Ratlos zwischen der Ökonomen-Front

Mehr zahlen, weniger zahlen, nicht zahlen: Die Expertenmeinungen zur Krisen-Lösung könnten kaum unterschiedlicher sein

Wien - Ein neues Thesenpapier namhafter europäischer Wirtschaftswissenschafter hat den Streit unter Ökonomen über den richtigen Umgang mit der Eurokrise weiter angefacht. Die 17 Unterzeichner des Dokuments warnen davor, dass die Eurozone " schlafwandelnd auf eine Katastrophe mit unkalkulierbaren Ausmaßen" zutaumelt. Um die Gemeinschaftswährung zu retten, müssten sich reiche Euroländer wie Deutschland und Österreich stärker engagieren.

Die 17 schlagen die Schaffung eines europaweiten Systems zur Sicherung von Bankeinlagen vor. Sie fordern mehr Engagement (Geld) von der Europäischen Zentralbank und mehr Mittel für den Eurorettungsschirm. Veröffentlicht wurde das Papier von dem US-Institute for New Economic Thinking, einer von George Soros gegründeten Denkfabrik.

Spannend machen das Papier vor allem die Verfasser, darunter der deutsche Ökonom und Wirtschaftsweise Peter Bofinger.

Damit lässt sich das Schreiben als Erwiderung auf einen Anfang Juli in der "FAZ" veröffentlichten Brief deutscher Ökonomen lesen. In dem Schreiben hatten 250 Wirtschaftswissenschafter mit ähnlich drastischen Worten davor gewarnt, den Krisenländern weitere Unterstützung zu gewähren. Die Ende Juni beschlossene Schaffung einer europäischen Bankenunion könne zur "Sozialisierung" der Schulden in der Eurozone führen, hieß es in dem "FAZ"-Schreiben. Das könnte "Steuerzahler, Rentner und Sparer" in den "soliden" Ländern Europas Billionen kosten. Zu den prominentesten Unterstützern des Schreibens zählte der Chef des Wirtschaftsforschungsinstituts Ifo, Hans-Werner Sinn.

Harter Schlagabtausch

Auf die Veröffentlichung des Briefes folgte ein ungewohnt harter Schlagabtausch: So warf Bofinger den Briefschreibern vor, "schlimmste Stammtischökonomie" zu betreiben. Der Wirtschaftswissenschafter Walter Krämer, der den "FAZ"-Brief initiiert hatte, erwiderte, Bofinger sei eine "akademische Nullnummer".

Die Diskussion dürfte für die deutsche Bundesregierung inzwischen nicht nur ob ihres Tones befremdlich sein. Denn die Debatte zeigt, dass sich die Politik in der Eurokrise kaum auf "Expertenmeinungen" stützen kann. Denn wem soll man trauen? Die deutschen Ökonomen könnten in den entscheidenden Fragen - Bankenunion, Bankenlizenz für den Rettungsschirm, mehr Zentralbankengagement - kaum unterschiedlicher argumentieren. Zudem warnt jede Seite, dass die Rezepte der jeweils anderen zum "Kollaps der Eurozone", einer Vervielfachung der Schulden, also ins Desaster führen werde.

In den Streit sind aber ausgerechnet die namhaftesten Ökonomen Deutschlands involviert: Neben Bofinger haben das neue Papier Dennis Snower, der Chef des Wirtschaftsforschungsinstituts in Kiel und die frühere deutsche Regierungsberaterin, Beatrice Weder di Mauro, unterzeichnet. Zu den Unterstützern der Sinn-Gruppe zählt Charles Blankart von der Berliner Humboldt-Universität, der das Wirtschaftsministerium in Berlin berät, aber auch Klaus Zimmermann, der Direktor des renommierten Instituts zur Zukunft der Arbeit.

Gräben zwischen den Lagern

Nicht einmal eine ideologische Orientierung ist möglich, denn die Gräben verlaufen quer zwischen den Lagern: Den Aufruf für mehr Engagement der reichen Länder in der Krise haben mehrere SPD-nahe Wirtschaftswissenschafter unterzeichnet, aber auch Lars Feld von der Uni Freiburg, der als Ordoliberaler dem Glauben an die freien Marktkräfte anhängt. Die Gruppe rund um den konservativen Sinn argumentiert mit klassischen linken Themen und warnt davor, die Bankschulden den Bürgern umzuhängen.

