Asiaten kaufen fleißig Volkswagen

26. Juli 2012, 17:13

Umsatz legte um knapp 23 Prozent auf über 95 Milliarden Euro zu. Jedes dritte Auto wird in China genutzt, Zugpferd Audi entlässt Leiharbeiter

Wolfsburg - Das starke Asien- und Amerika-Geschäft sichert Volkswagen trotz der schweren Krise auf Europas Automärkten weitere Zuwächse. Im ersten Halbjahr verdiente der Konzern damit unterm Strich mehr als 8,8 Mrd. Euro, fast 36 Prozent mehr als bis zur Jahresmitte 2011. Diese Zahlen gab VW am Donnerstag in Wolfsburg bekannt.

Vorstandschef Martin Winterkorn sagte mit Blick auf die massiven Absatzprobleme vieler Autobauer in den west- und südeuropäischen Krisenländern, Volkswagen komme vor allem seine weltweite Aufstellung zugute. "Unsere Stellung auf den Weltmärkten wird uns trotz des fordernden Umfelds helfen, die Entwicklung des Gesamtmarktes zu übertreffen."

Jedes dritte Auto in China genutzt

Vor allem in Asien läuft es für Europas größten Hersteller nach wie vor rund. Mit 1,3 Millionen Modellen wurde seit Jahresbeginn fast jedes dritte Auto aus dem Konzern auf dem wichtigsten Einzelmarkt China ausgeliefert (plus 17,5 Prozent). In der gesamten Region legte VW um 17,6 Prozent zu. Auch für Amerika stand nach den ersten sechs Monaten ein dickes Plus in der Vertriebsstatistik: In den USA betrug die Steigerung über 30, in ganz Nordamerika immerhin 22,1 Prozent.

Der Umsatz legte insgesamt um 22,6 Prozent auf über 95 Mrd. Euro zu, auch wegen des Einbaus des 2011 übernommenen Münchner Lkw-Spezialisten MAN. Bei den Verkäufen lag Volkswagen ebenfalls im Plus. Von Jänner bis Juni lieferten die einzelnen Marken rund 4,6 Millionen Fahrzeuge aus - 10,3 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Sein Betriebsergebnis von 11,3 Mrd. Euro will VW in diesem Jahr zumindest halten. "Wir gehen davon aus, unsere gesteckten Ziele zu erreichen", sagte Winterkorn. Weil das Management seine bisherigen Prognosen aber vorsichtshalber nicht erhöhte, reagierten Börsianer zunächst etwas enttäuscht. Beim Umsatz will VW den Rekordwert des Gesamtjahres 2011 (159,3 Mrd. Euro) noch einmal übertreffen, auch der Absatz (8,3 Millionen Fahrzeuge) soll ausgebaut werden.

Investitionen in Golf 7

Vor Steuern und Zinsen konnte die VW-Gruppe den Gewinn seit Jänner um 6,7 Prozent auf fast 6,5 Mrd. Euro steigern - obwohl kräftig investiert wurde. Ein Teil der 3,4 Mrd. Euro floss in Techniken wie den Modularen Querbaukasten MQB, der die Fertigung einheitlicher und günstiger machen soll. Der im August anlaufende Golf 7 ist nach dem Audi A3 das zweite Konzernmodell, das auf dem MQB basiert.

Auch vom ersten zum zweiten Quartal gab es Zuwächse. Das gesamte Halbjahresergebnis fiel aber auch deshalb so gut aus, weil VW neben dem gesondert erfassten China-Geschäft die Optionen zur Übernahme der restlichen Porsche-Anteile neu bewertete. Ein Buchgewinn fiel auch 2011 an, die Porsche AG soll zum 1. August voll integriert werden.

Zugpferd Audi entlässt Leiharbeiter

Neben der Kernmarke VW-Pkw bleibt vor allem die Ingolstädter Oberklasse-Tochter Audi ein wichtiges Zugpferd. Die Tochter trennt sich nun von Hunderten Leiharbeitern in Neckarsulm. "In Neckarsulm ist in den letzten beiden Jahren die gesamte Modellpalette neu angelaufen", sagte ein Sprecher am Donnerstag auf dpa-Anfrage. "Da diese Phase außergewöhnlichen Wachstums nun erfolgreich abgeschlossen ist, kann auch der Umfang der Leiharbeit sukzessive reduziert werden." Zuvor hatte der SWR berichtet, dass sich der Autobauer innerhalb eines Jahres schrittweise von mehreren hundert Leiharbeitern trennen wolle. Spekulationen des Senders, dass der Abbau mit einer geringeren Nachfrage in Südeuropa zusammenhänge, bestätigte der Sprecher nicht. Audi beschäftigt in Deutschland rund 2.800 Zeitarbeiter, die Hälfte davon in Neckarsulm.

VW will Nummer Eins werden

Ein Blick zur Konkurrenz zeigt. Auch der Wettbewerber Daimler verdiente im zweiten Quartal weniger, der französische Anbieter Peugeot Citroen rutsche tief in die Verlustzone. Beim spanischen VW-Ableger Seat zog der Gesamtabsatz an - in seinem Heimatmarkt bleibt das Unternehmen jedoch in Schwierigkeiten. Die Lkw-Tochter MAN fuhr im zweiten Quartal in die roten Zahlen, beim schwedischen Lkw-Bauer Scania sank der Gewinn um ein Drittel.

