Mehlpreis könnte bald ordentlich steigen

  • Ein Kilo Mehl könnte für den Bäcker bald 50 Cent kosten.
    foto: apa/gindl barbara

    Ein Kilo Mehl könnte für den Bäcker bald 50 Cent kosten.

"Wohl zwischen 15 und 20 Prozent" sagen die Mühlenbetreiber und nennen als Datum August oder Anfang September

Wien - Die Österreichische Ernte ist noch nicht einmal eingefahren. Trotzdem dürften die Mehlpreise schon bald deutlich steigen: "Momentan schnellt unser Einkaufspreis nach oben. Aus jetziger Sicht ist eine drastische Preiserhöhung noch im August oder Anfang September um 15 bis 20 Prozent notwendig", sagte Otto Glanzer, Beitreiber einer gleichnamigen Mühle in Kärnten.

Getreide sei derzeit um 30 Prozent teurer als im langjährigen Schnitt - mit 270 Euro pro Tonne. "Wegen Spekulation", glaubt Glanzer. Aber auch eine Dürre in den USA und Folgen von Frost und Trockenheit im Frühjahr in Europa spielen eine große Rolle bei der Preisentwicklung.

Brotpreis dürfte nur leicht steigen

"Wir beobachten die derzeitige Getreidepreisentwicklung auf den internationalen Märkten mit Sorge", sagte auch Reinhard Kainz, Innungsgeschäftsführer des Lebensmittelgewerbes (Bäcker), auf Anfrage. Er erwarte den Zwischenbericht zur Ernte der Agrarmarkt Austria Ende kommender Woche bereits mit Spannung. Denn: "Die Österreichische Ernte ist ein wesentlicher Punkt", so Kainz.

Bei den Bäckern macht das Personal mit 44 Prozent einen weit höheren Kostenanteil aus, als jener des Rohstoffes Mehls mit 32 Prozent, der Rest sind andere Kosten. Dass der Brot- oder Semmelpreis im selben Ausmaß steigt, wie jener des Mehles, ist nicht zu erwarten: "Die Auswirkung des Getreide- bzw. Mehlpreises auf jenen von Brot oder Semmeln darf nicht nur rohstoffbezogen diskutiert werden", sagte Kainz.

Kritik an Warenspekulationen

Glanzer kritisierte "Spekulationen mit dem Lebensmittelgrundstoff Getreide" massiv: "Ich verstehe, wenn mit Öl spekuliert wird - aber doch nicht mit einem Lebensmittel. Wir leben ja beinahe schon mit Tagespreisen." Die Preise entwickelten sich auch nicht mehr linear, wie es früher gewesen sei - "sondern gleich in riesigen Sprüngen". "Wohl spätestens am 1. September" werde ein Kilo Mehl dem Bäcker im Großeinkauf "Richtung 50 Cent" kosten. Momentan sind es noch 40 Cent. "Ich hoffe auf eine Form der Regulierung", sagte der Müller.

Laut dem ersten Erntebericht 2012 von der Versuchsanstalt für Getreideverarbeitung (VFG) in Wien fielen Proben aus dem Burgenland, dem Wiener Becken, dem östlichen Weinviertel in Sachen Hektarerträgen "unterdurchschnittlich" aus. Ursache dafür war monatelange Trockenheit, Spätfrost und Niederschläge zur falschen Zeit, steht im Bericht. Im westlichen Niederösterreich sowie in Oberösterreich werden dagegen normale Ernteerträge erwartet.

Roggen wurde bisher nur wenig untersucht, so die VFG. Weizen falle beim Hektolitergewicht von im Schnitt mehr als 82 Kilogramm aber - zumindest im Erstbericht - sehr gut aus. Die Kornausbildung sei im Wesentlichen normal, vereinzelt sei Wanzenstich zu beobachten. Der Proteingehalt liege im hohen Bereich. (APA, 26.7.2012)

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Interessant

Der internationale Weizenpreis ist von 2007 bis 2010 um rund 60% gefallen. Ich habe nichts davon gemerkt, das das Mehl in diesem Zeitraum billiger geworden ist. Heute ist das Weizen-Preisniveau niedriger als 2007. Dass es in Österreich niedriger ist als bspw. 1985, sei noch zusätzlich angemerkt. D.h. bei Weizen und anderen Getreidesorten gab es in den letzten 27 Jahren keine Inflation, sondern Deflation.

der weizen wird ja nicht 1:1 weiterverkauft, wie er eingekauft wird. er wird verarbeitet, transportiert, etc. - das kostet auch geld, und diese kosten sind auch schwankungen unterworfen (löhne, energiepreise, ...).

Dann sollen die Verarbeiter ...

... aber nicht über steigende Rohstoffpreise jammern! Und schon gar nicht dies Rohstoffpreise als Begründung für ihre eigenen Preiserhöhungen hernehmen. Die Wahrheit ist: Sie gehen mit ihren Preisen sowieso immer rauf, ob die Rohstoffe steigen oder fallen.

