Am Grillgürtel: Ferdis Fisch & Steak

Severin Corti
27. Juli 2012, 17:15
  • Der Grill ist im neuen Ferdis Fisch & Steak am Döblinger Gürtel das wichtigste Werkzeug.
    foto: gerhard wasserbauer

    Der Grill ist im neuen Ferdis Fisch & Steak am Döblinger Gürtel das wichtigste Werkzeug.

  • Er wird überaus gekonnt eingesetzt.
    foto: gerhard wasserbauer

    Er wird überaus gekonnt eingesetzt.

Nach langer Zeit versucht wieder ein Betreiber, den Wiener Stadtbahnbögen Qualität einzuhauchen - Gut!

Ferdi Esmek war Geschäftsführer im Fischrestaurant Nautilus am Naschmarkt, das mit wirklich gutem Fisch und engagiertem Service nicht zufällig zu den echten Highlights am Markt gehört. Jetzt wagte er den Sprung in die Selbstständigkeit und suchte sich dafür just eine Location aus, an der bisher gar nichts gelingen wollte. Das lag freilich mehr an den Konzepten als am Standort - im vis-à-vis gelegenen Café Blaustern war die Auslastung nie ein Problem.

Fleischbrocken, der sein Geld wert ist

Seit einigen Wochen wird an dem Ort, wo vor ein paar Jahren Österreichs erste Eisbar einlud, bei künstlich erzeugten Minusgraden und auf Eisblöcken sitzend kalte Drinks zu schlürfen, gegrillt. Das Lokal wurde radikal umgebaut, den besten Blick auf den Gürtelverkehr hat man aus dem ersten Stock. Von hier aus wirkt die Kreuzung mit der Nußdorfer Straße auf raue Art beinahe charmant.

Die Idee, sich ganz auf Fleisch und Fisch zu konzentrieren und in mehreren Varianten auch Kombinationen aus beidem ("Surf & Turf") auf die Karte zu setzen, ist alles andere als neu. Man könnte auch einwenden, dass derartige Animation zu übermäßigem Proteinkonsum dem Planeten nichts Gutes tut. Aber es hindert einen bekanntlich keiner daran, zum Ausgleich anderntags brav zu sein und sich ins Gemüse zu begeben. Denn im Gegensatz zu manch anderen auf Steak spezialisierten Adressen wissen sie hier durchaus, wie so ein Fleischbrocken am Grill zu behandeln ist, damit er sein Geld auch wert ist.

Es darf gestunken werden

Beim zu Beginn gereichten "Ferdis Öl" ist allerdings Vorsicht geboten, die diversen, mit Öl übergossenen Pesti (Chili, Basilikum, Oliven) sind aufs Heftigste mit Knoblauch versehen. Dasselbe gilt auch für das an sich sehr gute, hausgebackene Brot, das dazu serviert wird: Es darf gestunken werden.

In der prächtigen Fischtheke lagern allerhand kapitale Wildfang-Wolfsbarsche, Seezungen, Steinbutte und Scampi, aber auch ganze Hummer. Das Rindfleisch ist bio und wird im hauseigenen Reiferaum gelagert. Die Garzeiten hat das Küchenteam gut im Griff, selbst die gefährliche Idee, Steak und Steinbuttfilet gemeinsam in Salz zu garen, wird mit Bravour gemeistert - das Fleisch wird halt am Grill entsprechend vorbehandelt. Der Service ist überaus engagiert, dass es mitunter richtig dauern kann, bis man tatsächlich was zu essen hat, wird sich hoffentlich bald geben. (Severin Corti, Rondo, DER STANDARD, 27.7.2012)

Ferdis Fisch & Steak
Döblinger Gürtel
Stadbahnbögen 186-188
1190 Wien
Tel.: 01/367 09 89
Küche Di-So 11-23 Uhr
VS €10,50-16,50 HS € 16-53

Fotos: Gerhard Wasserbauer

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Gegen den Trend

Es ist schon faszinierend dass hier ein Restaurant vorgestellt wird dass den ökologischen Fußabdruck einer russischen Fußballmannschaft hat. Aber dem Autor dürte es nur um den Geschmack und nicht um einen verantwortungsvollen Umgang mit den eingesetzten Lebensmitteln gehen. Stark überfischte Fischarten anzubieten ist sicherlich nichts ruhmreiches. Wäre schön wenn der Betreiber wissen würde woher seine Lebensmittel kommen und wie sie gezüchtet bzw gefangen werden. Ich werde mal fragen und seine Antwort dann posten.

http://www.fish2fork.com/

Das sollten wir in Ö auch machen.

Wäre schön, wenn man wüsste, was ökologischer Fußabdruck bedeutet.

Vielleicht sollte sich da jemand genauer informieren, bevor etwas gepostet wird ;)

"Aber dem Autor dürfte es nur um den Geschmack und nicht um einen verantwortungsvollen Umgang mit den eingesetzten Lebensmitteln gehen. "

Gott sei Dank ja, eine Kolumne über letzteres stelle ich mir eingeschränkt spannend vor.

