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Es ist die verbreitete Ansicht vieler Bürger (und Medien), dass die Politik gut daran täte, die Meinungen von Experten in schwierigen Sachfragen 1:1 umzusetzen. Die Stunde der Fachleute scheint vor allem mit dem Ausbruch der Eurokrise gekommen zu sein: Nirgends wurde das so augenscheinlich wie in Italien und (bis vor kurzem) in Griechenland, wo zur Lösung der Probleme Politiker ab- und Expertenregierungen eingesetzt wurden.
Der tobende Streit unter deutschen Ökonomen offenbart nun eindrucksvoll, dass die Politik in entscheidenden Momenten mit den Fachmeinungen wenig anfangen kann. Bankenunion, mehr Geld für den Rettungsschirm, mehr Haftungen für reiche Länder: Die deutschen Wirtschaftswissenschafter sind in den entscheidenden Fragen zur Eurokrise völlig gegensätzlicher Meinung. Sie argumentieren dabei fast ausschließlich ideologisch: Kein seriöser Wissenschafter könnte ansonsten Expertisen darüber abgeben, was bei einem Austritt Griechenlands aus der Währungsunion passieren würde - das weiß schlichtweg niemand.
Wirklich unpolitische Expertise ist bestenfalls in den Naturwissenschaften möglich. Für die Politik sind die Stimmen der Ökonomen höchstens produktive Störfaktoren, denn sie muss trotz der vielen Meinungen irgendwann Entscheidungen treffen. In der öffentlichen Debatte wäre es an der Zeit, dem Fetisch Expertenregierungen die Forderung nach einer Repolitisierung entgegenzusetzen. (András Szigetvari, DER STANDARD, 26.7.2012)
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Im Wirtschaftsteil einer Qualitätszeitung ist so ein Kommentar lächerlich und gefährlich zugleich.
Denn obwohl es stimmt dass niemand genau sagen kann was bei einem Austritt Griechenlands passieren würde, da es kaum Präzedenzfälle gibt, kann JEDER Ökonom der mit Theorie und Empirie vertraut ist sagen dass eine umfassende Fremdhaftung gefährlich ist (moral hazard). Und genau da liegen Sinn und Co. ganz klar richtig und Bofinger und Co. ganz klar falsch. So zu tun als könne man nicht beurteilen welche der beiden Gruppen Recht habe ist deshalb höchste irreführend.
es stimmt, dass moral hazard ein problem ist. wir sind aber nun mal in der krise drin und jetzt muss die für die gesamtwirtschaft die am wenigsten schädliche lösung gefunden werden.
dazu gibt es im prinzip 3 ansichten.
a) nix tun - moral hazard trifft weder die gläubiger noch die schuldner
b) gläubiger bailout - gläubiger haben moral hazard
c) schuldner bailout - schuldner haben moral hazard
in simulationen lässt sich zeigen, dass nix tun den größten wirtschaftlichen einbruch zur folge hat. ein gläubiger bailout (was gemacht wird) wirkt tatsächlich etwas mildernd, bei einem schuldner bailout wäre der schaden im system zwar am geringsten, die banken würden darunter aber leiden, deswegen wird sowas von der elite auch strikt abgelehnt.
Kleine Banken müssen ohnehin zusperren. Zur Zeit 5 pro Woche in den USA.
Und die systemrelevanten Banken jammern, aber leiden niemals, denn sie haben ja niemals Geld hergegeben, sondern nur Kredit.
Wenn jemand Schulden anschreibt und genau daraus Giralgeld macht dann verliert er nichts, wenn die Schulden nicht zurückgezaht werden, da er ja nichts hergegeben hat (ausser einer Buchungszeile). Die Banken wollen aber jetzt die Bürger als Bürgen zum Würgen für ihre unbedacht vergebenen Kredite im FI Casino.
Feuchte Träume haben sie, denn die Beträge sind ohnehin niemals bezahlbar, weiss die FI und weiss hoffentlich bald jeder Bürger.
