Ein rechter Schreihals

  • Rush Limbaugh: Wöchentlich hören ihm 15 Millionen Menschen zu.
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    Rush Limbaugh: Wöchentlich hören ihm 15 Millionen Menschen zu.

  • Limbaugh vergleicht Obamas Politik mehrfach mit der Politik der Nationalsozialisten.

  • Weil die Jusstudentin Sandra Fluke sich für Verhütungsmittel auf Krankenschein aussprach, bezeichnete Limbaugh sie als Schlampe. Erst als Anzeigenkunden begannen, seine Sendung nicht mehr zu buchen, entschuldigte sich der Radiomoderator.
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    Weil die Jusstudentin Sandra Fluke sich für Verhütungsmittel auf Krankenschein aussprach, bezeichnete Limbaugh sie als Schlampe. Erst als Anzeigenkunden begannen, seine Sendung nicht mehr zu buchen, entschuldigte sich der Radiomoderator.

  • Rush Limbaugh nennt Fluke eine "Schlampe" und "Prostituierte", weil sie die Krankenkassen auffordert, für Verhütungskosten aufzukommen.

  • Limbaugh erklärt, wie der neue "Batman"-Film politisch zu verstehen ist. Nämlich folgendermaßen: Batman, der reiche Gute, soll Romney darstellen.

  • Der Schauspieler Michael J. Fox wirbt in einem Fernsehspot für Stammzellenforschung. Rush Limbaugh beschuldigt ihn, seine Parkinson-Symptome übertrieben oder gespielt zu haben, um seinen Argumenten mehr Gewicht zu verleihen.

Der erfolgreichste Radiomoderator der USA ist ein konservativer Hardliner mit Mission

Kurzärmeliges Polohemd, ein schon etwas schütterer ergrauter Haaransatz, die rahmenlose Lesebrille auf der Nase und das Mikro vor sich. So sitzt Rush Limbaugh von Montag bis Freitag im Studio von WABC in Palm Beach und moderiert drei Stunden lang eine Radiosendung, die seinen Namen trägt: die "Rush Limbaugh Show". Seine Arme scheinen nicht stillhalten zu können, er spielt mit seinen Moderationsnotizen, verstellt hin und wieder die Stimme, und wenn er es für nötig hält, haut er auf den Tisch.

15 Millionen Hörer

Limbaughs Show ist die erfolgreichste Talk-Radio-Show der USA. Laut einer Aufstellung von talkers.com schalten wöchentlich 15 Millionen bei Limbaugh ein. Die Sendung wird in allen US-Bundesstaaten auf mehreren Kanälen ausgestrahlt. Während seiner Show, die seit 1984 auf Sendung ist, poltert der 61-Jährige auf Basis der Nachrichtenlage des Tages gegen alles, was ihm nicht passt. Und das ist so ziemlich alles, was der amtierende Präsident Barack Obama und andere Demokraten machen. Zwischentöne haben in Limbaughs Welt keinen Platz: Wer arm ist, ist selbst schuld, Sozialpolitik ist für Schwächlinge und Umweltprobleme eine Erfindung der Solarindustrie. Und: Die Politik Obamas, vor allem bei der Gesundheitsreform, sei mit der der Nationalsozialisten zu vergleichen.

"Ditto-Heads"

Neben Limbaughs Monologen kommen aber auch Anrufer zum Zug. Wer etwas mit Rush zu besprechen hat, wählt die kostenlose Nummer 1-800-282-2882 und wird mit etwas Glück live mit Limbaugh verbunden. Anrufer werden unter dem Sammelbegriff "Ditto-Heads" zusammengefasst. Die Bezeichnung bezog einst sich auf den Ausspruch "ditto", den viele Anrufer zu Beginn ihres Auftritts in der Show äußerten, um ihren Zuspruch zu Limbaughs Aussagen zu bekräftigen. Mittlerweile meint "Ditto-Heads" Menschen, die den oft kruden Thesen von Limbaugh anhängen.

Odyssee durchs Radiouniversum 

Der 1951 in eine Juristenfamilie in Missouri geborene Limbaugh macht seit seinem 16. Lebensjahr Radio. Limbaugh sen. war ein fanatischer Konservativer und seine Mutter anscheinend der Clown der Familie. "Limbaugh ist die Synthese dieser beiden Persönlichkeiten", schreibt Lewis Grossberger in seinem 1990 in der "New York Times" unter dem Titel "The Rush Hours" erschienenen Limbaugh-Porträt.

Rush Limbaugh begann seine Karriere bei einem lokalen Radiosender in seiner Heimatstadt Cape Girardeau. Nach dem Highschool-Abschluss 1969 versuchte er sich kurze Zeit als Student an der Southeast Missouri State University. Nach zwei Semestern tauschte er den Hörsaal mit dem Radiostudio. In den 1970er Jahren begann Limbaughs Odyssee durch das Radiouniversum. Er war unter anderem DJ, Moderator einer Morgenshow und Nachrichtensprecher.

