Swing States: Too close to call

Über Durchschnitt, Granit und Casinos: Neun von beiden Parteien umkämpfte Bundesstaaten

Blinkende Lichter in Las Vegas. Foto: Reuters

Nevada - Das geteilte Land

Wer Nevada hört, denkt an die Casinos in Las Vegas, Atomtests im militärischen Sperrgebiet NTS, Außerirdische in der Area 51, Wüstenlandschaften und schroffe Felsen. Das Land im Westen der USA ist aber zweigeteilt. Der Norden und Nordwesten, wo sich auch die Hauptstadt Carson City befindet, sind von Landwirtschaft, Viehzucht und Goldabbau geprägt. Im Süden liegt Las Vegas, eine der am stärksten wachsenden Metropolregionen der USA. In diesem Teil des Bundesstaates leben mittlerweile auch mehr als die Hälfte der insgesamt 2,7 Millionen Einwohner Nevadas. Die Region hatte in den vergangenen zehn Jahren ein Bevölkerungswachstum von mehr als 25 Prozent zu verzeichnen. Die steigende Einwohnerzahl führte dazu, dass Nevada dieses Jahr sechs Wahlmänner nach Washington schicken darf. Bisher waren es fünf.

Einer der Konflikte zwischen den beiden Regionen dreht sich um den steigenden Wasserverbrauch des Südens, der den Landwirten und Viehzüchtern im Norden nicht zupass kommt. Die Unterschiede zwischen den beiden Landesteilen sind auch an den Wahlergebnissen abzulesen. So wählte der Süden mehrheitlich demokratisch, während der Norden und Nordwesten ihre Interessen besser bei den Republikanern vertreten sehen.

Nevada tendierte bei Präsidentschaftswahlen eher dazu, für den republikanischen Kandidaten zu stimmen. Bill Clinton konnte 1992 erstmals seit 24 Jahren wieder die Mehrheit für die Demokraten erreichen. Seither ist die Wahlgeschichte des Bundesstaates wechselhaft. Clinton gewann auch 1996, bei den darauffolgenden Wahlen 2000 und 2004 siegte der Republikaner George W. Bush. 2008 wiederum entschieden sich 55 Prozent der Wahlberechtigten für Barack Obama. Die Wahlergebnisse in Nevada entsprechen den bundesweiten Ergebnissen.

Den wegen seiner großen Silbervorkommen auch "Silver-State" genannte Bundesstaat hat die wirtschaftliche Krise in den USA besonders hart getroffen. Die Arbeitslosenzahlen sind höher als anderswo und der Ausblick auch nicht besonders rosig. Romney wird versuchen, die Wirtschaftspolitik Obamas für diese Entwicklung verantwortlich zu machen. Ein relativ hoher Anteil an Mormonen unter der Wählerschaft könnte ebenfalls ein Vorteil für den Mormonen Romney sein. Obama hingegen hofft, bei seiner Stammwählerschaft - Hispanics und niedrigen Einkommensschichten - erneut punkten zu können. Derzeit führt Obama in den Umfragen.

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