Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Schwere und irreversible Körperverletzung oder doch religiöse Selbstbestimmung - in Österreich liegt die Entscheidung, Beschneidungen durchzuführen, letztlich beim Arzt.
Linz/Wien - George Wozasek kann sich im Moment nur wundern. Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) in Oberösterreich sieht in der jüngst aufgeflammten Diskussion rund um religiös motivierte Beschneidungen eine "müßige Debatte". Für gläubige Juden sei die Zirkumzision ein Gebot, verweist Wozasek auf die Tora: Alles, was männlich ist unter euch, muss beschnitten werden. Am Fleisch eurer Vorhaut müsst ihr euch beschneiden lassen. Alle männlichen Kinder bei euch müssen, sobald sie acht Tage alt sind, beschnitten werden.
"Sicher kein Politikum"
Letztlich sei es aber rein die Entscheidung der Eltern, ob sie ihre Kinder beschneiden lassen. Wozasek: "Es ist eine persönliche Entscheidung - und sicher kein Politikum." Der Eingriff selbst sei harmlos und dauere nur Sekunden: "Ein Schnitt mit dem Skalpell. Das tut auch nicht weiter weh", erläutert Wozasek. Früher hätten die Rabbiner selbst diese Eingriffe vorgenommen, heute würden jüdische Ärzte die Beschneidungen durchführen: "Meist in den Synagogen oder bei niedergelassen Ärzten, nur selten in Krankenhäusern."
Ein Beschneidungsverbot würde Wozasek ignorieren: "Bei Eltern, die ihren Kindern prophylaktisch die Mandeln oder den Blinddarm entfernen lassen, regt sich doch bitte auch keiner auf." Doch die Trennung zwischen Staat und Religion klappt im Genitalbereich aktuell nur sehr bedingt. Neben Vorarlberg, dort werden auf "Empfehlung' von Landeshauptmann Markus Wallner (VP) bis auf weiteres keine Beschneidungen mehr durchgeführt, rückt nun auch am LKH Graz der Vorhaut nicht mehr zu Leibe.
Justizministerium zurückhaltend
Gesundheitsminister Alois Stöger (SP) hält die Debatte für eine " aufgesetzte Diskussion". Grundsätzlich habe jedes Landeskrankenhaus die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, ob es Beschneidungen durchführt oder nicht. Stöger verweist auf das Justizministerium. Es gehe um die Einwilligungsfähigkeit der Patienten.
Im Justizministerium gibt man sich auf Standard-Anfrage hingegen zurückhaltend. So ist die Beschneidung bei Buben aus religiösen Gründen in Österreich zwar nicht ausdrücklich gesetzlich geregelt, "nach herrschender Lehre" aber straffrei. Auch die Ärztekammer verweist darauf, dass kein Arzt verpflichtet sei, eine medizinisch nicht erforderliche Beschneidung an Buben vorzunehmen. "Das ist eine Entscheidung, die auf der Basis des eigenen Gewissens zu treffen ist", stellt der Vizepräsident der Ärztekammer und Obmann der niedergelassenen Ärzte, Johannes Steinhart, klar. Aus medizinischer Sicht handle es sich um einen "kleinen, in der Regel unkomplizierten Eingriff".
Schmerzen wegfeiern
Der Bregenzer Urologe Peter Dorner führt rituelle Beschneidungen wegen des Narkoserisikos nicht vor dem vierten Lebensjahr durch. Wie nach jeder Operation hätten die Kinder danach Schmerzen. Die Beschneidung würde bei Muslimen aber mit einem großen Fest gefeiert, "dann sind Freude und Stolz stärker als der Schmerz". Eher als in Krankenhäusern ließen Muslime ihre Kinder aber im Urlaub in der Türkei beschneiden.