Die deutsche Politik hat sich bisher von beiden Aufrufen distanziert, sich ansonsten aber kaum eingeschaltet. Die Warnungen der Gruppe rund um Bofinger bezeichnete ein Regierungssprecher am Mittwoch als überzogen. Am deutlichsten wurde noch Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) in seiner Reaktion auf den Sinn-Brief: "Von allen denkbaren Verfahren in der Bewältigung dieser Krise in den vergangenen Monaten ist das am wenigsten taugliche die Umsetzung von Expertenempfehlungen gewesen." (András Szigetvari, DER STANDARD, 26.7.2012)

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Mit Stichwörtern wie erhöhung des Wettbewerbs oder Sparen oder Export fördern usw arbeiten unsere politiker weil solche Beweisführungen auf einer alten und leider nach wie vor überaus wirksamen Taktik beruhen .Wenn man die Wahrheit wirksam Verschleiern will,kann man nichts besseres Tun,als offensiv ihr exaktes Gegenteil zu behaupten! Und Herr Bofinger ist unter denn Ökonomen einer der besten im verschleiern der Tatsachen !!

Eine alternative, aber faire Krisenlösung

http://www.spiegel.de/wirtschaf... 45862.html

mein auto springt nicht an.

-mechaniker a ist der meinung es liegt an der elektrik
-mechaniker b ist der meinung der motor ist im eimer

natürlich blödsinn,sowohl mechaniker a,als auch mechaniker b wußten,problem elektrik,behoben dies und das auto fährt wieder tadellos.

meine mechaniker sind auch wissenschafter und keine ökonomen.

jetzt werden vl. einige vwl absolventen beleidigt sein.
sehe jedoch eher parallelen vwl/meteorologie.

einige grundparameter sind bekannt und werden zur berechnung herangezogen,doch einige kleine veränderungen in diesen dynamischen prozessen reichen,um die berechnung gar nicht,oder verspätet result werden zu lassen.

Grundsätzlich sind alle Wissenschaften, die das

Wort im Namen führen überhaupt keine. Bei den Wirtschaftswissenchaften spielt sich momentan zwischen der Gelddruckerfraktion von Bofinger & Co und der Sparerfraktion von Franz & Co ein ideologischer Grabenkampf wie in der Politik ab. Letztlich kommt dann ein Mischmasch der beiden gegensätzlichen Postionen heraus und man versucht nachwievor die Krise auszusitzen.

Vertraue keinen Ökonomen

Schade, dass die selbsternannte Königsdisziplin der Sozial- undWirtschaftswissenschaften, nämlich die VWL nicht mehr zur Problemlösung beizutragen hat. Modelle eignen sich zwar zur theoretischen Begriffsbestimmung und können auf abstraktem Niveau diskutiert werden, mit der Realität haben sie aber wenig zu tun. Ökonomen entscheiden sich während ihres Studiums entweder für den freien Markt und dessen Ideal des Gleichgewichts oder für den Keynesianismus und andere heterodoxe Ansätze. Dass letztlich alles Ideologie bleibt scheint nicht von Relevanz zu sein. Die Ökonomik ist für mich mittlerweile eine Pseudowissenschaft, genauso wie sie die Krise nicht kommen sah, kann sie sie jetzt nicht lösen.

man könnte ja mal versuchen von der Methodik her Anleihen aus den Ingenieur- und Naturwissenschaften zu nehmen:

in der Physik beharre ich ja auch nicht eisern auf einer Theorie, wenn das Experiment (die "Realität") andere Ergebnisse zeigt

Die Volkswirtschaftlehre war noch nie eine Wissenschaft sondern immer ideologischer Dummschwatz.

schau mal da rein:

www.wissensmanufaktur.net

www.steuerboykott.de

es gibt noch ausnahmen, aber die muss man suchen

Haha, hoho, hihi diese Webseiten sind sooo schwachsinnig! .... aber lustig

nicht schon wieder der kanadier bitte !!!

na gut, dann hab ich noch die mormonen in utah, die ins exakt gleiche horn zu blasen scheinen und der fed bereits die verträge gekündigt haben (nur falls wer glaubt die eurozone wäre die einzige zerfallende währungsunion):

http://utahmonetarysummit.com/items/index/251

einen piefke:

http://www.youtube.com/watch?v=wq_lav0mc10

noch einen:

http://www.youtube.com/watch?v=rO6quLzyK5g

http://www.youtube.com/watch?v=oKlYULTQ_ZE

nur die aussagen jener die das system durchschaut haben und seinen fehler bennen ändern sich trotzdem nicht.

kenn ich

ich halte nix vom Wörgler, Chiemsseer etc auch nix vom Dirk Müller und vom Gesell'schen Freigeld. Dass das Finanzsystem reformiert und reglementiert gehört steht ausser Frage . Ein Weltwirtschaftssystem geht mit den amüsanten Regionalspielereien aber nicht und ohne Zinsen gibt es im Endeffekt kein Wachstum und keinen Fortschritt. Es ist die Höhe des Zinssatzes und im Finanzsystem die derzeitige unkontrollierte Geldschöpfung des Bankensektors. aber schon gut- wir werden uns hier nicht einigen.