Nur kurz machte er einen Abstecher in die Nicht-Radio-Welt. Weil er in Kansas von seinem Job als Moderator einer Call-in-Sendung gefeuert wurde, heuerte in der Werbeabteilung des Baseballteams der Kansas City Royals an. Fünf Jahre später, 1984, kehrte er zum Radio zurück. Vier Jahre darauf war seine Show im ganzen Land zu hören. Der Aufstieg zum konservativen Sprachrohr der Nation hatte begonnen. Einen Rückschlag musste Limbaugh 2003 verkraften, als er zugab, sich wegen seiner Medikamentensucht gefälschte Rezepte besorgt zu haben. Immer wieder tauchte Limbaughs Name in den darauffolgenden Jahren in Ermittlungen wegen illegaler Medikamentenverkäufe auf. Nach einer Selbstanzeige und einem Entzug im Jahr 2009 war die Sache endgültig erledigt. Seinem Erfolg hat diese Episode keinen Abbruch getan.

Kampf gegen liberale Schlagseite

Limbaugh selbst sieht sich als Konservativer, der gegen die von ihm wahrgenommene liberale Schlagseite in US-Medien kämpft. Er wettert nicht nur gegen Demokraten. Auch moderate Konservative und Unabhängige geraten oft in seine Schusslinie, sind sie doch seiner Meinung nach Schuld an der Wahlniederlage des republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain im Jahr 2008.

Bei seinen Verbalattacken schert sich Limbaugh wenig um die Grenzen einer politisch erträglichen Debatte. Oft sind seine Aussagen rassistisch, sexistisch oder homophob. Wiederholt hat er Afroamerikaner und Kriminalität in einen Zusammenhang gebracht. Ein Beispiel: Einem angeblich schwarzen Anrufer, den er akustisch nicht verstand, soll er gesagt haben: "Nimm den Ring aus der Nase und ruf mich zurück."

Debatte um Verhütungsmittel

Für seinen Umgang mit Frauen steht folgende Episode: Im Februar dieses Jahres ließ es sich Limbaugh nicht nehmen, sich in die Debatte über einen Teilaspekt der Gesundheitsreform einzumischen. Es ging um die Frage, ob die Kosten für Verhütungsmittel von den Krankenkassen übernommen werden sollen. Und zwar auch von Arbeitgebern wie der Kirche, die sich gegen Verhütungsmittel aussprechen.

Eine 30-jährige Jusstudentin aus Georgetown, Sandra Fluke, sprach sich damals vor einem Komitee der Demokraten für die Verhütungsmittel auf Krankenschein aus. Da riss Limbaugh die Hutschnur. In seiner Sendung spann er die Debatte in folgende Richtung: Mit der Forderung nach einer Übernahme von Verhütungskosten würde Fluke indirekt Bezahlung für Sex einfordern. Und das würde sie zur "Schlampe" oder "Prostituierten" machen. Er wiederholte seine Auffassung auch an den folgenden Tagen. Erst als einige seiner Werbekunden begannen, keine Spots mehr während seiner Sendung zu schalten, machte Limbaugh einen Rückzieher und entschuldigte sich bei Fluke.

Fox vs. Limbaugh

Die Limbaugh-Fluke-Kontroverse ist nur die aktuellste Episode seiner verbalen Entgleisungen. 2006 warf er dem an Parkinson erkrankten Schauspieler Michael J. Fox vor, er habe in einem Fernsehspot, der für Stammzellenforschung warb, seine Symptome übertrieben oder vorgespielt, damit seine Argumente mehr Gewicht bekommen würden.

Unterstützer der Tea Party

Im aktuellen Wahlkampf stellt sich Limbaugh auf die Seite der staats- und steuerfeindlichen, rechtspopulistischen Tea Party. Wiederholt hat er auch angezweifelt, dass Obama in den USA geboren sei, und wirft ihm deshalb vor, das Präsidentenamt zu Unrecht auszuüben.

Limbaugh sieht sich selbst nicht in der Rolle eines Reporters. Er sei ein Entertainer. Allerdings scheint dieser Entertainer auf einem Kreuzzug zu sein. (Michaela Kampl, derStandard.at, 26.7.2012)

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Mit anderen worten, ein geistig Verwirrter, Drogensüchtiger Schreihals...

...ist das Idol von mehreren Millionen Menschen.

Tolles Land.

Und wie ist das mit unseren rechten Schreihälsen?

Die hat der "beste Kanzler aller Zeiten" als Knochenbeigabe an einer Regierung bereiligt und dann hörte man sie nur noch schmatzen.

