Swing States: Too close to call

21. August 2012, 13:51

Über Durchschnitt, Granit und Casinos: Neun von beiden Parteien umkämpfte Bundesstaaten

Blinkende Lichter in Las Vegas. Foto: Reuters

Nevada - Das geteilte Land

Wer Nevada hört, denkt an die Casinos in Las Vegas, Atomtests im militärischen Sperrgebiet NTS, Außerirdische in der Area 51, Wüstenlandschaften und schroffe Felsen. Das Land im Westen der USA ist aber zweigeteilt. Der Norden und Nordwesten, wo sich auch die Hauptstadt Carson City befindet, sind von Landwirtschaft, Viehzucht und Goldabbau geprägt. Im Süden liegt Las Vegas, eine der am stärksten wachsenden Metropolregionen der USA. In diesem Teil des Bundesstaates leben mittlerweile auch mehr als die Hälfte der insgesamt 2,7 Millionen Einwohner Nevadas. Die Region hatte in den vergangenen zehn Jahren ein Bevölkerungswachstum von mehr als 25 Prozent zu verzeichnen. Die steigende Einwohnerzahl führte dazu, dass Nevada dieses Jahr sechs Wahlmänner nach Washington schicken darf. Bisher waren es fünf.

Einer der Konflikte zwischen den beiden Regionen dreht sich um den steigenden Wasserverbrauch des Südens, der den Landwirten und Viehzüchtern im Norden nicht zupass kommt. Die Unterschiede zwischen den beiden Landesteilen sind auch an den Wahlergebnissen abzulesen. So wählte der Süden mehrheitlich demokratisch, während der Norden und Nordwesten ihre Interessen besser bei den Republikanern vertreten sehen.

Nevada tendierte bei Präsidentschaftswahlen eher dazu, für den republikanischen Kandidaten zu stimmen. Bill Clinton konnte 1992 erstmals seit 24 Jahren wieder die Mehrheit für die Demokraten erreichen. Seither ist die Wahlgeschichte des Bundesstaates wechselhaft. Clinton gewann auch 1996, bei den darauffolgenden Wahlen 2000 und 2004 siegte der Republikaner George W. Bush. 2008 wiederum entschieden sich 55 Prozent der Wahlberechtigten für Barack Obama. Die Wahlergebnisse in Nevada entsprechen den bundesweiten Ergebnissen.

Den wegen seiner großen Silbervorkommen auch "Silver-State" genannte Bundesstaat hat die wirtschaftliche Krise in den USA besonders hart getroffen. Die Arbeitslosenzahlen sind höher als anderswo und der Ausblick auch nicht besonders rosig. Romney wird versuchen, die Wirtschaftspolitik Obamas für diese Entwicklung verantwortlich zu machen. Ein relativ hoher Anteil an Mormonen unter der Wählerschaft könnte ebenfalls ein Vorteil für den Mormonen Romney sein. Obama hingegen hofft, bei seiner Stammwählerschaft - Hispanics und niedrigen Einkommensschichten - erneut punkten zu können. Derzeit führt Obama in den Umfragen.

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Swingstates bitte realistisch definieren

Es ist unmöglich, die Swing States richtig einzuschätzen, aber diese Einteilung ist ein Mist:

In Missouri hat 2008 sogar John Mc Cain gegen Obama gewonnen, und der hat ne verheerende Niederlage mit einem Swing von -8% eingefahren. Da braucht keine Partei was investieren, wenn Romney dort nicht sowieso gewinnt, braucht er nicht antreten.

Andererseits listet der Standard Wisconsin nicht als Swing State. Ausgerechnet einen Mann aus Wisconsin hat sich Romney aber gerade als "Vize" ausgesucht, weil er dort angreifen will und dafür "Heimvorteil" haben will.

Hoppla! Oben links ists richtig

Hab grad erst bemerkt, dass es links oben eine Leiste gibt, in der tatsächlich die nach aktueller Einschätzung wichtigsten 9 Swing States genannt werden. Genau auf das Ergebnis wär ich auch gekommen. Nur die Grafik ist Schwachsinn - aber halt leider das, was ins Auge springt. Bitte ändern, liebe Standard Leut, wenn ihrs ganz offensichtlich selber wisst.

Heute sind neue Umfragen gekommen von PPP, einem Meinungsforscher, der als demokratenfreundlich gilt:

Wisconsin --> Romney +1
Michigan ---> Romney +4

Ouch! Damit wäre Obama abgewählt, wenns wirklich so kommt.

Die Michigan-Umfrage

ist nicht von PPP, sondern von Baydoun Foster (ein unbekanntes Institut, die auch Hoekstra im Senatsrennen vor der Demokratin Stabenow haben, was sehr ungewöhnlich ist, denn in allen vorherigen Umfragen lag Stabenow um mehr als 10% vorne).

Daher ist die Michigan-Umfrage mit Vorsicht zu genießen !!!

PPP hat gestern aber eine neue Virginia-Umfrage herausgebracht, und in der liegt Obama 5% vorne. Mit Virgil Goode als Option liegt Obama sogar 8% vor Romney. Virgil Goode war ja mal republikanischer Kongressabgeordneter und tritt jetzt für die Constitution Party an. Die Republikaner versuchen jetzt alles, um Goode an der Wahlteilname in Virginia zu hindern und haben ihn sogar wegen gefälschter Unterschriften angeklagt ...