Volkswagen will bis spätestens 2018 größter Autohersteller der Welt werden und zehn Millionen Fahrzeuge absetzen. Einige Beobachter halten das bereits 2015 für möglich. Im vorigen Jahr war der größte deutsche Industriekonzern mit rund 8,3 Millionen Wagen zur Nummer zwei hinter dem US-Rivalen General Motors (9 Millionen) aufgestiegen. (APA, 26.7.2012)

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17 Postings

erschwingliche solar-autos müssen dann erst aus china nach europa kommen oder wie?
wann kommt das erste auto zum selber bauen und servicieren?
in einer ausbeuter-industrie goar net, sowas aber auch...

was ist ein solar-auto?

Ein New Beetle ist kein Käfer

Dann hätte ich nämlich einen!

Endsieg

der VW-Touareg siegte in Nordafrika (bei Rennen), hässliche Santanas verunziehren China und machen den Chinesen ganz wild auf Horch & Co, in Spanien regiert eine deutsche Vasallenmarke Seat, Deutschland ist wieder eine Weltmacht! Statt Kraft durch Freude heißt es nach dem Anschluss der kleinen österr. Firma Porsche zwar Freude durch Kraft (d.h. PS) aber das macht nix. Wenn das der olle H. noch erlebt hätte!!!!

auf dem foto ist das einzige fahrzeug von vw, dass mich emotional berührt (hat)!

echt?

Für mich ist es der VW Bus, vor allem der T3 Syncro, in Summe seiner Eigenschaften unerreicht.
Und auch ein 1ser Golf in gutem Originalzustand bewegt mich inzwischen mehr als ein Käfer.

mich hat mein letzter VW auch emotional berührt (passat) so sehr dass ich ihn am liebsten in eine schlucht geschmissen hätt´
klumpert sondergleichen null qualität

ich fahre privat seit jahrzehnten! citroen, beruflich

aber in den letzten jahren vw-passat und jetzt audi-a6. schick,komfort & technik sind gut in meinem c5 v6/240hdi vereint. der audi a6 besticht durch fast perfekte verarbeitung bis ins detail. bei diesen autos spiegelt sich meiner meinung nach auch die beiden länder frankreich und deutschland wieder. für die einen ist es das savoir-vivre und für die deutschen sprich preussen der fleiss und die disziplin die sich in diesen autos wiederspiegeln. die einen möchten komfortabel von a nach b reisen, die anderen möglichst schnell und sicher. und der audi wird ständig verbessert und weiterentwickelt wohingegen die franzosen das ding gerne mal neu erfinden. kühle perfekte technik ist eben auch auch unsym-phatischer als ein auto mit modernen schick...

Fiat-Chef wirft VW "Blutbad" vor

Angesichts der Schuldenkrise scheint die europäische Autobranche auf dem Weg in eine Zwei-Klassen-Gesellschaft: Während die deutschen Hersteller mit Ausnahme von Opel von ihrer starken Position profitieren, stehen andere mit dem Rücken zur Wand. Fiat-Chef Marchionne teilt deshalb in Richtung VW aus.

http://www.n-tv.de/wirtschaf... 23746.html

tja sind immer die anderen schuld...

Najo, er hat ja nicht unrecht. VW ist wirklich eine Krake. Aber es ist nun mal nicht Zweck eines Konzerns allgemeinwirtschaftlich zu denken, sondern Gewinne zu erwirtschaften und wenn möglich eine marktbeherrschende Stellung zu erreichen um dann in Folge die Gewinne ausbauen zu können. VW vorzuwerfen, dass sie Fiat, PSA & Co vernichten wollen ist lächerlich. Natürlich wollen sie das. Wer freut sich schon über Konkurrenz?

vernichten oder vernichtet werden.

die marktwirtschaft ist kein kuschelkurs

Also der Standard ist für mich jene Online-Zeitung

mit den meisten Fehlern in den Überschriften.

Ich dachte immer, dass dieser Konzern "VolkSwagen" heißt.

Davon können Frankreichs und Italiens Autobauer nur von träumen.

Mit dürftiger Modellpolitik und anderen Unzulänglichkeiten lassen sich weltweit keine Erfolge einfahren.

Asien und Amerika sind zudem so fern, dass dort der vielzitierte 'Heimvorteil' nicht zum tragen kommt.

Na ja, es gibt noch Hoffnung:

Vielleicht (über Umwege) wird wieder der deutsche Steuerzahler Frankreichs 'Autoikonen' mitfanzieren müssen.

Nicht das Starke wird gestützt, sondern das Schwache genährt - das ist das Problem unserer heutigen Zeit.

befürchte eher

die Leuten sind zu dumm, was anderes zu fahren

1,3 Mio PKW in China nur in einem halben Jahr und nur VW

In China ist das kaum Ersatz von Altbestand sonder das sind zusätzliche Fahrzeuge, der Benzin/Dieselverbrauch in China muss explodieren. China sorgt dafür, dass das Erdöl bald ausgeht ;-)

und was werden sie jetzt unternehmen?

In China keinen Parkplatz suchen ;-)

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