Wo hab ich geschrieben dass wir besser, oder unsere Einwohner intelligenter sind?

Sie finden das wirklich besser????

Das ist jetzt nicht böse gemeint, aber bitte lies dir meine Postings langsam und aufmerksam durch bevor du darauf antwortest.

Ob die Situation in Österreich wirklich besser wäre war eigentlich gemeint

wo unsere Schreihälse angesichts der Bereicherung auf Kosten von uns allen plötzlich ganz leise wurden.....

Aber jetzt schreien sie sowieso wieder (die Ösis haben ja ein total schlechtes Gedächtnis) und die Regierung ist verstummt.

Der Junge ist ein Spinner, hoer mir manchmal seine Show zum Spass an und zerkugele mich.

Ja da treiben sich schon ein paar Gestalten in der US Medienlandschaft herum. Limbaugh, Dumpfbacke Hasselbeck, Wendehals O’Reilly, der unerträgliche Glenn Beck oder das Böse schlechthin Ann Coulter (die zum Glück nur als Gast immer wieder eingeladen wird).

Der erfolgreichste Radiomoderator?

Das ist immer noch Howard Stern!

BABA BOOEY BABA BOOEY!!!!

hey now!!!!!!!

erfolgreichster radiomoderator ist

howard stern.

Unterstützer der Tea Party

'
Wahrscheinlich ist ihm die eh auch noch zu liberal, aber er findet halt nichts besseres, solange der Ku-Klux-Clan nicht bei Wahlen antritt...

Unterhaltung und Nachrichtenübermittlung zu vermischen halte ich für ziemlich gefährlich!

Nachrichten sollen emanzipieren und nicht das neue Opium für's Volk werden!
In Amerika allgegenwärtig mit dramatischer Hintergrundmusik (jede Nachricht ist eine Exklusiv-Nachricht) und das Logo das pdeudo 3D grafisch eindrucksvoll gestaltet ist und natürlich mit Werbeunterbrechungen alle 5 Minuten (die "Ausschmückung" war der Grund, warum die Olympia-Eröffnung in den USA viel später lief).

Immerhin hat er noch Positionen, zu denen er steht und die er leidenschaftlich vertritt. Die Links- und Rechtspopulisten von heute haben ja nur noch den eigenen Machterhalt vor Augen und nehmen dafür jede beliebige Position ein.

' Weil die Jusstudentin Sandra Fluke sich für Verhütungsmittel auf Krankenschein aussprach, bezeichnete Limbaugh sie als Schlampe. Erst als Anzeigenkunden begannen, seine Sendung nicht mehr zu buchen, entschuldigte sich der Radiomoderator. '

die einzige position die er versteht ist GELD. also kein unterschied zu den konservativen im allgemeinen und speziellen. vllt sollt' man ihm schuessl vorstellen

natürlich ein völliger schwachsinn, den sie da von sich geben. man kann auch einem troll wie ihnen jedoch rein argumentativ entgegentreten:

im zit. fall Fluke und Verhütungsmittel hat limbaugh die studentin als "Schlampe" und "Prostituierte" bezeichnet. trotz protesten hat dieser seine aussagen zunächst weiterhin aufrechterhalten. als werbekunden spots zurückgezogen haben, hat er sich jedoch entschuldigt. Fazit: wenn es ums prosaische Geld geht, sind die eigenen überzeugungen doch nicht so sattelfest.

Dem Mann muss man fast Respekt abringen

Durch heftigen Medikamentenmißbrauch ist er praktisch taub auf beiden Ohren.
Und trotzdem brüllt er weiter ins Mikrofon ;)

Wenn ich denn sehe fällt mir nur folgendes ein:

Socialism, Terrorist, Schtonk!, War, Guns, Schtonk, Schtonk....

Die Liberalen gucken lieber aber die Glotzen

Sie hoeren das RadioTalk-Show nicht zu, also koennen die Demokraten noch immer in der Wahl gewinnen.

Ein Hardliner mit Mission war der Adolf auch nur ...

Also deshalb hat man den gewählt und soll heute von einer "Machtergreifung" reden, es war den Herrschaften peinlich.

die Erzkonservativen werden immer "lustiger"

jetzt lehnt man sich selbst an einen ex-junkie&ex-pusher an, der selbst zur rechten außenflanke noch einige Meter hinein zu driften hat, der mehrfach geschieden ist (sonst ja ein absolutes tabu für die anti-promiscuity-vereinigung) und zu keinem Thema auch nur halbwegs vernünftig oder auf fakten basierend argumentieren kann. Interessant übrigens, dass ganau so einer dann offenbar Internet-Porno gerne fördern würde ...

dittoheads

neulich bei rush im studio:

http://www.youtube.com/watch?v=1bfDBZX0j_0

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