Völlig irrelevant die aktuellen Umfragen. Romney genießt gerade seinen VP-Bump und nächste Woche ist dann die Convention, da geht es auch nochmal in den Umfragen nach oben. War vor vier Jahren bei McCain genauso, gewonnen hat er dann aber trotzdem nicht.

Gallup Zahlen

Von wegen "VP-bump":
www.gallup.com/poll/1565... cally.aspx

Und Sie nehmen weiter an, dass nach dem Akin Skandal am vergangenen Sonntag die heute beschlossene Parteitagsrichtlinie der Republikaner, dass naemlich selbst nach Vergewaltigung und Inzest Abtreibung ausnahmslos gesetzlich strafbar werden soll, ein Geheimnis bleiben wird ? Oder zumindest der Mehrheit der amerikanischen Waehlerinnen gleichgueltig ist ?

Zumindest laut heutiger FAZ

ist die Abtreibungsfrage aber eine Frage, in der die GOP sehr wohl den Nerv der Mittelschicht trifft.

die meisten amerikaner sind sehr wohl der Meinung, dass Abtreibung nur in sehr wenigen Ausnahmefällen erlaubt sein sollte.

Man stelle sich vor ..

.. in Österreich würden Umfragen veröffentlicht werden in denen nur die Werte von SPÖ und ÖVP erscheinen.

Logisch

bei dem US-Wahlsystem, das keine dritte Partei hochkommen lässt. Die USA haben ein Mehrheitswahlrecht und kein Proporzwahlrecht wie Österreich. Möge uns die Vernunft davor bewahren, ein Mehrheitswahlrecht einzuführen. Das Prinzip "the winner takes ist all" rückt die USA demokratisch in die Nachbarschaft anderer unangenehmer Ein-Partei-Staaten. Am demokratischesten funktioniert das schwedische System, wo auch mal eine Minderheit die Regierung bilden kann, aber immer eine Mehrheit im Parlament suchen muss. Beispiel von früher: Soz.dem + Bürgerliche beschließen das Steuerrecht, Soz. dem und Grüne entscheiden in Umweltfragen, Soz.dem und Kommunisten und Liberale in sozialen Fragen. Leider haben die Soz.dem. jetzt ein Nachfolgeproblem.

eine minderheitsregierung ist vom system her auch in ö möglich

scheitert allerdings am usus des klubzwangs der abgeordneten

Einsparung möglich

Bei Klubzwang könnte man sich 90% der Abgeordneten sparen, da es ohnehin keine Meinungsvielfalt geben kann. Fällt uns Österreichern denn gar nicht auf, wie undemokratisch Klubzwang ist? Vielleicht könnte man darüber nachdenken, ob man nicht lieber eine direkt gewählte Expertenregierung als eine parteigebundene Politikerregierung hätte? Und auch in der Gesellschaft Stellen nach Eignung statt nach Parteizugehörigkeit vergeben würde? In Schweden kann man die Meriten seiner Konkurrenten ansehen und erfolgreich überklagen, wenn man ungerecht übergangen wurde. Da bekommt man dann die richtigen Kanditaten, die ihre Arbeit können.

gibt es Umfragen wie der Trend

in den Swing States so ist dzt.??

sieht eh ganz gut aus, obwohl FL zu Romney tendiert

Glaube nicht, dass Romney/Ryan eine Chance in Florida hat, sobald erstmal die Obama-Werbespots losgehen, wo dann Tag und Nacht die Medicare-Kürzungen von Ryan thematisiert werden. Es wird zwar knapp werden, aber Obama sollte Florida gewinnen können. Allerdings braucht er es nicht, solange er Ohio und Pennsylvania kriegt. Florida wäre nur die Absicherung, sollte da oben irgendwas schief gehen.

Derzeit völlig irrelevant

da erst die Conventions anstehen. Erst in 3 Wochen sind die Swing-State-Umfragen wieder von Bedeutung.

da swingts von Obama zu Romney.

Odo, was sagen Sie eigentlich dazu, dass jemand aus Ihrer Partei von "legitimate rape" spricht? Any comment?
Wer nicht weiß, wovo ich spreche:
http://www.youtube.com/watch?v=joxny3rco_4

NV und NH sind too early to call aber nicht too close. PA wird nervenaufreibend, weil man das Wahlrecht von 1 Mio Einwohner in einem Handstreich massiv eingeschränkt hat.

zum Nachteil für Obama?

Die neuen Voter-Id-Laws in den republikanisch geführten Swing-States könnte man thematisieren...

blabla obama hin..

..obama her. allein das er die krankenversicherung für alle amerikaner eingeführt hat, war seine präsidentschaft schon wert. wieviele sind davor gescheitert? er hat es geschafft.

richtig,

weiters wurde der Irak Krieg beendet und Osama geschnappt, Al Kaida ist jetzt deutlich schwächer, als unter Bush!
Nicht zuvergessen Gaddafi ist Geschichte.

Warum steht da im Anriß Teil 2?

Gabs da mal einen ersten Teil, hab ich da was verpasst?

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