Erdogan droht mit Militäreinsatz gegen PKK-Rebellen

26. Juli 2012, 17:37
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Türkischer Regierungschef droht mit Eingreifen in Grenzregion

Istanbul/Damaskus - Der türkische Regierungschef Tayyip Erdogan hat mit einem Militäreinsatz im Nachbarland Syrien gegen Rebellen der in der Türkei als terroristische Vereinigung verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) gedroht. Die dortige Führung unter Präsident Bashar al-Assad habe den an die Türkei grenzenden Norden des Landes den PKK-Kämpfern "anvertraut", sagte Erdogan im türkischen TV-Sender Kanal 24. Dass die Türkei das Recht habe, gegen die Rebellen auch im Ausland vorzugehen, sei eine "Selbstverständlichkeit" und Teil der Verteidigungsstrategie des Landes, so der türkische Regierungschef.

Die PKK, die auch in den USA und in der EU als Terrororganisation gilt, kämpft seit rund 30 Jahren gegen den türkischen Staat. In dem Konflikt wurden bisher rund 45.000 Menschen getötet.

Gegenoffensive in Aleppo

Unterdessen hat angesichts des Vormarsches der Rebellen in der Wirtschaftsmetropole Aleppo die syrische Armee eine großangelegte Gegenoffensive angekündigt. Um die Kontrolle wiederzuerlangen, habe die Armee ihre Truppen verstärkt, verlautete am Donnerstag aus syrischen Sicherheitskreisen in Damaskus. Die Armee wolle am Freitag oder Samstag mit ihrer Gegenoffensive beginnen. Die in der Stadt befindlichen 2000 Rebellen hätten Unterstützung durch weitere 2000 Aufständische erhalten. Der Flughafen sei von der Stadt abgeschnitten, vier der fünf Zufahrtsstraßen seien in Rebellenhand.

Die arabischen Staaten wollen in der UN-Vollversammlung über eine Resolution zur Lage in Syrien abstimmen lassen. Darin soll der Aufbau einer demokratischen Regierung gefordert werden. In der Vollversammlung gibt es im Gegensatz zum Sicherheitsrat - dem mächtigsten UN-Gremium - keine Vetomöglichkeit. (red/DER STANDARD, 27.7.2012)

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