Gewaltiges Spiegelteleskop stellt "alles bisher Dagewesene in den Schatten"

26. Juli 2012, 18:29
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Deutsche Astronomen auf den Spuren der kosmischen Strahlung - Österreich unter den Partnerländern

Hamburg/Windhoek - Das weltweit größte optische Teleskop seiner Art ist bereit für seine vor ihm liegenden Aufgaben. Das 40 Meter hohe und 600 Quadratmeter große sogenannte Tscherenkow-Teleskop späht nach Gammastrahlen-Quellen und hat am Donnerstag in Namibia seinen Betrieb auf genommen. In Zukunft soll es unter anderem nach dem Ursprung der kosmischen Strahlung Ausschau halten und die Vorgänge in explodierenden Sternen und aktiven Galaxien unter die Lupe nehmen.

"Es wird die energiereichsten und extremsten Phänomene im Universum im sehr hochenergetischen Gammalicht beobachten", teilte das federführende Max-Planck-Institut (MPI) für Kernphysik in Heidelberg mit. Astrophysiker gingen davon aus, dass kosmische Gammastrahlen von natürlichen Teilchenbeschleunigern im All wie supermassiven Schwarzen Löchern, Doppelsternen, Pulsaren, Galaxienhaufen, Supernovae oder vielleicht auch den Relikt-Teilchen aus dem Urknall erzeugt werden.

Erweiterung des "H.E.S.S."-Experiments

"Das neue Teleskop erweitert das "H.E.S.S."-Experiment (High Energy Stereoscopic System), zu dem bereits vier "kleinere", seit 2004 in Namibia betriebene 12-Meter-Teleskope gehören", teilte die Universität Hamburg mit. Mit den vier Teleskopen hätten die Forscher bereits eine Vielzahl von Strahlungsquellen entdeckt, erklärte Dieter Horns vom Institut für Experimentalphysik: "Doch das neue Teleskop stellt alles bisher Dagewesene sprichwörtlich in den Schatten".

Das Teleskop "H.E.S.S. II" wurde unter Beteiligung der Hamburger Universität in Namibia gebaut. Neben dem MPI sind außerdem die Universitäten Erlangen, Tübingen, Heidelberg, Bochum und die Humboldt-Universität Berlin beteiligt. Internationale Partnerländer sind Frankreich, Armenien, Schweden, Österreich, Großbritannien, Irland, Polen, Tschechien, Australien, Namibia und Südafrika. (APA/red, derstandard.at, 26.7.2012)

  • Das H.E.S.S. II, umgeben von seinen vier kleinen "Brüdern" in der namibischen Wüste. Das bislang größte  Tscherenkow-Teleskop soll nach hochenergetischen Gammastrahlen Ausschau halten.
    foto: h.e.s.s. collaboration, clementina medina

    Das H.E.S.S. II, umgeben von seinen vier kleinen "Brüdern" in der namibischen Wüste. Das bislang größte Tscherenkow-Teleskop soll nach hochenergetischen Gammastrahlen Ausschau halten.

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