Wie sich London für die Spiele hübsch macht

Ansichtssache | Britta Burger
26. Juli 2012, 17:15

Das Londoner East End ist schon lange kein Cockney-Klischee voller schlagfertiger Taxifahrer und Fish-and-Chips-Buden mehr. Relativ günstige Mieten, große viktorianische Industriegebäude und Zentrumsnähe haben im vergangenen Jahrzehnt Künstler und Musiker, dicht gefolgt von Nachwuchsdesignern, Stylisten und Modefotografen, in die Gegend gelockt. Besonders Shoreditch und in den letzten Jahren Dalston wurden Kreativzentrum und Hipster-Spielplatz.

Doch für Nichtverdiener ist Ostlondon mittlerweile ein schwieriges Pflaster: Viele der Jugendlichen, die vor zehn Jahren in den Londoner Osten gezogen waren, haben sich zu Bobos mit vollbiologisch ernährtem Nachwuchs entwickelt. Auch die Banker, die in der angrenzenden City arbeiten, finden die Gegend mittlerweile gut. Die Mieten schossen in die Höhe, alteingesessene East Ender können sich Ostlondon oft nicht mehr leisten. Trotz erhöhter Kunstzeitschriften- und Biogemüsedichte war Hackney wenig überraschend eines der Epizentren der Aufstände im letzten Sommer.

Verliert die Gegend den Coolfaktor, den junge Kreative suchen? Rondo begab sich auf Spurensuche in jenen Vierteln der Stadt, die gerade während der Spiele im Rampenlicht der Weltöffentlichkeit stehen werden.

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foto: britta burger

Lily Newark, 17

Lily ist Schauspielschülerin und eigentlich aus dem Westlondoner Nobelviertel Victoria, verbringt aber den Sommer bei Freunden im Ostlondoner Mile End. Sie mag das East End, findet aber, dass Ostlondoner zu Cliquenbildung neigen. "Man erkennt schon am Outfit, welche Art von Hipster sie sind." Lily freut sich auf Olympia, weil sie von ihren Eltern Tickets für die 800-m-Staffelfinale bekommen hat.

Lily trägt ein Ashish-Top, einen American Apparel- Rock und House of Holland x Superga-Schuhe, fotografiert haben wir sie in Hackney Marshes, 1,8 Kilometer Luftlinie entfernt vom olympischen Park.

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Verzichtbarer Blödsinn - von Sport keine Spur, nur noch Geschäftemacherei, importierte Wachleute, Prostituierte und billiges Reinigungspersonal!

Ganz Europa ist bankrott, hunderttausende Briten sind pleite, ohne Job und ohne Wohnung, aber für so einen Schmarrn wie Olympia ist Geld da ( 1 Milliarde Euro oder mehr?), ein Festerl das in ein paar Jahren kaum einer noch kennt und die Olympiasieger schon gar nicht. Oder kennt vielleicht noch wer die Sieger von Peking???? Oder von... wo war das noch mal?

Nebenbei werden wir wieder von den TV-Sendern wochenlang mit Schrott und Müll zwangsbeglückt!

Die Londoner müssen abgesperrte Bezirke ertragen und weil die Veranstalter wirklich ALLES um Olympia verkauft haben, dürfen die Wirte nicht mal "Olympia" wo stehen haben oder was anderes im Olympiabereich als Coca-Cola verkaufen, selbst Pommes darf nur noch eine einzige Firma verkaufen (!).

neugier

ich frage mich: welcher wr. bezirk wird demnächst (oder ist gerade dabei) als 'szenig' entdeckt (zu werden)? 15.?

16. rund um den Brunnenmarkt, hat sich vor ein paar Jahren wahrscheinlich auch niemand gedacht, dass sich dort mal "Bobos" ansiedeln werden... der 2./15. werden sicher auch bald folgen...

aber

2. und 16. brunnengassen/yppenmarkt sind schon ein alter hut.
20. und 15. vermute ich mal (weiß nicht, ob der 20. bereits 'hot' ist).

weiß nicht, ob der 20. bereits 'hot' ist

eher nein. meines wissens gibts dort noch keine ecke, die von bobos okkupiert wurde.

dann stehen die chancen gut! wobei der an den augarten angrenzende teil doch sicher akzeptabel ist.

ist aber

schon lange nicht mehr billig, denke ich. wollen sie dort hinziehen?

ach so..

aber warum eigentlich nicht?

in abwandlung von "ich will so bleiben wie ich bin"
-> "ich will dort bleiben wo ich bin".

aha

ich dachte, sie wollten andeuten, daß ihnen der sinn nach veränderung stünde.

veränderung? es reicht vollauf, dass die terrasse und fassade neu gemacht werden.

terrasse?

wow...
da kann ich mit meinem 1-quadratmeter-balkon nicht mithalten.

in diesem punkt nicht, nein, aber was heisst das schon ...

Das Wort an sich geht mir auf die Nerven. Jeder Müll wird irgendwo als Hipster abgetan. Vollbart - Hipster, Brille - Hipster, Fahrrad - Hipster alles was irgendwem nicht passt - Hipster.

Vielleicht könnte man ja wieder dazu zurückkehren gewisse Sachen einfach mit "sieht Scheisse aus" abzuqualifizieren.

Sie mögen durchaus recht haben, leiden aber wohl unter den Menschen, die sich selbst als Hipster bezeichnen, wenn sie oben genannte Dinge tragen oder fahren.

Ich hab´ etwa nichts gegen Vollbärte oder alte Räder; aber wenn sich einer vor mich stellt einen Vollbart hat und sagt er hätte den jetzt erfunden und ist somit hip und in, dann formen sich meine Gesichtsmuskeln doch ein wenig in Richtung eines (Be)Lächelns.

Achso das ist ein Modetrend. Ich dachte mir schon unsere Generation verarmt, weil "alle" solche Fetzen anhaben, alte Räder fahren, Brillen ohne Gläser tragen und sich keinen Rasierer leisten können.

Na bin ich erleichtert.

die alles entscheidende frage ist: ist ostlondon jetzt over oder still cool?!

meine these: wenn derartige artikel in österreichischen mainstream-medien landen, ist der *hype* schon ziemlich vorbei.

jetzt kommt die weniger hipse aber kaufkräftigere consumer-group, und ist scharf darauf, in kleinen sündteuren läden arty kartoffelschäler mit handgehäkeltem etui zu erwerben -
und zahlt für derartig authentisches loha-feeling (!) teure mieten

Bei Vollbart denke ich nur noch an Taliban und Bomben, bei Kahlköpfen an Neonazis und Skonheads, und bei halbnackten jungen Schick-Mädels an verzogene unreife Gören mit desinteressierten Eltern.

Zwar schon bisserl alt, aber immer noch sehr passend. http://www.youtube.com/watch?v=lVmmYMwFj1I

Die Lilly schaut eher aus wie eine gefrustete 13jährige als wie eine junge Frau.

Vielleicht ist das die aktuelle Rolle, die sie in ihrer Freizeit nun übt...

Ist es möglich, daß diese Hipster eine Fortsetzung oder Nachahmung der sogennanten "Mods" der sechziger Jahre sind?

Die Mods waren bekannt für ihr enormes Mode-/Stilbewußtsein und Cliquenbildung.
Diese Szene hatte ihre Heimat in London verschwand aber am Beginn der 70er wieder, weil plötzlich alle mitmachen wollten und die "echten" Mods, der harte Kern, dann keine Lust mehr hatte. Londoner Ecken wie die "Carnaby Street" sind erst durch die Mods entstanden

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