kommen bestimmt.....
P.S.: Vielleicht finden die rot/grünen Entscheidungsträger in den Sommerferien Zeit, in ihren Parteprogrammen zu schmökern ?
disqualifiziert Wien als Kulturstadt. Bisher gab es dazu drei Anträge im Wiener Gemeinderat (Wolf 2006, Gretner 2006, Leeb 2011). Dass man nicht einmal so einen Antrag stellen möchte - der ja noch nicht heißt, das er auch bei der UNESCO durchgeht!! - zeigt ja klar, dass man nur an einem "Verwerten" der Anlage interessiert ist und nicht an einer Erhaltung des wunderbaren Otto Wagner Konzepts!
Erschütternd ist dabei das Schweigen des Kultuurstadtrats und der "Kulturministerin".
Besonders beschämend ist auch die schwache Rolle des Bundesdenkmalamts!
Hatte sich im Dezember 2006 noch DI Sabine Gretner von den Grünen vehement für eine Anerkennung des Otto Wagner Spitals als Weltkulturerbe eingesetzt, haben die "jetzigen Grünen" das alles vergessen und sie betätigen sich nur mehr als Mehrheitsbeschaffer der SPÖ.
Und Frau Gretner hat sich in einen Privatberuf zurückgezogen - das sagt eigentlich alles...
Warum wohl? Der Initiative Denkmalschutz war der von der GESIBA diktierte Zeitdruck unerträglich - wird bis Ende August keine Lösung gefunden dann wird gebaut. Im Artikel unerwähnt bleibt, dass aus ähnlichen Gründen auch ein Vertreter der Bürgerplattform "Steinhof erhalten" aus der Mediation ausgestiegen ist...
Lieber kräftig lügen und Optimismus verstreuen nach dem Motto "Wir sind die Guten und haben alles im Griff!". Wenn sich dabei die lieben Mediatoren nur nicht täuschen. Aber das ist ja auch die Richtung der Politiker: "Nur nichts zugeben und Optimismus verbreiten bis alles den Bach runter geht". Ein Gegensteuern und Einsehen ist nicht gefragt.
Die Initiative Denkmalschutz ist ausgestiegen.
Aber ist ja wurscht...
Augenauswischerei das ganze, wer anderes glaubt, hat echt keine Ahnung von Politik (Vergleiche gibt es genug)
das macht unsere bauwerberfreundliche Wiener Bauordnung ja ohne weiteres möglich.
in 9 m Traufenhöhe (Bauklasse I !!) können Sie dann leicht drei Geschoße mit 2,50m Raumhöhe hineinpacken - und dann kommen noch die Schmähs mit den Dachgeschoßen und Gaupen dazu...
also: bei 16 m zulässiger Traufenhöhe in Bauklasse III - da können Sie jetzt selber rechnen, was da alles geht und auch bei guten Verbindungen zu den entsprechenden MAs toleriert wird!!
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