Betreiber für Hotel Schwarzenberg gesucht

25. Juli 2012, 17:22
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Die Familienstiftung Schwarzen­berg sucht einen Investor für das Hotel. Voraussetzung dafür war die Trennung von der ÖVAG und der Erhalt des Baurechts

Wien - Seit Dienstag ist die Familienstiftung Schwarzenberg laut Grundbuch wieder ganz alleinige Herrin im eigenen Haus: Die Stiftung bekam von der ÖVAG-Tochter IC ARES das Baurecht zurückübertragen.

Damit endet eine jahrelange Odysee: 2007 hat die Schwarzenberg'sche Familienstiftung für die Immobilie ein Baurecht auf 60 Jahre an die IC ARES vergeben. Die Volksbanken haben sich vertraglich an den einst als Geldgeber aus dem Morgenland gefeierten Scheich Mohamed bin Issa Al Jaber gebunden, der das Hotel betreiben sollte. Allerdings konnte er anscheinend die notwendigen Eigenmittel nicht aufbringen. Im April des Vorjahres hat die IC ARES den Pachtvertrag mit Al Jaber gekündigt.

Der vermeintlich reiche Scheich wollte das Palais zu einem Sechs-Sterne-de-luxe-Hotel umbauen. Die Baubewilligungen gab es seit 2009, die Eröffnung sollte 2011 erfolgen. Das Investitionsvorhaben wurde mit 100 Mio. Euro beziffert, es solle "das schönste Haus Europas werden" .

Prüfung der veränderten Marktlage

Maximilian Schaffgotsch, Rechtsanwalt und Vorstand der Familienstiftung, bestätigte dem Standard, dass mit der Bank eine Lösung gefunden werden konnte. Die Stiftung hat zur Immobilie nun auch wieder das Baurecht. " Wir geben uns Zeit, um die veränderte Marktlage genau zu prüfen, und schauen, ob es uns gelingt, einen geeigneten Partner für die Investitionen zu finden", sagte Schaffgotsch. Man wolle jedenfalls " nicht noch einmal ein solches Szenario abhandeln", so der Anwalt. Ziel ist es, das Palais weiter als Hotel zu betreiben. Angebote dafür gebe es. Heuer werde es keine Bautätigkeit mehr geben, "aber wir wollen nicht mehr länger zuschauen, bis vielleicht auch noch die Gebäudesubstanz Schaden nimmt", so Schaffgotsch.

Al Jaber ist in Österreich kein Unbekannter: Der Scheich ist jener Mann, der vor Jahren bei der AUA einsteigen wollte, dann aber die versprochenen 150 Mio. Euro nicht zahlte und an der in Konkurs gegangenen Firma Kneissl beteiligt war.

Im Zuge eines Rechtsstreits mit der britischen Standard Bank war Al Jabers Vermögen eingefroren, auch in Österreich platzten daraufhin zahlreiche Zahlungsversprechen. 25 Mio. Euro schuldet der Scheich der Bank Austria, da er zahlreiche Zahlungsfristen für die Wiener Hotels The Ring und das Grand Hotel verstreichen ließ.

Im April klagte Al Jaber die Bank Austria auf eine Mio. Euro. Das Geldinstitut habe ihm mehrfach öffentlich Zahlungsunfähigkeit unterstellt und damit seine Kreditwürdigkeit geschädigt, so der Vorwurf. (Claudia Ruff, DER STANDARD; 26.7.2012)

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    Das Palais am Wiener Schwarzenbergplatz wartet nach jahrelangem Leerstand wieder auf einen Investor.

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