Das ist also ganz einfach.
dass banken geld aus dem nichts (besser gesagt aus dem immateriellen asset der bankenlizenz) schaffen stimmt. dennoch kann eine bank nicht einfach 1000000000000000 euro schaffen und dafür zinsen kassieren, und wenns nicht klappt, dann streicht man einfach so den eintrag in der bilanz ohne schmerz. wenns so wäre, würden ja gerade nie eine bank bankrott gehen können. eine kreditvergabe schafft für die bank gleichzeitig eine forderung und eine verbindlichkeit. geht der schuldner bankrott, bleibt die bank auf ihren verbindlichkeiten sitzen und muss die verluste aus ihrem eigenkapital auffangen.
ein schuldnerbailout (QE für die bürger) würde banken zwar nicht insolvent machen, aber illiquid, da ihre einkommen aus zinszahlungen schrumpfen würden.
Viele Fremdworte und doch in keiner Weise zusammenhängend verwendet.
Natürlich sind Fremdhaftungen, oder Haftungen per se, ein mögliches Problem.
Schließlich können die immer noch schlagend werden.
Diese Haftungen beiben in jedem Fall aufrecht, egal ob Griechenland in der EU bleibt oder nicht.
Und mit einer sittlichen Gefährdung (moral hazard) haben finanzielle Haftungen nichts gemein.
Sie sollten mal Ihre Ansichten zu Wirtschaft und großen Vokabeln überdenken.
So können Sie hier niemanden imprägnieren...
Bitte bei welchem Ökonom trifft diese Behauptung zu: "JEDER Ökonom der mit Theorie und Empirie vertraut ist"???
Nur weil Ihnen Hr. Sinn im Moment mehr in den Kram passt, hängen Sie halt seinen Theorien nach.
Sinn hat genausowenig eine Ahnung wie Bofinger oder ein Keynes.
Wie bitte?
Das Geldsystem ist ein mathematisches Regelwerk und sehr wohl mathematisch nachvollziehbar.
Es wird auch laufend verändert, siehe QE1, QE2, QE3, ESFS, EZB, ESM, ....
Was ist daran nicht zu verstehen?
und darum gehen die Prognosen der Wirtschafts"wissenschafter" auch immer in Erfüllung.
Die gesamte Volkswirtschaftstheorie ist auf Annahmen aufgebaut, die in der Realität NIE stimmen. Jeder Ökonom, der behauptet, etwas genau zu wissen, oder soger "beweisen" zu können, ist im besten Fall ein Schaumschläger, im schlechtesten Fall ein Verbrecher.
bitte die Regelmacher und die "Wissenscahftler" unterscheiden.
Die Regelmacher der FI machen die Regeln. Diese sind mathematisch exakt und die Folgen sind vorhersehbar.
Da die FI Regeln auf Selbstbereicherung ausgerichtet sind, erfüllen sie diesen Zweck.
Die simple ESM Konstuktion:
Staat zahlt an ESM,
ESM an Privatbanken,
die Privatbanken an den Staat
und dieser rettet die Banken mit dem Geld, dass sich der Staat bei diesen ausleiht
und so kann das Volk in die Haftung für Bankenverluste genommen werden.
Genial einfach - einfach genial.
Was ist dabei bitte nicht zu verstehen? Ist doch einfach. So profitieren die Privatbanken 2x.
Mission accomplished.
Auch wenn es stimmt, daß VWL mehr ein Mas turbieren nach Zahlen ist, das Problem liegt im Regelfall nicht in den Prognosen der Wirtschaftsexperten (nicht der Sozialwissenschafter, Soziologen und Politikwissenschafter) sondern in den Eingriffen der Politik.
Grichenland ist ein wunderbares Beispiel.
Hätte man es vor ein paar Jahren in Konkurs geschickt wäre das Problem heute nur mehr eine geschichtliche Randnotiz.
So aber wurde durch die Eingriffe unfähiger Politiker das Problem chronisch.
