Höhlensystem voller Tierfossilien in Australien entdeckt

25. Juli 2012, 18:06
3 Postings

Überreste könnten Aufschluss über die Anpassungsfähigkeit an einen Klimawechsel geben

Sydney - Der Paläontologe Gilbert Price von der Universität Queensland spricht von einer "Goldmine": Höhlenforscher haben im Norden Australiens ein weit verzweigtes System von Kalksteinhöhlen entdeckt, in dem sie eine Menge an Tierfossilien fanden. Darunter war auch das eines mehr als zwei Meter großen und 180 Kilogramm schweren Kängurus - mehr als die doppelte Masse eines heutigen Roten Riesenkängurus. 

Das "Mega-Känguru" dürfte durch ein Loch im Boden in das Höhlensystem gestürzt sein. Daneben fanden sich die Überreste verschiedenster Kleintiere, die vermutlich von einem Raubtier - etwa einer Eule - in die Höhlen getragen worden waren. Zum einen fand man winzige Frösche, zum anderen Mäuse: Neben den Fledermäusen die einzige Gruppe von Plazentatieren, die es ohne Beihilfe des Menschen in die Domäne der Beuteltiere geschafft hat.

Die ältesten Fossilien sind 500.000 Jahre alt und stammen daher aus einer besonders interessanten Phase. Heute liegt das Höhlensystem in trockenem Grasland - damals jedoch gab es dort noch einen dichten Regenwald, bis er der Versteppung zum Opfer fiel. Die zunehmende Trockenheit vor 500.000 Jahren führte zum Aussterben zahlreicher Tierarten. Der Fund ist laut Price daher auch deswegen so bedeutsam, weil die Fossilien Rückschlüsse geben könnten, inwieweit sich Arten an einen solchen Klimawandel anzupassen vermögen. (red, derStandard.at, 25. 7. 2012)

Share if you care.