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Die GUADEC hinterlässt unübersehbare Spuren in A Coruña.

Derzeit nur ein - ambitionierter - Vorschlag.
Lange um den Brei herumzureden scheint nicht die Sache der EntwicklerInnen des Linux-Desktop-Projekts GNOME zu sein: Gleich in einem der ersten Talks der am Donnerstag im spanischen A Coruña gestarteten GUADEC-Konferenz ging es an das sprichwörtliche "Eingemachte". In diesem zogen die beim Softwarehersteller Igalia angestellten Entwickler Xan Lopez und Juan Jose Sanchez Bilanz über den aktuellen Stand von GNOME, und versuchten sich in Folge gleich an einer Vision für eine mögliche Zukunft des Projekts.
Stärken
GNOME habe fraglos seine Stärken, dazu gehöre neben der offenen und egalitären Entwicklungsweise auch die Stetigkeit, mit der man es schaffe seit 15 Jahren regelmäßig neue Versionen der Software zu veröffentlichen. Zudem könne man auf hervorragende Kerntechnologien zurückgreifen, und habe dank GNOME3 mittlerweile eine moderne User Experience aufzuweisen.
Probleme
Gleichzeitig sei aber unübersehbar, dass das Wachstum der gesamten Branche derzeit an ganz anderen Stellen passiere, gerade im mobilen Bereich - einst eines aktivsten Felder für GNOME-Firmen - habe man längst den Anschluss verloren. Zwar gebe es durchaus Bestrebungen GNOME wieder in dieser Richtung zu bewegen, etwa für die Touch-Nutzung zu optimieren, bisher beschränken sich diese Initiativen aber vor allem auf Design-Arbeiten oder einzelne Entwickler, die Community als Ganzes scheint hingegen noch immer stark dem klassischen Desktop verhaftet zu sein.
Vision
All dies sei nicht zuletzt Ergebnis eines zentralen Defizits: Dem Fehlen einer großen gemeinsamen Richtung und Vision für das Projekt. Nicht unbedingt leichter werde die Situation dadurch, dass mittlerweile die Unternehmensbeteiligung am Linux-Desktop als Ganzes zurückgegangen ist, womit auch die zur Verfügung stehenden Ressourcen signifikant reduziert wurden. Zudem habe dies den Effekt, dass man laufend erfahrene EntwicklerInnen verliere, die bei iOS oder Android bessere Chancen sehen.
GNOME4
Um all dem entgegen zu wirken, schlägt man also einen Plan vor, den man in Stichwörtern folgendermaßen umreißt: Mehr GNOME3 (in Form der Neugestaltung der Kernanwendungen, wie sie ohnehin gerade im Laufen ist, Anm.), mehr "Mobil" sowie die Transformierung von GNOME zu einem vollständigen Betriebssystem / einer eigenen Distribution. Der konkrete Vorschlag wäre, sich die nächsten drei Release-Zyklen ganz auf diese Unterfangen zu konzentrieren, so dass dann im März 2014 aus dem hier eigentlich vorgesehenen GNOME 3.12 ein GNOME 4 werde, das gleichzeitig auch gleich ein vollständiges GNOME OS ist.
Erklärung
Mit GNOME OS meint man natürlich kein neues Betriebssystem, sondern ein Linux-basiertes System, das allerdings über die bisherige Beschränkung von GNOME auf den Desktop hinausgeht, sich etwa auch um Installation, Systemeinrichtung und Updates kümmert. Ebenfalls für GNOME 4.0 sollte nach diesem Vorschlag eine angepasste mobile User Experience für den Desktop erstellt werden, das System so auf Tablets nutzbar werden. Zudem würde man für diesen Meilenstein eine eigene, neue Infrastruktur für Q&A und Buildbots benötigen.
SDK
Im weiteren Verlauf der GNOME4-Reihe soll dann - endlich - ein vernünftiges Software Development Kit (SDK) etabliert werden. Der nicht gerade leichte Zugang zur Entwicklung für den Linux-Desktop, wird immer wieder als eine der größen Hürden für die Beteiligung an GNOME genannt. Im weiteren Verlauf gelte es dann noch neue Vertriebs- und Supportkanäle zu etablieren, neben nativen Anwendungen sollten dabei auch Web-Apps unterstützt werden.
Geschäft
In Summe hofft man mit all dem dem Desktop nicht nur eine neue Vision zu verpassen, sondern auch gleich neue Geschäftsmodelle für die rund um GNOME tätigen - und hoffentlich auch neu dazukommende - Unternehmen zu eröffnen.
Disclaimer
Die beiden Entwickler betonen, dass es sich derzeit "nur" um ein Konzept handle, von dem man hofft, dass es in den kommenden Tagen von der Community, dem GNOME-Board und auch dem Release Team ausgiebig diskutiert - und bei Bedarf angepasst oder auch verworfen - werden wird. Immerhin sei die GUADEC genau der richtige Ort für solche großen Pläne, an der Konkretisierung man zudem gleich am Montag im Rahme ein ganztägiges Hackfest rund um GNOME OS arbeiten will.
Fazit
Die Realität zeige, dass es eigentlich nur die wirklich ambitionierten Pläne sind, die tatsächlich funktionieren, hieß es abschließend unter dem Applaus der Anwesenden. Die kommenden Tage werden wohl zeigen, ob sich die EntwicklerInnen tatsächlich auf eine solch große gemeinsame Vision einigen kann. (Andreas Proschofsky aus A Coruña, derStandard.at, 26.07.12)
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Schon seit einer Weile kann man ja mit JavaScript Extensions und ganze GUI Programme schreiben. Bis heute haben die es aber nicht geschafft eine brauchbare Doku dafür zu liefern. Bei mir als Webentwickler haben die so Interesse geweckt, um mich dann gleich wieder maßlos zu enttäuschen. Die jammern rum, dass zu wenig beigetragen wird, auf der anderen Seite ermöglichen sie das gar nicht wirklich. Frotzelei. Die Beispiele zu Javascript Sachen sind auch schockierend, total antiquierte Anwendung von JavaScript, so verwendet JS heute kein Schwein mehr. Die sollten sich mal jQuery und Konsorten anschaun.