Die Arbeiten Krugmans und vieler seiner Kollegen zur Industriellen Organisation, zur ökonomischen Geographie und zur Startegic Trade Policy sind geprägt von dem Versuch, die axiomatischen Grenzen der Standard-Modelle und ihrer irrealen Modellannahmen zu überwinden und zu einem realistischeren Bild wirtschaftlicher Prozesse (z.B. durch einen Rekurs auf die Monopoltheorie Chamberlins) zu kommen.
durch die Derivate erschaffen die Investment-Banken ein Vielfaches an Umsatz der Realwirtschaft und damit der Geschäftsbanken.
Wer das nicht sehen kann, der kann allerdings die Zusammenhänge nicht verstehen. Das Problem sind nciht die Geschäftsbanken, sondern die Investmentbanken mit irrwitzigen Konstruktionen und Blasen.
und das geht so:
Zocken bis der Staat hilft! http://www.youtube.com/watch?v=9l3urQHd5dU
aber nicht mehr als die Darstellung linker Politik.
Seine Annahmen über ein endloses deficit spending und einen unbegenzten Etatismus haben schon ganz andere begeistert, sind aber in der Praxis unfinanzierbar und auf Dauer auch untragbar.
Mehr als ein Held der Linken ist damit zwar nicht geworden, aber das reicht ja auch schon für hohe Buchauflagen.
Nett, aber ich würde dem Krugmann keine USD 5 zum Wechseln geben, geschweige denn die Aufsicht über eine Volkswirtschaft.
Auch wenn VWL im Regelfall 90% Ideologie ist.
ich habe nur gelernt, daß Dinge und Projekte, die man nicht mehr retten kann, auch einmal sterben dürfen.
Und an diesem Punkt ist Griechenland schon vor ein paar Jahren angelangt.
Das hat nichts mit Spekulation zu tun, das ist eine einfache Rechnung.
Bis vor kurzem haben alle Ratingagenturen Griechenland die Bestnote gegeben. Diese Agenturen beschäftigen Ökonomen von den weltweit besten Universitäten, da wimmelt es nur so von Harvard-Absolventen. Gegen diese Leistung sind die Politiker wahre Meister ihres Faches.
Griechenland hat schon seit vielen Jahren keine Bestnote mehr bekommen.
Nicht einmal vor der Krise gab es ein AAA oder ähnliches.
Das Land tümpelt seit ein paar Jahren zwischen Junk und Default.
Das ist keine Bestnote, nicht einmal dann, wenn man Junk Food liebt.
Die Rating Agenturen haben sehr früh erkannt, daß Griechenland nichts taugt und dies auch dokumentiert.
Nur hören wollte es keiner.
Im Übrigen sind die meisten Mitarbeiter der Agenturen nicht besser als simple Wirtschaftsprüfer.
Nicht der Überbringer der schlechten Nachricht ist das Problem, der Inhalt der Nachricht ist es.
http://www.lighthouseinvestmentmanagement.com/wp-conten... istory.png
bis 2009 hatte Griechenland von allen Agenturen entweder A Rating, oder A+
erst jeder Portier oder Maurer schon sehen konnte, dass es ein Problem gibt, haben die Herren Ökonomen dann mit Abstufung reagiert ...
ich fasse zusammen: Im Jahr 2009 waren die lieben Ökonomen zwar vollkommen ahnungslos, aber heute, ja heute, ist das alles Schnee von gestern, und die Ökonomie ist zu einer wirklichen Wissenschaft geworden, die nur mehr korrekte Vorhersagen liefert.
und wer kann das Geldsystem nachvollziehen?
Ein Wirtschafts"wissenschafter"?
Der gängige BWL Absolvent kann höchstens Mikro- und Makroübungen absolvieren, aber kein Mathematisches Modell eines Geldsystems entwerfen/modellieren - geschweige den Verstehen!
Dazu bräuchte es nämlich das Mathematik-Niveau eines Mathematikers/Physikers, aber solche Leute gibts nicht auf der WU oder in Harvard!
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