"Stark überfischte Fischarten anzubieten ist sicherlich nichts ruhmreiches."

Sicherlich? Ich fühle mich jedenfalls nicht entehrt, gern einen Bigeye oder Bluefin zu essen.

Dass das mit dem dass und das so schwer sein kann???

also bitte..

auf einem offensichtlichen tippfehler herumreiten soll welchen sinn haben?

bitte im

aus ausrangierten eierschalenkartons gefertigten eigenheim bleiben und ausschließlich seegraspresslinge essen - wegen des fussabdrucks warrats gwesen

süß, wieder so ein weltverbesserer...
musst eh nicht hingehen ins lokal !

warum nur wird der griller, wie er seit ewigen zeiten in österreich heißt, immer mehr zum deutschen grill "degradiert" ???

tut mir leid für mein vielleicht überflüssiges posting, aber ich steh nun mal auf das österreichische deutsch mit seinen eigenheiten durch die sie sich von dem deutschen deutsch unterscheidet.

weil jetzt alles auch schon so schön lecker schmeckt

bald wirds dann auch die cola sein

menno!!!

Knoblauch stinkt???

Knoblauch duftet, riecht, schmeckt, würzt, aber er stinkt doch nicht!

Knoblauch

ist per se ja durchaus OK, wird aber hierzulanden viel zu oft dermaßen brachial eingesetzt, dass dann ein penetrant aufdringlicher Geruch und Geschmack jedweden Eigencharakter eines Grundproduktes gnadenlos niederbügelt.
Und ist somit auch dafür verantwortlich, dass ich Öffis schon aus olfaktorischen Gründen meide, wo immer es nur geht.

ich liebe zwar Knoblauch, aber:
Duftet er in Ihrer Nase wirklich so, dass Sie vorm ersten Rendezvous absichtlich ein Zecherl vernaschen?

also ich verspeis zum frühstücck schon mal eine rohe zwiebel -

und liebkose danach das zecherl meiner liebsten.

das knoblauch-zecherl der liebsten?

Im Grill Royal zu Besuch gewesen..

..wie viele andere Wiener Gastronomen auch..

....und was wollen Sie uns damit sagen ????

eine kopie..

..was egal ist, wenns gut ist..

Steak&Pils, Steak&Salat...

Dann heisst der nächste Trendhascher halt Steak&Fish.
Obs genug zahlungswillige Trendige gibt?

Steak ist Zweifellos am Kommen, zumal unsere Fleischer endlich mal anfangen richtig Aufgezogenes richtig zu zerlegen.

Importfisch ist eindeutig am absteigenden Ast. Jeder will ihn zwar, aber immer weniger wollen ihn bezahlen- und höchst erfreulich- die Leute essen langsam ökologisch und da haben Hummer, Languste, Wolfsbarsch und Steinbutt am Teller halt nichts verloren.

Naja, gleich daneben gibts den Leo, wenn ich mal wieder in der Gegend bin muss ich nicht lange überlegen...

Hummer?

Ich hoffe nicht, dass die dort lebendig in kochendem Wasser umgebracht werden.

wie wäre es ihnen denn lieber?

langsam garen,damit er wirklich lange leiden muss?

solange mann nicht zuviele hummer gleichzeitig ins wasser gibt,und dadurch das wasser zu sehr abkühlt(was bei grossveranstaltungen leider oft mal passiert),ist das eine relativ "humane" zubereitungsart

"ist das eine relativ "humane" zubereitungsart"

Und der Transport?
In feuchtem Sägemehl und Ähnlichem wie Briketts in einen Behälter geschlichtet. Schon mal beobachtet wie die anscheinend Toten in der Vitrine ein Auge oder einen Fühler zu bewegen versuchen? Traurig.

Ausserdem handelt es sich ausnahmslos um Wildfänge, Hummer und Langusten lassen sich nicht züchten.
Während der Bestand der (amerikanischen, kanadischen, norwegischen etc.) Hummer durch gutes Management nicht gefährdet ist, sieht es bei den tropischen Langusten ganz anders aus, denn sie stammen fast ausschließlich aus Ländern, wo sich kein Mensch um den Bestand was schert.

da bin ich eh ganz bei ihnen,brauche in wien(oder sonstwo,wo kein meer in unmittelbarer nähe ist) eh auch keine hummer und langusten,und auch sonst kein meergetier auf dem teller.dafür koste ich dann das alles aus,wenn ich mal in der gegend dazu bin...

aber die kritik an der zubereitungsmethode finde ich blauäugig,weil es eben eine sehr rasche und unmittelbare tötungsart ist

man kann ja grundsätzlich diskutieren, ob Hummer unbedingt notwendig ist...

...aber der Absatzmarkt für tiefgefrorene Hummer die schon vor Wochen getötet wurde ist vermutlich leicht zu überblicken.

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