Die aktuelle Beschneidungs-Diskussion finde nur in den deutschsprachigen Ländern statt. Hintergrund sei die Haftungsproblematik: "Wenn einer klagt, haben wir ein Problem." Die medizinischen Fachgesellschaften in Deutschland, Österreich und der Schweiz raten daher, eine endgültige rechtliche Klärung abzuwarten. (mro, jub, flop, DER STANDARD, 26.7.2012)
Arbeit am Erwachen: Vor 30 Jahren, unter Bruno Kreisky, wurde die Lehre vom Mitgefühl mit allen Wesen in Österreich zur Bekenntnisreligion
Justizministerin sieht "Rückkehr zur Normalität"
"Herabwürdigung religiöser Lehren, der Verhetzung und der Verleumdung"
"Initiative gegen Kirchenprivilegien" will religiöses Ritual in Österreich rechtlich bekämpfen - IGGiÖ und IKG äußern sich vorerst nicht
Kabinett beschloss Gesetzentwurf
Eingriff weiterhin erlaubt, Eltern müssen sich aber über Risiken aufklären lassen
Die schwarz-gelbe Regierung will die Beschneidung bei Buben unter Auflagen erlauben
Als erstes deutsches Bundesland stellt Berlin klar, dass Beschneidungen künftig straffrei bleiben. Doch die Erlaubnis für den Eingriff wird an drei Bedingungen geknüpft. Das empört die jüdische Gemeinde, die von einer "flagranten Einmischung" spricht
Deutsche Regierung will rasch Gesetz vorlegen, das den Eingriff unter Auflagen erlaubt
Justizministerium verneint in Stellungnahme Strafbarkeit - LH Wallner: "Ging mir nie um die Einschränkung der Religionsfreiheit"
In Israel ist die Beschneidung die absolute Norm. Kritiker dieser Tradition organisierten sich erst ab Mitte der 1990er-Jahre. Angeheizt wurde die Diskussion durch eine kritische TV-Dokumentation
In der Debatte um Beschneidungen haben sich alle Religionsvertreter zusammengeschlossen
Die Beschneidung sei das Herzstück des Judentums und damit unverzichtbar, erklären Mitglieder der jüdischen Gemeinschaft. Österreich müsse strategisch entscheiden, religiöses Leben in seiner Gesamtheit zuzulassen
Justizministerium antwortet auf Vorarlberger Anfrage
Religionsgemeinschaften fordern Bekenntnis der Regierung zur Religionsfreiheit - Justizministerin Karl sieht "keinen Handlungsbedarf"
Ärztekammer bringt Pflegschaftsgericht ins Spiel
Kärnten und Steiermark wollen bis zur Klärung keine bzw. nur "sehr zurückhaltend" Beschneidungstermine annehmen
Unbeschnittene Männer würden nicht mit giftigen Bakterien im Penis herumlaufen, entkräftet der Linzer Jurist Bruno Binder medizinische Argumente für eine Beschneidung
Landeskrankenhäuser entscheiden selbst über die Durchführung von Beschneidungen - UN-Berichterstatter besorgt über aggressiven Ton
Auf Zuruf der FP legt Landeschef Wallner (VP) den Vorarlberger Ärzten nahe, keine Beschneidung aus religiösen Gründen durchzuführen. "Purer Populismus", sagt die SP zu der aus Deutschland importierten Debatte
Bundestag soll über Antrag abstimmen
Jüdische und islamische Religionsgemeinschaften sprechen von "antireligiösen Fundamentalisten" und "Unruhestiftern"
Laut Justizministerium "nach herrschender Lehre" straffrei - Regelung für ÖVP, SPÖ und BZÖ ausreichend, Grüne wünschen sich Debatte
Islamische Glaubensgemeinschaft sieht Selbstbestimmungsrecht verletzt - Urteil für Israelitische Kultusgemeinde "kein Präzedenzfall"
wenn Argumente ausgehen liefert ein gewisser Herr Taschner Rudolf, Inhaber eine Professur für Mathematik an der TUW in der Presse.
http://diepresse.com/home/spec... t=0&page=1
Man kann nur froh sein, dass er nicht eine Religion der Topologie stiftet, da müssten dann wohl je nach "Geschlecht" Löcher in Vorhaut und/oder Labien gestanzt werden (siehe Lochgottglaube) und je nach Grad dann noch weitere dazu bis hin zum Hochgrad...
Geboren mit Geschlecht 0 - also kein Loch
aufgenommen Geschlecht 1 - also ein Loch
weiter geht es mit Geschlecht 2 - ein weiteres Loch
Man geniert sich TH/TU-Absovent zu sein und ist froh derartigen Denker durch Vorzug des Alters entkommen zu sein
was gibt's da rot zu strichln
Ich wäre an nach meiner OP fast verblutet
und Zitat:
Ein Beschneidungsverbot würde Wozasek ignorieren: "Bei Eltern, die ihren Kindern prophylaktisch die Mandeln oder den Blinddarm entfernen lassen, regt sich doch bitte auch keiner auf."
=> Doch, ich weise auf die Gefahren einer solchen "Routine"-OP hin = in Eskalationssprech: ich reg mich auf BEGRÜNDET
einem 8 tage alten baby wird es sicher sehr leicht fallen, den cirkumcisionsschmerz wegzufeiern!
und ein schnitt mit dem skalpell?
das (und die anderen methoden) schaut nicht sehr nach schmerzlosem kleinen schnitt aus...
http://www.beschneidung-von-jungen.de/home/maen... idung.html
es ist nicht verwunderlich, daß sich immer häufiger jüdische und muslimische eltern weigern, ihren kindern das anzutun und sich nicht mehr dem sozialen und angstmachenden druck unterwerfen.
http://www.jewsagainstcircumcision.org/
Die Juden lassen ihre Söhne mit 8 Tagen beschneiden, da feiern die verletzten Säuglinge nicht mit.
Die Moslems lassen ihre Söhne ca. mit 4 Jahren beschneiden - und die feiern angeblich den Schmerz weg. Ich bezweifle das.
Ich bin gegen jeden nicht medizinisch notwendigen Eingriff bei Kindern und finde es gut, dass das endlich thematisiert wird.
Was mir Unbehagen bereitet ist, dass diese Diskussion für mehr oder weniger verschleierte antisemitische und ausländerfeindliche Propaganda missbraucht wird (nicht von Ihnen!). Das macht die Sache extra schwierig.
