ORF-Standortfrage: Häupl wird ungeduldig

26. Juli 2012, 11:18
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Wiener Bürgermeister drängt auf Entscheidung - "Die Argumente liegen am Tisch" - Vier weitere Interessenten für Grundstück in St. Marx

Wien - Der Wiener Bürgermeister Michael Häupl (S) drängt auf eine rasche Klärung der ORF-Standortfrage: "Ich will, dass sich der ORF endlich entscheidet", sagte er. Die Argumente für den Standort St. Marx würden am Tisch liegen: "Wir haben ein Angebot gemacht. Ich glaube, dass dieses Angebot, wenn man es tatsächlich ruhig und nüchtern anschaut, ein sehr gutes Angebot ist." Laut Häupl gibt es übrigens vier weitere Interessenten für das betreffende Grundstück.

Er glaube, dass der Umzug auch für die Entwicklung des ORF selbst ein sehr gute Sache wäre. Wobei er akzeptieren werde, wenn das Unternehmen sich anders entscheide: "Es ist nicht mein Projekt. Es ist ein Projekt des ORF." Dies als "Wunsch der Wiener SPÖ" zu denunzieren, sei kindisch. Der Stadt würden vier weitere Angebote vorliegen, berichtete Häupl: "Daher ist es mein Interesse als Bürgermeister, dass man möglichst rasch entscheidet, weil über die Flächen zu disponieren ist."

Dass es für den ORF gut wäre, sich rasch - und vor allem für den neuen Standort - zu entscheiden, sage er als "Staatsbürger und Gebührenzahler". Ob der ORF nach St. Marx gehen wird, wird laut Häupl unter anderem davon abhängen, ob es einzelnen ÖVP-Leuten im Stiftungsrat gelingt, das Projekt zu verhindern. Sollten sie dabei erfolgreich sein, würde dabei jedoch nicht im Interesse des Unternehmens gehandelt werden, zeigte er sich überzeugt.

ÖVP: Häupl will St. Marx "aufdrängen"

Häupl will den ORF unbedingt nach St. Marx lotsen - vermutet der Wiener ÖVP-Obmann Manfred Juraczka. Der Standort St. Marx werde aber auch dadurch nicht interessanter, wenn man versuche, ihn dem ORF regelrecht aufzudrängen, befand der ÖVP-Politiker am Donnerstag in einer Aussendung.

"Den Wunsch des Bürgermeisters in Ehren, sein offensichtliches Lieblingsprojekt weiterhin durchsetzen zu wollen, aber er sollte sich vielleicht auch einmal Gedanken darüber machen, wie er sich die Nachnutzung des denkmalgeschützten Ensembles am Küniglberg vorstellt", so Juraczka.

Die Stadtregierung habe keinerlei Konzept, was im Falle einer Übersiedelung mit dem Areal passieren solle. "Der derzeitige ORF-Standort wird von der Belegschaft gerne angenommen. Und weder der ORF noch die Stadt können sich derzeit derlei finanzpolitische Abenteuer leisten", zeigte sich Juraczka überzeugt. Zudem sei vorher die "dubiose Struktur" der ebenfalls in St. Marx angesiedelten Media-Quarter-Gesellschaft zu klären. (APA, 26.7.2012)

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