Wie ist der Euro noch zu retten...

ein Vortrag von Heiner Flassbeck beim Städtetag in Dornbirn.

http://www.youtube.com/watch?v=w... r_embedded

Guter Mann !!!!

Man kann noch schnell was machen:
Grundsätzlich keine deutschen Waren mehr kaufen.
Leicht zu praktizieren, erfordert ein bisserl Aufwand beim Hinschauen aber es lohnt ....

Wenn's das wäre, "was noch schnell zu machen ist", dann ist nichts mehr zu machen.

Ich mach's schon seit mehreren Jahren. Vor kurzem im Baumarkt: ich suche nach einer schönen Terrakotta für ein Stämmchen am Balkon. Was früher tatsächlich in schönster Farbe handegemacht aus der Toskana kam, ist jetzt auf Antik in Plastik oder halt maschinell gefertigt - jedenfalls beides Made in Germany.
Egal wo man hinschaut, alles wird überschwemmt.

Das hängt aber auch mit dem Verhalten der Käufer zusammen: Kosten solls nix. Und teilweise ist das auch nachvollziehbar, weil im Norden die Masseneinkommen real stagniert sind, während sie im Süden gewachsen sind (was eben ein grosser Teil unseres Problems ist). Die Baumärkte müssen sich also fragen: Kann und will der Durchschnittskäufer in Österreich sich vergleichsweise teures edles handgearbeitetes aus Italien leisten? Nein? Dann kriegt er eben das billige Plastikding aus Deutschland.

Den guten, gebildeten, bescheidenen Deutschen gibt es auch noch. Übersieht man manchmal dieser Tage.

Trauen sollten wir niemandem,

sondern uns eine eigene Meinung bilden. Und in diese Meinung sollte einfließen, was die jeweilige Interessenslage ist. Eine einfache, schmerzfreie Lösung wird es nicht geben.
Die Politik und alle, die von der dzt. Situation profitieren (Exportwirtschaft, FI, Vermögende - vor allem , aber nicht nur in PIGS-Staaten), sind für Weiterwurschteln. Die Argumente dieser Gruppe sind wolkig (stirbt der Euro, stirbt Europa), aber sie haben die großen Medien hinter sich und arbeiten mit der Angst der Menschen. (Nicht nur) meine Meinung ist, dass das alles früher oder später fürchterlich krachen wird.
Die Gruppe der 'Realisten' sucht konstruktive Lösungen, vermischt aber leider Zeit- und historische Horizonte, wirkt leider (noch?) nicht überzeugend.

Die einfachste Methode ist

die Zinszahlungen der Staaten den Bürgern direkt zukommen zu lassen.

Die Notenbank verleiht Geld für 0,75% Zinsen. Warum sollten nur Banken den Staaten mit derartig niedrigen Zinsen Geld leihen können?

Banken nehmen sich einen Notenbankkredit und kaufen damit Staatsanleihen für 7% Zinsen - ein riesen Geschäft, das Bürgern bisher verwehrt bleibt!

Das können wir auch! Gründen wir eine Staatsbürgerbank und verleihen wir unseren Staaten mit einem "Notenbankkredit" Geld für 3% Zinsen, indem wir Staatsanleihen kaufen.

Konzept:
http://oekonetik.info/buerger-bailout

PS: Es wäre ganz einfach die Krise zu beenden - wir Bürger müssen es nur wollen! Noch wird dieses Konzept verschwiegen von den Medien und bereits davon informierten Politikern...

PS: Der Bürger-bailout ist das Konzept der Bürger!

worum gehts/gings denn wirklich ...

ums wandern, die kosten.

wurscht ob sozialisten, die irgendwie vollbeschäftigung wollen oder grüne, die wohl billige haushaltshilfen und altenpflegerinnen wollen, oder schwarze, die billige fliessbandhackler wollen ....

darum gehts im endeffekt. super europa, wir sind als ösis da oben angesiedelt, dh. zu uns kommen die deutschen, die daheim von den südlern verdrängt werden.

http://www.ftd.de/politik/i... 68120.html

nur gebracht hat all der eu-zauber gar nix.
in den 60ern kamen sie aus dem süden und 50 jahre später auch wieder verstärkt. nur die freude ist grösser? hallooo ...elendes gewäsch.

die deutschen bei uns, kommen nicht aus liebe, manchmal, sondern weil sie daheim out sind.

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