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Mancheiner hält ja die Bundeshymne für ein Grundübel im österreichischen Sport.
Pro: Große Pläne, große Gefühle
Von Margarete Affenzeller
Zugegeben, wenn jemand im Schweiße seines Angesichts gerade eine Medaille an Land gezogen hat, sich erschöpft Gepflogenheiten der Siegerehrung hingibt, dann ist das Erste, was er oder sie singen möchte, bestimmt nicht: "Noch ist Polen nicht verloren, / [...] Was uns fremde Übermacht nahm, / werden wir uns mit dem Säbel zurückholen."
Aber andererseits: Nichtpolen haben meist eh keine Ahnung, was da gesungen wird. Und in einem nach innen hin befriedeten Europa werden kriegerische Avancen gar nicht mehr ernst genommen. Immerhin steckt Geschichte in den Strophen. Und die sollten die Völker einander lehren! Der Kongo etwa erinnert an den Tag der Unabhängigkeit: "Steht auf, Kongolesen / vom Schicksal vereint. / [...] 30. Juni, oh zarte Sonne / 30. Juni, der 30. Juni / Gekrönter Tag".
Und es ist auch nicht verkehrt, die Russen von einer schönen Zukunft träumen zu hören: "Einen weiten Raum für Träume und Leben / Eröffnen uns die künftigen Jahre." Da ist es fast schade, dass die Marcha Real der Spanier gar keinen Text hat.
Kontra: Nur Contador soll singen
Von Fritz Neumann
Es mag viele Ursachen haben, dass die Spanier den Rest der Welt in Grund und Boden kicken und im Sport ganz generell eine Macht sind. Hauptgrund ist garantiert die Tatsache, dass die Damen und Herren Sportler ihre Hymne nicht mitsingen müssen können. Weder bevor es zur Sache geht, wie im Fußball Usus, noch danach, bei Siegerehrungen. Die Marcha Real, der Königliche Marsch, kommt seit rund 250 Jahren ohne Text aus. Und macht dennoch oder gerade deshalb Freude.
Singen? Fernando Torres soll Tore schießen und auflegen! Rafael Nadal soll Tennis spielen oder verletzt sein! Alberto Contador soll Rundfahrten gewinnen und/oder Dopingsperren absitzen! Mancheiner hält ja die Bundeshymne für ein Grundübel im österreichischen Sport. Echt anspornend wirkt sie jedenfalls nicht. Österreichs voraussichtliche Olympiabilanz in London? Null bis drei Medaillen.
Zugegeben, es wäre vielleicht interessant, wenn Contador einmal zu singen begänne. Aber bitte über Hintermänner und keine Hymne. (Rondo, DER STANDARD, 27.7.2012)
Die Suche in Taschentiefen oder Zimmerfluchten ersparen oder Understatement mit einem einzigen Klingelton
Am Ende eines gemütlichen Kaffeehaustages kann sich die Übersicht leicht eintrüben - Oder: Dies wäre eine Infragestellung der Integrität des sinnierenden Stadtmönchs
Die dumme Augustine trug sie und wurde umjubelt, aber der Modetrend gilt als Gegenteil von Freiheit
So ein charakterstarker Sattelschutz gibt uns den allerschönsten Schliff im Meer des seriösen Gleichklangs - Oder: der Schoner steht dem Wesen des Radfahrens entgegen
Die gedruckte Zeitung darf nicht sterben - oder: Wenn gedruckte Gedanken zu Wischdiensten abkommandiert werden, sterben sie einen feuchten Tod
Maunchmoi is scho vü gscheida, ma bleibt bei dem wos ma dalernt hot oder Hochsprache ist Facebook-Sprache
Ein Zeichen einer erwarteten Gemütlichkeit oder so graziös wie Bambi auf dem zugefrorenen Teich
Einen Goldfisch damit nach Hause transportieren oder Liebe geht durch den Magen
Weshalb das viel gepriesene "Runner's High" in der Stadt mitunter auf sich warten lässt und das duch-die-Stadt-joggen eine Sightseeing-Tour ersparen kann
Ein gerade unübertreffliches Glücksrezept oder logistischer Stress durch neumodisches Brauchtum?
