US-Geheimdienstchef trifft Hackerszene bei Defcon-Konferenz

26. Juli 2012, 12:35
  • Artikelbild
    screenshot: derstandard.at

Rede von Keath Alexander

Das Stören, Zerlegen, Analysieren und Absichern von technischen Systemen aller Art steht im Blickpunkt einer Hacker-Konferenz, zu der am Donnerstag mehrere tausend Computerexperten in Las Vegas zusammenkommen. Die Defcon (abgekürzt für Defense Condition - Verteidigungsbereitschaft) findet bereits zum 20. Mal statt und dient zusammen mit der parallel stattfindenden Konferenz Black Hat als Treffpunkt von unabhängigen Hackern mit Sicherheitsexperten aus Wirtschaft und Behörden. Zu den Hauptrednern gehört in diesem Jahr der Chef des US-Geheimdiensts NSA, Keith Alexander, der über "gemeinsame Werte, gemeinsame Verantwortung" sprechen wird.

"Internet Doomsday Worm"

In einem Blog-Beitrag für die Konferenz entwarf der Sicherheitsexperte Paul F. Renda das Szenario einer Schadsoftware, die den Untergang des globalen Computernetzes herbeiführt. Ein solcher "Internet Doomsday Worm" könnte vermutlich ähnliche Eigenschaften haben wie ein biologischer Virus, sich über längere Zeit hinweg zunächst unbemerkt verbreiten und auf einem befallenen Rechner zunächst kaum auffallen, erklärte Renda. Er halte es zwar für unwahrscheinlich, dass sich das Internet tatsächlich abschalten lasse, ein sich langsam ausbreitender Wurm könnte aber tatsächlich spürbare Verbindungsprobleme verursachen.

iOS, Android und Windows 8

Zu den Schwerpunkten der Konferenz gehören die Sicherheit aktueller Betriebssysteme wie iOS, Android und Windows 8. Die Teilnehmer der bis Sonntag dauernden Konferenz können in mehreren Wettbewerben ihre Fähigkeiten testen, in IT-Systeme einzudringen oder diese abzusichern. Nach den Vorträgen gibt es jeden Abend eine Party für die Teilnehmer - die dabei aufspielenden Bands tragen zum Thema passende Namen wie "Dr. Raid", "YTCracker" oder "phreakocious". (APA, 26.07. 2012)

Link

Defcon

Share if you care
6 Postings
Ein Paradoxon

Der Chef des US-Geheimdiensts NSA, Keith Alexander, spricht über "gemeinsame Werte, gemeinsame Verantwortung".

Nö, kein Paradoxon

Wenn der Chef des US-Geheimdiensts NSA, Keith Alexander vor der sog. "Hackerszene" in Los Angeles über "gemeinsame Werte" redet, dann müssen Sie sich das so vorstellen als wenn ein Chef zu seinen Angestellten über "Corporate Identity" spricht.

Oder sind Sie etwas der Meinung, dass die sog. "Hackerszene" keine Veranstaltung von NSA und CIA etc. ist?

mfg

Na ja, das Einspannen von Providern als Ausspionierer und Hilfssheriffs

nennt sich ja auch: "Public Private Partnership".
Begriffsumdeutungen und -neuschöpfungen sind immer wieder auch ein Hinweis auf faschistoide Hintergründe.
js

Alternativlos, Folge 25

Wem das Thema interessiert, dem sei Alternativlos, Folge 25 empfohlen: http://alternativlos.org/25/
"In der Sendung geht um Cyberwar und wie es dazu kam, dass Exploits auf dem Schwarzmarkt verkauft werden."

Dont f*ck with a hackers Machine :D

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.