Als Gnome 3 User bekomme ich dank alt-tab nicht viel vom neuen Gnome mit. Starten von Programmen ist halt umständlicher (alt-f2 ist auch nicht immer eine Abkürzung).
Kann schon verstehen, dass die beim Touch Hype mitmachen wollen, da es sicher auch nicht immer lustig ist, das Rad des Desktops neu erfinden zu müssen.
Ein Wechsel zu Qt sollte auch keine Überraschung darstellen. :)
e|ga|li|tär: auf politische, bürgerliche od. soziale Gleichheit gerichtet.
Passt das in einen Artikel über gnome und wenn ja, in welchem Zusammenhang
bzw.: was ist damit konkret gemeint?
Gnome möchte sich mehr in Richtung mobiler Geräte entwickeln. Gnome 3 war da schon der erste Schritt; Gnome 4 wird da noch weiter gehen.
Soweit die Fakten. Nun zur Realität. Ein Desktop User braucht bei Gnome 3 für die meisten Aktionen mehr Klicks als Gnome 2 erforderte. Tribut an die "mobilen Geräte". Fakt ist nur: kennt jemand auch nur ein einziges Tablet oder Smartphone, das Gnome einsetzt?
Gnome möchte mobile Geräte unterstützen; wird im Zielmarkt aber nicht angenommen. Gleichzeitig werden die Bestandskunden im Desktopmarkt verprellt. Ob das wirklich klug ist?
Ich warte nur auf Alternativen die mit Gnome 2 vergleichbar sind ...
Und weil ich meinen Desktop lieber mit der Maus anstelle der Tastatur bediene (Fensterwechsel mit ALT+TAB ist für mich der Albtraum) bin ich nach einem halben Jahr GNOME-Shell zu Unity gewechselt ... und habe den Umstieg keine Sekunde bereut.
Die GNOME-Shell sieht für mich fantastisch aus (Eyecandy zum mit der Zunge schnalzen) aber das schnelle Wechseln zwischen mehreren geöffneten Fenstern ist mit der Maus eine Tortur.
Es sind nicht nur die längeren Mauswege sondern auch in der Overview/Expose das ständige "sich orientieren müssen" um das Fenster zu finden, das man öffnen will.
Abhilfe schaffen ein paar geeignet GS-Extensions. Aber bei denen weiß man nie ob sie auch langfristig weiterentwickelt werden und bugfrei sind.
So finde ich es schön, dass Nutzer mehr zur Tastatur "gedrängt" werden. Da diese erhebliches Potential, was die Geschwindigkeit anbelangt, beinhaltet. Man ist wirklich rasend schnell - ein großes Plus wenn man wirklich produktiv arbeiten möchte. Die Maus ist hier immer ein Klotz am Bein. Wohl eher für gemütliches Surfen von Vorteil.
Aus diesem Grunde schätze ich auch Metro von Windows 8 so sehr. Jede Menge neuer Tastaturkürzel die den Arbeitsablauf unheimlich beschleunigen und somit verbessern.
Einziger Nachteil bei beidem: Man muss sich eben auf etwas Neues einlassen und gewillt sein, dazuzulernen. Erst dann lassen sich die Vorteile erkennen und sinnvoll einsetzen.
Auf meinem ideapad mit Gnome 3 brauche ich "mouse only" 8 sec bis zum Klick auf Truecrypt:
* Cursor nach links oben, Overview wird angezeigt (wow, die Fenster Übersicht interessiert mich ungemein, wenn ich ein Prog öffnen will)
* Klick auf Applications - es wird eine Liste mit den Progs generiert und angezeigt (schnarch, das Generieren dauert beim ersten Aufruf gefühlt Tage)
* Weil ich nicht die ganze Liste nach unten scrollen will, bis ich endlich bei t ankomme, filtere ich nach "Accesories" (Kategorie in der sich TrueCrypt befindet)
* Zu t runterscrollen
* Klick auf TrueCrypt
Gnome 2:
* Rauf zur Menüleiste
* Klick, in der Menüstruktur schwuppdiwupp zu "Accesories"
* Cursor zu TrueCrypt und zack
Dauert knappe 2 sec.
Bin im April 2012 zu Unity gewechselt aber was ich noch in Erinnerung habe:
Fallbeispiel: Wechsel zu einem anderen geöffneten Fenster:
A) GNOME 2.x: 1) Mit der Maus zum unteren Panel und auf das minimierte Fenster klicken, das sofort den Fokus erhält.
B) GS: 1) Mit der Maus nach links oben damit sich die Overview öffnet. .... dann in der Overview das gewünschte Fenster suchen (= orientieren) .... 2) mit der Maus von links oben zum gewünschten Fenster in der Overview und klicken, damit das Fenster den Fokus erhält.
Fazit: Unter GS ist jedes Mal ein Mausweg mehr notwendig. Da sich dieser Vorgang an einem Arbeitstag 100te Male wiederholt, duplizieren sich mit der GS damit auch die Mauswege.
Womit Arbeitet man denn bei der Gnome-Entwicklung?
QtCreator ist inzwischen richtig gut geworden: es heißt doch nicht etwa, dass man für Gtk immer noch nichts vergleichbares hat?!
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