Seine Entscheidung - "eine oda auße?" - jederzeit staufrei revidieren oder es ist nicht der Mensch, der den Rhythmus vorgibt
"Damit sich nicht wieder irgendein Armleuchter in den Luster hängt" oder "Fröhlichkeit ganz ohne Alkohol ist immer etwas gezwungen"
"Welcher Superstar wird dich heiraten?" oder Danke, wir wollten es echt nicht so genau wissen
Her mit der heißen Ware, oder sind erotische Geschenke einfach nur peinlich?
"Das WC ist nicht Rückzugsraum, sondern reine Bedürfnisanstalt" oder: "Undenkbar, dieses Elend den Blicken einer weiblichen Laufkundschaft preiszugeben"
Wer die Lure aus dem Stockwerksautomaten am Platz genießt, versäumt nichts Spannendes - oder die Sitten im Büro sind immer nur so rau wie das Leben auf der Straße
Rockgott versus Gott der Allmächtige - zumindest wenn es um die Frage nach hell oder dunkel geht
Heißer Tee, Suppe oder auch Punsch oder die Eismischerzunft soll endlich auf den Klimawandel reagieren
Weshalb der Alltag der KollegInnen schon interessant ist und portionierte Grußbekanntschaften einem weißen Wal das Leben schwer machen
"Mindestens haltbar bis ..." - "Best before" ist schlicht irreführend übersetzt oder ein farbenprächtiger Abdruck einer Fontäne an der Toilettenwand
In der Leichtigkeit muss man das Üppige wählen oder der Schaum, ein Traum
Wer nicht mit Kanonen auf Brösel schießt, greift zum Bartwisch und dessen Zwilling, dem Schauferl oder ihr Traditionsritter von der traurigen Gestalt
Gluck, gluck, und runter damit oder rot steht für Wärme, Leidenschaft und große Gefühle
Man kann sich, muss sich aber nicht festlich kleiden oder das Wohnzimmer ist und bleibt eine pinguinfreie Zone!
Hymnen vor Fußballspielen sind Pflicht. Und wer mitsingen will, soll es einfach.
Aber was aufzuhören hat ist diese peinliche Kamerafahrt entlang der Mannschaft während der Hymne. Nicht nur das die Falschsingerei den Charakter der Hymne komplett zerstört. Es ist auch, weil die Falschsinger damit öffentlich vorgeführt werdeneigentlich nichts als ein Sozialp0rn0.
Wenn schon Mitsingen, dann mit Inbrunst ("Frateeelliiii d'Italiaaaa...!") oder mit Feuereifer ("Allons enfants de la patriiieeee...").
Aber ein strunzdummes "Land der Beeerge" zu einer lauwarmen Melodie singen, pfui Teugel!
Da fällt mir ein, eigentlich wär ja die alte Eisler-Hymne seit 1990 frei und zu haben.
Sowohl der Text von Paula von Preradovic als auch die freimaurerische Meldodie - früher fälschlich Wolfgang Amadeus Mozart zugeschrieben - sind passend und schön. Man hat nach dem ersten Weltkrieg bewusst keine kämpferische Hymne wie die Marseillaise oder die Fratelli gesucht.
Leider wird die Hymne in Österreich - ich vermute aus einem Identitäts- und Minderwertigkeitskomplex heraus - sehr oft missverstanden und als peinlich empfunden. So ja auch von Ihnen und manchmal auch von mir.
http://ingeb.org/Lieder/Br... derRe.html
Paperlapapp! Von wegen Eisler!
Etwas melodisches muss her; etws überzeugendes, was man auf der Straße pfeifen kann:
http://www.youtube.com/watch?v=pA8D3HQXoi4
pf... ein richtiger patriot singt die bundeshymne den ganzen tag, nicht nur bei sportlichen ereignissen. in der früh gleich nach dem aufstehen, dann raus in den garten, beim fahne hissen, noch einmal vor dem zähneputzen usw... so muss es sein. alle die das nicht machen sind vaterlandsverräter und nestbeschmutzer!
Weil sie voller Inbrunst IHRE Hymne mitgesungen haben! Auch Ballotelli hat mitgseungen, während bei den Deutschen Özil, Podolski, Boateng und Co. schwiegen!
JA, ich bin für ein verpflichtendes Mitsingen der Hymne für die Nationalelf! Zu Beckenbauers Zeiten war das die Regel, und die Erfolge sprechen für sich!
Ich bin Stolzer Deutsch-Österreicher und singe immer mit!
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