Ich lach mich tot. Um auf die Inflationsrate durchzuschlagen......

....muss sich der Mehlpreis vermutlich verzehnfachen. Sollte dem Standard nicht passieren - oder der Autor hat von VWL keine Ahnung.

Was heißt da Spekulation?

"Laut dem ersten Erntebericht 2012 von der Versuchsanstalt für Getreideverarbeitung (VFG) in Wien fielen Proben aus dem Burgenland, dem Wiener Becken, dem östlichen Weinviertel in Sachen Hektarerträgen "unterdurchschnittlich" aus."
Aha. Weniger Angebot bei konstanter Nachfrage --> Preis steigt. - Überraschung.

Wenn der Benzinpreis um 20 % steigt

findet man eine vierstellige Anzahl an Postings in diesem Forum. Das nennt man Lobbying. Aber Brot braucht ja nur eine Minderheit.

Der Brotpreis wird ja auch nicht wirklich steigen - schon gar nicht um 20%.

Und für die 70 Euro die man vertankt, deck zumindest ich für mehrere Jahre meinen Mehlbedarf.

Na dann helf ich mal mit einem Brotrezept weiter. ;-)

Zutaten (bio) liegen bei ca. 1,50 Euro.

Und obwohl man nichts kneten oder gehen lassen muss, funktionierts super!

http://www.chefkoch.de/rezepte/1... nbrot.html

Danke! ohne gehen lassen ... das muß ich probieren!!!

Bitte. Viel Erfolg! ;-)
Funktioniert überraschend gut. - Allerdings würd ich es ein bisschen länger als 1h im Rohr lassen, ist bei mir sonst innen noch ein bisschen zu "feucht".

Kommt aber wahrscheinlich auch auf die Backform an...

wer lesen kann ist klar im vorteil

Die Zutaten in der genannten Reihenfolge mischen und mit Küchenmaschine oder dem Rührgerät mit den Knethaken zu einem Teig verarbeiten. Dieser ist relativ flüssig.

?

Versteh ich nicht. - Vielleicht kann ich wirklich nicht lesen.

Knethaken ist ja nicht kneten - und dass man bei allem was man bäckt, die Zutaten irgendwie vermengen muss, sollte außer Streit stehen!

vor dem EU-Beitritt

hat das Kilo Mehl auch 7 öS gekostet.
Damals war die Stimmung "Bevor die österreichischen Mühlen schließen müssen, zahl i lieber a bisserl mehr".
Und wenn man sich jetzt die Postings anschaut ...

ja genau nur weiter so bis ein Kilo Brot 10 euronen Kostet und das Volk anfängt sich aufzulehnen, und das ganze system samt der EU und denn Polit marionnetten in Brüssel den Bach runterläuft !!

Brotpreis dürfte nur leicht steigen

Das liegt daran, dass in den Semmeln immer weniger Mehl reinkommt und immer mehr Hilfsstoffe. Manchmal erinneren mich die Semmeln eher an Styropor als and frisches Gebäck. Wenn ich da an die noch echten Semmeln vom Bäcker aus meiner Kindheit denke, das war halt noch was....

Bin ich ganz bei Ihnen ... der letzte Bäcker, der anständige Semmeln verkauft hat, hat die Filiale bei uns wieder zugesperrt: zuwenig verkauft. Leider muß ich gestehen, daß auch mein Gaumen sich mittlerweile an 0815 Brotsorten gewöhnt hat. Aber es war sehr anständige Ware. Anderes Mehl, andere Fallzahl, das hat man geschmeckt. Hätte mich gerne wieder umgewöhnt!

sentimentaler Quatsch!

es gibt zum Glück noch Bäcker, die selber backen - nicht viele, aber es gibt sie noch ...

ja - dort bekommt man dann eine handsemmel für 1€.

bei denen, die die Dodln ausnehmen - ja

sonst kosten sie das übliche (was mMn. auch zu teuer ist, aber immerhin besser schmeckt)

Hier kenn ich nix, was da in frage kommen würde. Und bevor ich 45min durch Wien fahre um 3 Euro zu sparen... Da ist mir die Zeit wichtiger.

zum Glück wohn ich nicht in Wien ..

alternative

selbst backen. alle abzocker ausgetrixt :)

Schon, aber wozu leb ich dann in einer Wirtschaft wie der unseren, wenn ich alles und jedes selber machen muß?

Deostift selbst gemacht = fantastisch hautfreundlich, super billig (und geht schnell) ... aber.

und Hosen und Hemden/Blusen selber nähen ist auch billig, cool, bessere Qualität (falls ein guter Stoff aufzutreiben ist!). aber.

selber backen ? da hast das aber den Spekulanten gezeigt

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