Zu ihrem letzten Punkt:
Wahrheit muss Wahrheit bleiben. Da ist es auch gleich, wer sie wofür verwendet.
Wenn es nach moderner auffassung falsch ist, derart ins Leben und in die körperliche Unversehrtheit des Kindes einzugreifen, dann bleibt es falsch auch wenn antisemiten das für ihre Propaganda benutzen.
Man sollte endlich mutiger werden und richtige Dinge auch dann fordern, wenn sie im Einklang mit rechtsradikalem Gedankengut stehen.
Was gut ist bleibt gut.
wenn die religion "X" vorschreiben würde,
es ein jahrhundertelanger brauch wäre
und es käme jemand, der sagt, was es eigentlich ist,
nämlich "X", dann würde man sofort
antisemitismus, islamophobismus, religionsfeindlichkeit
oder - schlimmer noch: atheismus orten.
nun setzen wir beliebig ein:
X= nass machen (taufe)
X= körperverletzung
X= kannibalismus
X= beschneidung
X= ....
kannibalismus
Das kann auch an den unterschiedlichen Methoden liegen. Auf Youtube habe ich etliche medizinische Beschneidungen aus den USA gesehen. Da wird intensiv herumgeschnitten, und das unbetäubte Baby schreit wie am Spieß. Die schmerzhafte Sorgfalt soll wohl spätere Komplikationen verhindern.
Bei den religiösen Beschneidungen scheint das sehr viel schneller zu gehen. In einem Fall ging das allerdings so schnell (Beschneider war vor dem Schnitt einen Meter vom Kind entfernt, stürzte sich dann in einem Sekundenbruchteil darauf, und fertig), dass ich endlich verstanden habe, wie es möglich ist, dass manchmal ein Teil der Eichel mit abgeschnitten wird.
ist sehr relativ. auf beschneidungsvideos von eltern, die die brit milah ihres kindes in echtzeit mitgefilmt haben (aus welchen gründen auch immer sie das taten), dauert der eigentliche beschneidungsakt durchschnittlich 3 minuten. für ein neugeborenes, das weder einen zeitbegriff kennt, noch eine "vergleichsmöglichkeit" hat, zu wissen, daß dies enden wird, noch versteht, was ihm da geschieht, eine sehr lange zeit. abgesehen von den schmerzen bei ausscheidungsprozessen.
es kann ja jeder erwachsene gerne versuchen, 3 minuten an einer stark nervendurchsetzten stelle herumzuschneiden und die wunde danach in regelmäßigen abständen mit einer sauren lösung zu bestreichen. er hat den vorteil: er weiß, was er tut. das baby nicht.
3 Minuten scheint mir die typische Länge für das Herumschneiden durch einen Arzt zu sein. Mit sehr viel schneller habe ich tatsächlich einen Schnitt in höchstens einer Sekunde gemeint. Das war eine kurze Episode im zweiten Teil des folgenden langen Anti-Beschneidungs-Films von einem niederländischen Juden: https://www.youtube.com/watch?v=5Jl0qL_3dUg
"... Und es geschah auf dem Wege in der Herberge, da fiel Jehova ihn an und suchte ihn zu töten. Da nahm Zippora einen scharfen Stein und schnitt die Vorhaut ihres Sohnes ab und warf sie an seine Füße und sprach: Fürwahr, du bist mir ein Blutbräutigam! Da ließ er von ihm ab."
(2.Mose 4.24)
Aus dem 3. und 5. Buch der Torah, (Leviticus und Deuteronomium) in denen sich auch das Beschneidungsgebot findet:
- Eine Frau die vergewaltigt wurde, muss ihren Vergewaltiger heiraten. Der zahlt im Gegenzug 50 Schekel an ihren Vater. (Dtn 22,28)
- Homosexuelle müssen gesteinigt werden (Lev 18,22)
- Störrische Söhne sollen gesteinigt werden (Dtn 21,18)
...
Es sind dies Gesetze einer nomadischen Wüstengesellschaft, die in der frühen Eisenzeit verschriftlicht wurden, als in unseren Breiten die Hallstattkultur in der Blüte stand.
Wer meint, noch heute nach diesen archaischen Gesetzen leben zu müssen, soll das in Gottes Namen tun. Solange er den Rest von uns (seine unmündigen Nachkommen inbegriffen) damit in Ruhe lässt.
Schekel...
Ist auch Zahlungsmittel in Gaza
http://de.wikipedia.org/wiki/Schekel
Wechselkurs: 1 ILS = 0,20221 EUR
Also steht dem Vater der vergewaltigten Frau nach absolut zwingender jüdischer Glaubensvorschrift eine Summe von gut 10 € zu.
Ob der Haussegen in einer Ehe, die auf dieser Glaubendvorschrift gegründet ist, dauerhaft grade hängt, wage ich zu bezweifeln, im Wissen um Hasstiraden wegen meiner "arroganten Ignoranz jahrtausendealter Werte und Normen gegenüber."
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.