Papperlapapp!

Kolumne25. Juli 2012, 18:48
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Ein herzliches Willkommen nennt man das wohl. Reizend jedenfalls, wie sich London um den Olympia-Besucher kümmert. Von wegen lange Warteschlangen bei der Einreise, und mit dem Heathrow Express ist man mir nichts, dir nichts in Paddington.

"Warm welcome" passt freilich noch besser, weil quasi doppelt. Dass nämlich das Wetter in London im Sommer oft übel sein soll? Papperlapapp! Seit Tagen herrscht eine Hitzewelle, dass es nur so staubt. Tagsüber stapeln sich in den Parks und Gärten die Menschen unter den Schatten werfenden Bäumen. Und an den Abenden flüchten Pubbesucher von den Tischen im Freien hinein ins klimatisierte Kühle. Nicht wenige nehmen, um der Hitze zu entkommen, sogar das Indoor-Rauchverbot in Kauf. Im Februar 2006 wurde es vom Parlament mit großer Mehrheit beschlossen (384:184), seitdem ist das Rauchen nur noch draußen auf dem Gehsteig erlaubt, daran könnte man sich in Österreich schon ein Beispiel nehmen.

By the way: woher kommt eigentlich der Ausdruck Papperlapapp, seit dem 18. Jahrhundert bekannt? Dem Vernehmen nach hat er mit dem Essen (Papperl) zu tun. Nicht mehr papp sagen können heißt satt sein. Wer Papperlapapp sagt, ist satt ob einer hohlen, (noch) nicht bewiesenen Behauptung. "Humbug", das aus dem Englischen stammt, wäre eine Alternative, klingt aber nicht so gut. Dass also für die Eröffnung am Freitag Regen angesagt ist? Papperlapapp! (Fritz Neumann, DER STANDARD 26.7.2012)

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