"Kleine Zeitung" will "Gratiskultur" im Internet beenden

26. Juli 2012, 15:09
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Relaunch aller Plattformen - Bezahlmodelle für Premium-Inhalte

Die "Kleine Zeitung" will die Gratiskultur bei digitalen Inhalten beenden. Dies berichtete "Kleine"-Chefredakteur und -Geschäftsführer Hubert Patterer am Donnerstag der APA. Ab Herbst steht der Cashcow der Styria Media Group ein Relaunch aller ihrer Plattformen, also auch der Printausgabe, ins Haus. Ziel sei es, eine einheitliche optische und vor allem inhaltliche Identität zu schaffen und intelligente Bezahlmodelle für Premium-Inhalte zu entwickeln. Ein fixes Konzept gebe es noch nicht, grundsätzlich sollen Print- und Onlineredaktion stärker zusammenwachsen. Sowohl die räumliche als auch die kollektivvertraglichen Trennwände will Patterer niederreißen, so dass "ein multimediales Kraftwerk entstehen kann, aus dem alle Plattformen bespielt werden".

Personalkosten senken

Patterer wehrt sich unterdessen gegen das in den Medien kolportierte Bild, die "Kleine Zeitung" stecke in wirtschaftlichen Schwierigkeiten und müsse Journalisten abbauen. Aufgrund von Vorgaben, die die gesamte Styria-Gruppe betreffen, müssen im nächsten Jahr die Personalkosten - in allen Styria-Medien - um fünf Prozent gesenkt werden. Bei der "Kleinen Zeitung" will man das damit erreichen, dass natürliche Abgänge nicht nachbesetzt werden, Altersteilzeitregelungen getroffen und Urlaubstage abgebaut werden. Ab Herbst kommt es auch zu einem befristeten Anstellungsstopp, der vornehmlich jene Pauschalisten trifft, die bei der jüngsten Anstellungswelle nicht zum Zug kamen. Für die betroffenen Pauschalisten will Patterer Übergangs- beziehungsweise einvernehmliche Lösungen erarbeiten.

"Wirtschaftlich schwieriges Umfeld"

Die "Kleine Zeitung" hat laut Patterer in den vergangenen zweieinhalb Jahren 24 junge Kollegen im Printbereich und elf Mitarbeiter im Onlinebereich angestellt und das "trotz eines wirtschaftlich schwierigen Umfeldes und in einer Dimension, die in keinem anderen Printmedium stattgefunden hat". Die letzte Tranche wurde im Juli dieses Jahres angestellt. Aufgrund der verschärften wirtschaftlichen Rahmenbedingungen könne man diese Welle allerdings nicht unbegrenzt fortsetzen - "das ist ein Diktat wirtschaftlicher Vernunft". Die Branche stehe vor massiven Umbrüchen, denen die "Kleine Zeitung" frühzeitig gegensteuern und sie mit einem aktiven Kostenmanagement offensiv und dynamisch managen wolle, erklärte der Chefredakteur. Betriebsbedingte Kündigungen oder Personalabbau seien aber kein Thema, betonte er. (APA, 26.7.2012)

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